Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 12. Juli 2016, 08:21 Uhr
    Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit Spatenstich gefeiert

    „Jetzt geht es wirklich los“ - Fahrgäste bekommen modernen Komfort



    Diesem symbolischen Spatenstich folgen ab 16. Juli die Bauarbeiten auch an den anderen Bahnhöfen der Riedbahn. Foto: Hannelore Nowacki

    BIBLIS – Auf Gleis 1 im Bibliser Bahnhof war ganz großer Bahnhof angesagt – gefeiert wurde am Freitagmorgen der Baubeginn für den Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur auf der Riedbahn von Mannheim über Biblis bis Groß-Rohrheim stellvertretend für alle fünf Stationen auf hessischem Gebiet. Zeitgleich werden die Arbeiten am 16. Juli in Biblis, Bobstadt, Bürstadt und Lampertheim beginnen. In Groß-Rohrheim, der letzten Station im Verbund und Endpunkt der S-Bahn, werden die Arbeiten wegen des späteren Projekteintritts ein Jahr später beginnen. Ein Sandhügel war auf dem Bahnsteig platziert, damit die Vertreter der Deutschen Bahn, des Landes Hessen, des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, der Landrat und die Bürgermeister der Riedgemeinden den symbolischen Spatenstich in Szene setzen konnten. Auf dem Bahnsteig hatten sich zahlreiche Vertreter der Lokal-, Kreis- und Landespolitik sowie der beteiligten Verkehrsunternehmen Deutsche Bahn und VRN versammelt. Der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka hatte zwei Kollegen aus dem Ried an seiner Seite - Bürgermeisterin Barbara Schader aus Bürstadt und Bürgermeister Gottfried Störmer aus Lampertheim. Fünf Redner nahmen aus ihrer jeweiligen Sicht zum Projekt Stellung. „Jetzt geht es wirklich los“, verkündete Dr. Klaus Vornhusen, bei der Deutschen Bahn Konzernbevollmächtigter für das Land Hessen. Weil im Bestand gebaut werde, seien die Gesamtbaukosten mit über 24 Millionen Euro einschließlich der Planungskosten von 5 Millionen  Euro relativ hoch, Grund sei das Bauen im Bestand. Allein der Umbau und die neue Ausstattung der drei Bahnsteige in Biblis schlagen mit 4,5 Millionen Euro zu Buche. Geldgeber  ist neben dem Land Hessen mit 5 Millionen Euro der Bund mit 11 Millionen Euro. Der Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN) und die beteiligten Kommunen tragen zusammen 8,2 Millionen Euro bei. Die Bauplanung sei kompliziert, erläuterte Vornhusen, da bei laufendem Bahnbetrieb umgebaut werde – der Bahnsteig 2 von Juli bis November 2016, Bahnsteig 1 von Februar bis Mai und Bahnsteig 3 von Juni bis Oktober nächsten Jahres. Das Gesamtprojekt in der Region koste mehr als 300 Millionen Euro. Für die Kommunen bedeute der Umbau auch einen städtebaulichen Vorteil. Ausdrücklich und mit Hinweis an die Presse dankte Vornhusen dem Eisenbahnbundesamt für die „sehr gute Zusammenarbeit“. Ministerialdirigent Bernhard Maßberg erwartet eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen. Es sei ökologisch und ökonomisch sinnvoll auf den öffentlichen Personennahverkehr zu setzen. Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim und ZRN-Vorsitzender Christian Specht sieht die Zukunft der Bahnhöfe als Drehscheiben der Mobilität mit Leihrädern, Carsharing, Informationsangeboten und mehr. Im Raum Biblis seien 9.500 Pendler in den Rhein-Neckar-Raum und 1.900 Pendler in Richtung Norden gezählt worden, die zukünftig mit „spurtstarken Fahrzeugen“ unterwegs seien. Als „pulsierende Ader“ bezeichnete Specht die Riedbahn, angesichts von zahlreichen Zugdurchfahrten für alle Teilnehmer der Feierstunde nachvollziehbar.  In mobilitätsverbessernde Maßnahmen zu investieren, sei wichtig, meinte Landrat Christian Engelhardt, der das Geld auch hinsichtlich sauberer Luft und Energieeffizienz gut angelegt sieht. In Richtung Frankfurt sei jedoch noch einiges zu tun. Die Streckenkapazität sei schon voll, hier müssten Lösungen gesucht werden. „Heute ist fast wie Weihnachten“, freute sich Bürgermeister Kusicka, der wie seine Kollegen lange auf den Ausbau gewartet habe. Nach einer Mitteilung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung zum S-Bahn-Ausbau werden ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 auf der Riedbahn Frankfurt-Biblis-Mannheim stündlich Doppelstocktriebzüge als Regionalexpress-Züge an allen Tagen der Woche fahren. Das Zusammenwachsen der beiden Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar werde durch die verbesserte Verkehrsanbindung gefördert. Ein „kleines Catering“ mit Sektempfang begleitete die lebhaften Gespräche. Hannelore Nowacki

     
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1