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Do., 25. Februar 2021, 18:46 Uhr
COVID-19: Kreisspitze informiert / Perspektivplan der Landesregierung zu verantwortungsvoller Öffnung / Appell zur Registrierung zu Impfungen
Inzidenzwert auch landesweit nicht mehr alleiniges Kriterium für Lockerungen
Die Landesregierung hat einen Perspektivplan zur verantwortungsvollen Öffnung vorgelegt – dieser ermöglicht bezüglich der schrittweisen Rückkehr zur Normalität eventuell die Öffnung des Außenbereichs der Gastronomie unter Auflagen noch vor Ostern. Foto: www.pixabay.com
KREIS BERGSTRASSE – Die bundesweite Impfaktion nimmt an Fahrt auf, während sich die britische Mutation verstärkt verbreitet und der eindeutige Abwärtstrend bezüglich der Zahl der Neu-Infektionen scheinbar gebrochen ist. Quo vadis, Corona? Am Donnerstag informierten Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz sowie der Kreisbeigeordnete Karsten Krug über die für die Region relevanten Neuigkeiten rund um die Coronavirus-Pandemie – und blickten dabei positiv in die Zukunft.
Landrat Christian Engelhardt blickte zunächst auf den Perspektivplan der Landesregierung für eine verantwortungsvolle Öffnung und damit zum schrittweisen Rückgang in die Normalität: „In der kommenden Woche soll auf Bund-Länder-Ebene über die möglichen Lockerungen gesprochen werden. Am Ende geht es bei allem darum, auf Basis eines Kriteriensets die Lockerungen durchzuführen. Das Landeskonzept nimmt dabei etwas auf, was für uns sehr wichtig ist und auf das wir das Land immer wieder hingewiesen haben: Das Loslösen von den Inzidenzzahlen als Maßstab für die Maßnahmen. Dieser Wert hängt nämlich davon ab, ob ich viel oder gar nicht teste. Wir haben das schon immer so gesagt und schon immer so gemacht, das Land Hessen hat nun auch verschiedene Faktoren, die berücksichtigt werden, und nicht nur den einen Wert. Aus diesem Set an Faktoren soll die Beurteilung vor Ort erfolgen, welche Lockerungen durchgeführt werden können. Wir können im Kreis auch Lockerungen vertreten, wenn die Inzidenz höher als 50 liegt, denn es ist wichtig, ob Kontaktverfolgung möglich ist oder nicht. Dies konnten wir auch bei höheren Inzidenzzahlen, da unser Gesundheitsamt hervorragend aufgestellt ist und arbeitet. Wir sehen uns durch diese Entscheidung des Landes bestätigt.”
Erste Lockerungen, die seitens des Landes Hessen als mögliche Lockerungsstufen angedacht sind und in die Diskussion mit Bund und Ländern eingebracht werden sind dasTreffen mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und das Ermöglichen von Freizeit- und Amateursport mit Ausnahme der Schwimmbäder sowie das Öffnen der Freizeiteinrichtungen unter freiem Himmel. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch die Öffnung des Einzelhandels unter bestimmten Bedingungen als Click & Meet mit Terminen vor Ort. Gegebenenfalls vor Ostern soll zudem eine weitere Öffnung anstehen: Neben der Öffnung des Einzelhandels mit Beschränkung der Kundenzahlen je nach Ladenfläche soll auch die Außengastronomie wieder geöffnet werden – „Dies ist das, was die Lebensqualität unserer Region ausmacht. Wir befinden uns auf einem gutem Weg”, gibt sich Landrat Engelhardt optimistisch.
Seit Dienstag können sich Personen der Prioritätsgruppe 2 – darunter die Über-70-Jährigen –für einen Impftermin registrieren. Durch die Änderung der Impfverordnung mit dem Vorziehen von Lehrerinnen und Lehrern sowieErzieherinnen und Erziehern sowie Beschäftigten im Bereich der Kindertagespflege in diese Gruppe soll es für diese Ende März ein Impfwochendne geben. Natürlich kann sich diese Personengruppe aber auch direkt für die Impfung anmelden. An diesem und nächsten Wochenende gibt es übrigens Impfwochenende für Ärzte, hierzu wurden alle Arztpraxen angeschrieben. Sehr unbefriedigend findet Landrat Engelhardt, dass sie im Bereich der mobilen Pflegedienste, die zur ersten Priorität gehören, nach seiner Erfahrung nur wenige zum Impfen angemeldet haben.Landrat Engelhardt appellierte in diesem Zusammenhang an alle, die berechtigt sind, sich impfen zu lassen: „Jede Impfung, die wir geben ist eine Hilfe auf dem Weg zurück zur Normalität. Bitte nehmen Sie das Impfangebot an und registrieren Sie sich!”
Insgesamt wurden bis Donnerstag 11.213 Impfdosenim Kreis Bergstraße verimpft, hinzu kommen noch diejenigen, die in den ersten drei Wochen in Darmstadt geimpft wurden. „Wir beginnen am 1. März mit den lokalen Impfterminen in den Kommunen, die weiter als 20 Kilometer von Bensheim entfernt sind, darunter Biblis und Groß-Rohrheim”, schloss Landrat Engelhardt.
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz blickte zunächst auf die Inzidez, die am Donnerstag bei 79,67 lag, bevor sie denstationären Bereich näher betrachtete – mit einer positiven Entwicklung der Zahlen: „Kurz vor Weihnachten gab es über 90 Bergsträßerinnen und Bergsträßer, die stationär behandelt werden mussten. Vor zwei Wochen waren dies noch 60 und heute noch 34 – hierbei gibt es auch Verschiebungen bei Altersstruktur: Nur noch eine Person zwischen 0 und 50 Jahren wird stationär behandelt.”Insgesamt wurden am Donnerstag 36 Personen im Kreis Bergstraße in Krankenhäusern stationär behandelt, damit lag der Wert an Bergsträßerinnen und Bergsträßern erstmals seit langem wieder niedriger als der Gesamtwert.
Auch bei den aktuell Infizierten gibt es Veränderungen im Bereich der Altersstruktur: Hier sinkt der Anteil der Hochbetagten weiter, die Gruppe der über 80-Jährigen ist auf 7 Prozent gesunken. Und auch der Anteil der Kinder sinkt ebenfalls wieder, besonders im Bereich der Kita- und Krippenkinder.
Aktuell sind zehn Schulen betroffen, wobei an allen Schulen jeweils nur ein bis zwei Personen betroffen sind. Bei den Kindertagesstätten sind sechs Einrichtungen betroffen, von denen allerdings drei bald aus der Statistik fallen, da dort Quarantänen auslaufen. Erfreulich ist, dass nur noch eine Pflegeeinrichtung im Kreis betroffen ist, der Wert der Infizierten in diesem Bereich liegtim Gesamtverhältnis unter einem Prozent.
Bei den mitden Mutationen Infizierten gibt es ebenfalls positive Meldungen: Mehr als ein Drittel der Betroffenen gilt mittlerweile als genesen.
Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug teilte mit, dass bei der Bußgeldstelle mittlerweile insgesamt 1.257 gemeldete Verstöße vorliegen. Im Bereich der Gemeinschaftsunterkünfte gibt es mit Stand Donnerstag einen aktuellen Fall, der sich in Bensheim in Quarantäne befindet. Benjamin Kloos