Mi., 14. September 2016, 08:33 Uhr
Stenografenverein war Gastgeber für Informationsveranstaltung mit Polizeiexperten
Internetkriminalität – wie können sich Senioren schützen?

Kriminalhauptkommissar Michael Rühl gab seinen Zuhörern bei der Informationsveranstaltung zur Internetkriminalität wertvolle Hinweise mit auf den Weg. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Kriminalhauptkommissar Michael Rühl vom Polizeipräsidium Südhessen hatte für die Informationsveranstaltung für Senioren zum Thema Internetkriminalität am Dienstagvormittag zwei Stunden Zeit eingeplant, bei Bedarf auch länger. Wie schon seine Themenübersicht andeutete, ist das Internet voller Fallen, die man als Nutzer erkennen sollte, um nicht schlimme Überraschungen mit finanziellen Folgen zu erleben. Die größte Gefahr für den eigenen Rechner und persönliche Daten gehe von E-Mails aus, die mit Anhängen und anklickbaren Hyperlinks in die Falle locken. Die gute Nachricht des Polizeiexperten: Kluges Klickverhalten schützt – man hat die Sicherheit weitgehend selbst in der Hand. Vorausgesetzt, man ist über die immer besser werdenden Tricks und Fallen der Kriminellen informiert. Sein Rat: Genau hinschauen, nichts anklicken, keine Mail-Anhänge öffnen, die verdächtige Mail einfach löschen. Antivirenprogramme seien unverzichtbar, böten jedoch keine absolute Sicherheit. Erstaunlich auch: Selbst große Firmen sind manchmal gegenüber diesen Schadprogrammen machtlos und zahlen das erpresste Lösegeld. Der Bürstädter Stenografenverein hatte einen seiner Übungsräume in der Alten Schillerschule für diese erste Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Zukünftig könnte der Stenografenverein auch Kurse zum Thema Sicherheit im Internet für Senioren anbieten, das sei zumindest angedacht, teilte Vereinsvorsitzende Monika Bormuth mit. Vor den PCs im Übungsraum hatten etwa zwanzig Teilnehmer Platz genommen, die selbst auf verschiedenen Gebieten mit Senioren zu tun haben und als Multiplikatoren wirken können wie Siegfried Gebhardt, der bereits als ehrenamtlicher Sicherheitsberater bekannt ist. Die Bildschirme blieben dunkel, der Polizeiexperte beamte vom eigenen Laptop alle Informationen an die Wand. Die Teilnehmer erfuhren, dass Kriminelle im „Dark Net“ alles finden und einkaufen, was sie für ihre dunklen Geschäfte und Attacken auf Rechner brauchen. Einen Trojaner programmiert der Kriminelle nicht selbst, auch der wird gekauft, ebenso illegal zugängliche E-Mail-Adressen, Passwörter inklusive. Verständlich und kurzweilig führte Rühl durch die komplexe Welt der möglichen Attacken und Schäden, klärte unterhaltsam über hilfreiche Gegenmaßnahmen auf. Viele nützliche Hinweise, zum Beispiel für den Umgang mit Pishing-Mails, Passwörtern, WLAN, Apps, Laptop-Kamera, Back-up oder Drittanbietersperre nahmen die Teilnehmer mit. Weitere Informationen zum Thema Internet auch unter www.polizei.hessen.de Hannelore Nowacki