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  • Mo., 22. Mai 2017, 09:48 Uhr
    Hiddema Kabarett begeisterte wieder das Publikum

    „Jetzt wud´s sescht“

    Die „alten Hasen“: Vereinspräsident Jürgen Rudolph und Bodo Ehret dürften mit ihrer Nummer „auf der Parkbank“ nicht fehlen. Foto: Ehret


    HÜTTENFELD - Rechtzeitig hat der Frühsommer eine Pause eingelegt, für kühle und regnerische Witterung gesorgt und somit stand einem Besuch in den Katakomben des evangelischen Gemeindezentrums nichts im Wege. Grund dafür war der Kabarettabend des Theatervereines „ZwiBuR“, der wie so oft unter einer vielsagenden Redewendung stand „Jetzt wud’s sescht“. Die Zuschauer, unter ihnen Bürgermeister Gottlieb Störmer und Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg, füllten das Gemeindezentrum wieder bis auf den letzten Platz und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Die Szenen auf der Bühne wurden zum großen Teil von den „alten Hasen“ wie Vereinspräsident Jürgen Rudolph betreten, dessen Nummer „auf der Parkbank“ mit Bodo Ehret ebenso wenig fehlen durfte, wie der SGH-Sketch an der grün-weißen Stange, der schon seit dem Gründungsjahr aus der Feder von Ronald Ehret stammt. Doch der Reihe nach: Wie immer in den letzten Jahren eröffnete Jochen Köcher den Abend und brachte das Publikum stimmungsmäßig auf Kurs.

    Bodo Ehret übernahm auch dieses Mal die Führung durch’s Programm. Sein „Konfronteur“ führte süffisant zu den folgenden Beiträgen hin, ohne zuviel vorwegzunehmen.

    Die Nachrichten, dieses Mal von Alexandra Plenert und Ralf Ehret verlesen, nahmen natürlich wieder Hüttenfelder Begebenheiten auf‘s Korn. So brauche man keine Öffnungszeiten des Gemeindebüros mehr. Die wenigen Ausweise können mittwochs auch vom „Steinmetz“ mitgenommen und ausgeteilt werden. Und warum „Am Brunnenbuckel“ der Verkehr in den letzten Jahren zur Ruhe gekommen ist, das verstanden nur Insider.

    Auch für Nicht-Hüttenfelder waren dann die „Selbsthilfegruppen“-Sketche verständlich. Denn was „imaginäre Freunde“ sind, löste sich ebenso lustig auf wie die Runde der Phobiker, die mit exakt koordinierten Schreien das Publikum zum Lachen brachte. Hier traten neben Jochen Köcher und Jürgen Rudolph noch Lotti Ehret, Alexandra Plenert, Nina Kohl und Julia Schnepf in Erscheinung.

    Köcher und Ralf Ehret erheiterten dann das Publikum mit ihrer eigenen Deutung von seltenen Nachnamen.

    Bruno Ehret kümmerte sich wie immer dann um das aktuelle Tagesgeschehen als Zeitungsmotzer. Und Themen gibt es derzeit genug. Allerdings bediente er sich nicht mehr der „BILD-Zeitung“ als Vorlage, denn die – und das ist das Paradoxe – würde man anhand dessen, was Erdogan, Trump und Konsorten von sich geben, fast schon gerne lesen. Ehret ließ sich mehr an der Boulevard-Presse wie der „Freizeit-Revue“ aus.

    Neu im ZwiBuR-Kreis ist Julia Schnepf, die aber gekonnt ihr humoristisches Können zur Schau stellte und auch täuschend echt Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer und noch besser die Kanzlerin Angela Merkel imitieren konnte.

    Ronald Ehret und seine Frau Manuela gewährten einmal mehr einen Einblick in ihr Eheleben. Wer im Pubklikum lachen musste, fand wohl Parallelen bei sich wieder, und das waren einige. Heike Ehret gab dann in einer Art Dichterlesung die Gedanken Martensteins zum Thema Buddha zum besten. Er stellt gewissermaßen den Vorgänger zu unserem Gartenzwerg dar. Natürlich wird bei ZwiBuR auch gesungen. Ronald Ehret nahm den amerikanischen Präsidenten, dessen Wurzeln ja in Kallstadt liegen, als „Trump vun de Palz“ auf die Schippe und Lotti zeigte geradezu hohes gesangliches Talent bei dem Song „Ich bin unmusikalisch“. Bruno Ehret nahm sich Erdogan und Trump zur Brust, während Heike Ehret auf den alten Schlager „Ti amo“ die vermeintlichen Vorteile des „Thermo-Mix“ besang.

    Running Gag ist die Nummer, die sich wie ein roter Faden durch den ganzen Abend zieht und immer das gleiche Thema hat. Hier machten Jürgen Rudolph und Renate Sczepaniak den neuen Dorfladen im Bürgerhaus zum Thema. Immer wieder fragten sie: „Ist das auch frisch?“ und die Pointen taten fast weh und erschlossen sich auch nur denen, die sich in Hüttenfeld auskennen und beispielsweise wussten, was mit „Kluten-freien“ Paletten gemeint war.

    Dick in den Kalender sollte man sich den 9. Juni 2018, denn dann feiert „ZwiBuR“ sein 25-jähriges Bestehen mit einem Kabarettabend auf dem Hof von Heike und Klaus Ehret, das 2013 schon der Renner war. ehr

     

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