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  • Fr., 17. August 2018, 11:25 Uhr
    SPD-Landtagskandidat Marius Schmidt absolvierte Tagespraktikum bei der Ökumenischen Diakoniestation Lampertheim / Fachkräftemangel ernstes Problem

    „Intensiven Einblick in ambulante Pflege erhalten”

    Einen Tag lang blickte Marius Schmidt Schwester Martina Behringer von der Diakoniestation Lampertheim über die Schulter – und zeigte sich von dem Erlebten sichtlich beeindruckt. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Gleichzeitig steigt damit der Bedarf an Pflegekräften, die aufgrund mangelnden Nachwuchses auch immer älter werden – dies führt aktuell und vor allem zukünftig zu einem akuten Fachkräftemangel in der Pflege, wenn nichts dagegen unternommen wird.

    Ein Problem, das jedoch nicht nur die Pflege, sondern die gesamte gesellschaftliche Situation in Deutschland betrifft. Wie ist es in Lampertheim um diese Situation bestellt? Um dies herauszufinden, besuchte der SPD-Landtagskandidat Marius Schmidt im Rahmen seiner Praktikumstour die Ökumenische Diakoniestation Lampertheim und begleitete Martina Behringer einen Tag lang. Dabei lernte er nicht nur die besondere Situation der ambulanten Pflege kennen, sondern verlebte einen „sehr interessanten und lehrreichen Tag – in vielerlei Hinsicht”, wie Marius Schmidt gegenüber dem TIP betonte. „Ich habe sehr viel gelernt und gesehen wie vielseitig, aber auch wie anstrengend dieser Beruf sein kann. Und dass es um viel mehr geht als die reine Pflege, denn die Menschen, die besucht werden, sind häufig froh über jeden sozialen Kontakt. Mir ist aufgefallen, dass es den Menschen Halt gibt, zu wissen, dass einmal am Tag jemand vorbeikommt. Und ich habe erkannt, dass es Altersarmut in Lampertheim gibt – häufiger als man denkt. Es ist wichtig, das Thema Altersarmut und die Pflege intensiv zu unterstützen.”

    Den seelsorgerischen Aspekt betonte auch Björn Burwitz, stellvertretender Pflegedienstleiter der Ökumenischen Diakoniestation. „Die Seelsorge ist neben der Pflege ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit. Ebenso wie das Gespräch mit den pflegenden Angehörigen, denen wir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Seelsorge und Menschlichkeit sind das, was unsere Arbeit ausmacht”

    Gleichzeitig hob er heraus, dass die Diakoniestation auf Marius Schmidt zugegangen sei, um ihm einen Einblick in die tägliche Arbeit zu verschaffen. „Er hat auch direkt zugesagt. Die Einladung erfolgte aus aktuellem Anlass. Denn der Pflegefachkraftmangel wirkt sich auf unsere tägliche Arbeit aus. Wir wollten erstens Marius Schmidt die Möglichkeiten geben, zu sehen, was hier vor Ort passiert und zweitens auch die Öffentlichkeit auf die Situation aufmerksam zu machen.”

    Auch Möglichkeiten, um die Pflegedienste zu entlasten, wurden im Rahmen des Praktikums diskutiert. Die aktuelle Entscheidung, 13.000 neue Stellen zu schaffen, kritisierte Björn Burwitz, denn dafür sei das Personal überhaupt nicht vorhanden. Viel sinnvoller sei es, attraktive Anreize für den Beruf zu schaffen – im Bereich Bezahlung aber besonders auch durch eine sinnvolle Entlastung. Denn 12 Tage Dienst mit Doppelschicht und Rufbereitschaft sind an der Tagesordnung. „Pflege ist Beruf und Berufung! Wir sind mit Herz dabei und machen unsere Arbeit aus einer Leidenschaft heraus”, betonten Martina Behringer und Björn Burwitz. „Es war uns wichtig, für unsere Themen zu sensibilisieren, denn wir werden in der Pflege zu wenig gehört.”

    Darüber hinaus sieht Marius Schmidt dringenden Handlungsbedarf im Bereich des Bundesfreiwilligendienstes: „Viele Stellen können nicht mehr besetzt werden, sei es bei der Diakonie, dem DRK oder den Johannitern. Ohne diese Kräfte ist die Arbeit der sozialen Dienste jedoch kaum vorstellbar und realisierbar, so mussten die Johanniter in Viernheim bereits ihren Mittagstisch für Senioren einstellen. Hier muss mehr geworben werden, denn ein Freiwilliges Soziales Jahr bringt einen weiter. Sinnvoll wäre eine attraktivere Gestaltung des FSJ, etwa durch Bonuspunkte für das Studium oder eine Anhebung der Note beim Abitur.” Gleichzeitig fordert er die jungen Menschen auf, „sich zu engagieren und ein solches Jahr nach der Schule aktiv zu nutzen – für sich und für Menschen, die Hilfe benötigen.”

    „Danke für die Möglichkeit, einen Tag lang in diesen wichtigen Beruf hineinzuschauen. Ich wünsche jedem Politiker, der Entscheidungen in diesem Bereich treffen muss, einen solchen Tag. Hochachtung vor der täglichen Arbeit der Beschäftigten in der mobilen Pflege!”, richtete sich Marius Schmidt abschließend an Martina Behringer und Björn Burwitz. Benjamin Kloos

     

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