Di., 26. Februar 2019, 10:03 Uhr
Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich für eigenen Bauhof – Standortfrage zu klären
Interkommunale Zusammenarbeit nicht beim Bauhof
LAMPERTHEIM – Die Gebäude des Lampertheimer Bauhofs in der Industriestraße sind sanierungsbedürftig, eine Halle ist wegen Setzrissen sogar schon außer Betrieb. Ein neuer Standort steht daher zur Debatte und es sind auch Optionen im Blickpunkt der Verwaltung. Es geht auch um 80 Bauhofmitarbeiter und deren Arbeitssicherheit. Der Bauhof könnte auf das Areal von Energieried umziehen, das ebenfalls in der Industriestraße liegt und dabei das jetzige Gelände noch weiter nutzen. Denn Energieried baut im Gewerbegebiet an der Wormser Landstraße den neuen Standort. Dort könnte auch der neue Bauhof entstehen, doch sind hohe Kosten von 8 Millionen Euro dafür im Gespräch. Auch in Bürstadt gibt es einen sanierungsbedürftigen Bauhof, ein neuer Standort wird auch hier gesucht: Das Gelände der ehemaligen Biogasanlage, das die Stadt gekauft hat, kommt dafür in Frage, soweit ist man in Bürstadt. Eine interkommunale Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Betrieb eines Bauhofs wäre möglich. Das Thema Bauhof-Standort war bei der Stadtverordnetenversammlung am Freitagabend das einzige Thema mit Beratung, bei dem die vier Parteien Stellung bezogen. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Debatte. Den Stadtverordneten lag der CDU-Antrag vor, dass die Stadtverwaltung Lampertheim gemeinsam mit der Stadt Bürstadt die Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich der Bau- und Betriebshöfe auf dem ehemaligen Gelände der Biogasanlage prüfen soll. Im Hinblick auf die Gesamtkosten und möglichen Synergieeffekte sollten die Ergebnisse den vorhandenen Varianten gegenübergestellt werden. Mit den Stimmen von SPD, FDP und der Grünen wurde dieser Antrag nach eingehender Debatte abgelehnt. Einig waren sich alle Parteien, dass schnellstens eine Lösung gefunden werden müsse, um aus den jetzigen Gebäuden herauszukommen, wie auch
CDU-Fraktionsvorsitzender Edwin Stöwesand zur Antragsbegründung meinte. Franz Korb (CDU) sprach von Ehrlichkeit, wie „wir das bezahlen“ und sandte zuletzt noch einmal den Appell aus, „nur zu prüfen, ob es sinnvoll ist“. Bürgermeister Gottfried Störmer stimmte zwar zu, dass interkommunale Zusammenarbeit zur Reduzierung von Kosten führt, jedoch sei sie in diesem Fall „einfach der falsche Ansatz“. Aus Bürstadt seien zwar Signale für eine Zusammenarbeit gekommen, doch diese Zeit habe Lampertheim nicht. Den Bauhof sieht Störmer als Teil der Kernversorgung, wie auch Fritz Götz (SPD), der diesen Kernbereich mit 80 Mitarbeitern nicht auslagern möchte. Praktische Fragen seien beispielsweise, wer entscheidet, was gemacht wird – zuerst der Sportplatz in Bürstadt oder in Lampertheim. Götz wies auf die Ergebnisse des Arbeitskreises Bauhof hin, der am 13. Februar getagt hatte. „Durch den Antrag werden wir Zeit verlieren, die wir nicht haben“. Stefan Nickel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, schloss sich den Argumenten seines Vorredners weitgehend an und betonte, dass eine weitere Verzögerung durch den Prüfantrag wenig Sinn mache. „Es ist alles gesagt“, stellte Fritz Röhrenbeck für die FDP-Fraktion fest. Mit Blick auf die Notwendigkeit und den Zeitdruck müsse den Mitarbeitern eine Perspektive gegeben werden – „lieber heute als morgen“. Fraktionskollegin Stefanie Teufel richtete einen Appell an die Verwaltung an den Abläufen im Sinne schlankerer Strukturen zu arbeiten. Hannelore Nowacki