Frauen und Kunst: Ausstellung „Frauen 2023“ mit Fotos und Aussagen von 70 Frauen im „Alten Haus“ eröffnet
„Jede Frau hat etwas zu sagen“
Die Ausstellung „Frauen 2023“ fördert bei den Gästen Freude und Dankbarkeit – darüber freuten sich die beiden Künstlerinnen und Veranstalterinnen Anette Jansen (rechts) und Heike Kissel-Eltrop. Foto: Hannelore Nowacki
HOFHEIM – Für die Ausstellung „Frauen 2023“ haben 70 Frauen gemeinsam mit den beiden Künstlerinnen Anette Jansen und Heike Kissel-Eltrop intensive Vorarbeit geleistet – das eindrucksvolle Ergebnis konnten die vielen Besucherinnen und Besucher am Mittwochabend im „Alten Haus“ in der Lindenstraße 42 auf sich wirken lassen. Alle Besucherinnen erhielten bei der Begrüßung ein selbst gestaltetes Geschenk - einen klappbaren Spiegel mit der doppelsinnigen Aufschrift „Schön, Dich zu sehen!“ Die Fotos der siebzig Frauen haben die Künstlerinnen individuell bearbeitet und mit den persönlichen Aussagen der Frauen kreativ zu ausdrucksvollen Kunstwerken verbunden – mit Einblicken in weibliche Lebenswelten in ihrer Vielfalt wie das Leben. Nachdenklich stimmende Aussagen, Lebensfreude und Glück, ein kritischer Blick auf Social Media und Schönheitsideale und viele weitere Sichtweisen gaben Stoff für Gespräche, die sich schnell entwickelten. Anette Jansen und Heike Kissel-Eltrop durften sich über viele begeisterte Kommentare freuen. Zu den porträtierten Frauen gehört Manuela Zahneißen, eine ansteckend fröhlich wirkende Frau, die dem TIP gerne ihr Statement zum Foto erläuterte. „Leid ist leidvoller als Schmerz“ ist dort zu lesen. Ihre Einstellung habe sie nach der Erfahrung von Verlust und Krankheit geändert, auch wenn der Schmerz nicht weicht, ihr helfe die „Radikale Akzeptanz“ dessen, was ist. Was ihr an der Aktion gefällt? „Ein Statement abgeben, das andere Frauen und Menschen interessieren könnte, ohne dass man berühmt ist“. Als Gast aus der Politik sprach die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz den beiden Künstlerinnen ihre Anerkennung aus. Ihr Aufruf an die Frauen: „Engagiert euch in der Politik“. Auch von ihr war ein Plakat mit Foto und Statement ausgestellt. Sonja Niederhöfer, die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte der Stadt Lampertheim konnte an diesem Abend wegen anderweitiger Verpflichtungen nicht kommen, begrüßte die Besucher jedoch in einer Videobotschaft. Im Gartenzimmer liefen auf dem Bildschirm in Endlosschleife die Videobotschaften der 70 Frauen, die damit ihre Statements zu den Bildern vertieften und ergänzten. Zur Vernissage hatten die beiden Veranstalterinnen zwar erst am 10. März eingeladen, doch wollten sie ganz bewusst am „Weltfrauentag“ im Rahmen einer Preview, einer Vorschau, ein Zeichen setzen. Dabei hatten sie neben allen Emotionen auch auf Spaß beim Besuch der Ausstellung gesetzt. In den gemütlichen Räumlichkeiten im „Alten Haus“ drängten sich alsbald die Besucherinnen und ihre männlichen Begleiter, alle Altersgruppen waren vertreten. Sekt und sonstige Getränke, Süßes und Salziges standen in der Küche zum Zugreifen bereit. Musikalisch trugen die fünf „Black Ladies“ aus Worms mit Liedern wie „Evening Rise“ und „Part of me“ zur schönen Atmosphäre bei. In ihrer im Wechsel vorgetragenen Rede dankten Anette Jansen und Heike Kissel-Eltrop dem Kulturamt mit cultur communal unter der Leitung von Rolf Hecher für die Projektförderung und berichteten von der Geschichte ihrer Frauen-Ausstellungsreihe seit 2018. Auch dass ihr Projekt eine solche Dynamik entwickelt hatte - viel mehr interessierte Frauen wollten mitmachen als sie vom Aufwand und vom Platz her bewältigen konnten. Ihre Überzeugung: „Jede Frau hat etwas zu sagen“. Die Ausstellung im „Alten Haus“ in der Lindenstraße 42 ist bei freiem Eintritt bis zum 25. Mai zu sehen, donnerstags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr.Hannelore Nowacki