SICHERHEIT: Safer Internet Day – Wie man sich und die eigenen Daten schützt
Jeden kann es treffen – Gauner immer raffinierter
Michael Rühl von der Stabsabteilung Prävention beim Polizeipräsidium Südhessen gab in seinem Vortrag viele Tipps zum Eigenschutz im Internet. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS/KREIS BERGSTRASSE – Das Handy ist der unverzichtbare Begleiter durch den Tag, das hat man im Griff. Einkaufen, Kontakte pflegen, weltweit chatten und im Internet unterwegs sein, gehört bei jungen und älteren Leuten zum Leben. Doch die Methoden der Gauner werden immer raffinierter, wie die Vorträge im Bibliser Rathaus zum Safer Internet Day zeigten. Beim Kreis Bergstraße hat das Präventionsteam um Reinhild Zolg die Aufgabe, sich um diese Themen zu kümmern. Zum diesjährigen Aktionstag wollte der Kreis Bergstraße vor allem Senioren über die Gefahren im Internet und mögliche eigene Gegenmaßnahmen informieren.
Die zweistündige Veranstaltung mit zwei Vorträgen hatte das Motto „Online-Gangstern nicht ins Netz gehen“. Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf hob die Zusammenarbeit des Kreises Bergstraße mit verschiedenen Stellen hervor wie den Kreisseniorenbeirat, der durch die Vorsitzende Susanne Hagen vertreten war. Der Kreis habe eine gesamtgesellschaftliche und Bildungsaufgabe, dazu gehöre die Prävention und Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben. Neben vielen Vorteilen des Internets gerade auch für ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkung gebe es eine Kehrseite, denn Daten können missbraucht werden. „Man kann nicht einfach mal machen“, sagt Bürgermeister Volker Scheib, der es wichtig findet, die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken und die Menschen für eine sichere Internetnutzung zu sensibilisieren.
Nachfragen und gut überlegen „Jeden kann es treffen“ – Senioren und junge Internetnutzer. Das machte Kriminalhauptkommissar Michael Rühl vom Polizeipräsidium Südhessen in seinem Vortrag deutlich. Doch man könne sich vor Betrug, Schadprogrammen und Datendiebstahl schützen. Dafür hatte Rühl viele nützliche Tipps: Auf das eigene Surfverhalten komme es an, legt er allen Internetnutzern ans Herz. Zum Beispiel nur mit „https“ verschlüsselte Seiten aufrufen und bei E-Mails ganz besonders darauf achten, wer sie geschickt hat und nicht unbedacht auf Anhänge und Links klicken. Denn E-Mail-Accounts könnten gekapert sein, die Nachricht wirkt dann wie von einem Freund verschickt. Ein anderes Beispiel: Angeblich will Amazon in einer Bestellbestätigung Daten abfragen, aber man hat dort gar nichts bestellt. Ein Blick in den Warenkorb gibt Gewissheit. Nie würde eine Hausbank per E-Mail nach der PIN und persönlichen Daten fragen. Auch Ausweiskopien sollte man nie versenden.
Für Betrug und Datendiebstahl gibt es Schadprogramme und Methoden, die mit Überlegung . Bei Schockanrufen ist Ruhe bewahren angesagt, keine Panik und kein Gespräch mit dem Anrufer führen. Das Gespräch sofort beenden und die Personen unter bekannter Telefonnummer anrufen und nachfragen. Ein Zettel am Telefon mit allen wichtigen Telefonnummern sei hilfreich, um vernünftig zu reagieren. Nicht um Liebe gehe es auch Menschen, die nach einer schönen Kennenlernphase im Internet angeblich wegen einer Notlage Geld brauchen. Statt Internet empfiehlt der polizeiliche Fachberater die persönliche Begegnung: Unter Menschen kommen, in die örtlichen Vereine gehen. Kontakt zu Michael Rühl, Fachberatung Cybercrime in Darmstadt: Telefon 06151/969-40414 und per E-Mail an Michael.Ruehl@polizei.hessen.de.
Aufpassen beim Einkauf im Internet Rechtsanwältin Melina Eberts, die für dieVerbraucherzentrale Hessen tätig ist, rät zum sicheren Einkauf im Internet mit Rechnung oder Kreditkarte, niemals Vorkasse. Vorteil der Kreditkarte: Das Geld kann man zurückholen. Betrüger und falsche Anbieter, die sogenanntenFake-Shops, locken häufig mit besonders niedrigen Preisen – man bestellt, das Geld ist weg, die Ware kommt nicht. Ein Blick auf das Impressum nützt um das zu verhindern. Unbedingt sollte man Bewertungen vor der Bestellung lesen.
Hingegen sagen Gütesiegel wenig oder gar nichts aus, sie sind beliebig herstellbar. Weitere Themen waren das Verbreiten von Fotos im Internet und das weite Feld der Urheberrechte. Rechtsanwältin Eberts rät bei Ärger mit Internetkäufen zu einer Beratung durch die Verbraucherzentrale in Darmstadt zum Preis von etwa 20 Euro.
Beim Einkaufen und Surfen im Internet ist schnell geklickt - Fallen inklusive, wenn man nicht aufpasst. Rechtsanwältin Melina Eberts, die für die Verbraucherzentrale Hessen tätig ist, wies auf die Gefahren hin. Foto: Hannelore Nowacki