Norbert Gebhardt im aktuellen Stück in Aktion zusammen mit Karlheinz Dosch und Markus Winkler (von links) beim "Tanz mit der Leiche". Foto: oh
RIEDRODE - Von ihrem aktuellen Stück "Aache zu un dorsch" war das Publikum am Wochenende wieder einmal überaus begeistert. Mit dabei war - zum 125ten mal auf der Bühne - Norbert Gebhardt. Normalerweise möchte er nicht in den Mittelpunkt gerückt werden. Aber ohne ihn würde es die Sainäwwel wahrscheinblich gar nicht geben. Er und seine Frau Roswita, die in diesem Jahr wieder die Regie übernommen hat, haben bis heute ihre damalige Motivation beibehalten: Theater zu spielen um anderen eine Freude zu machen und gleichzeitig dem eigenen Hobby nachzugehen. Als Mitbegründer der Sainäwwel ist Norbert Gebhardt, nach Meinung von Laudator Markus Winkler, damit sowas wie „de Baba“ der aktiven Theatergruppe. Von 1985 beim ersten Stück „Besuch aus Mannem“ bis 1988 in „Randewu im Klaarerschrank“ war er auf der Bühne aktiv, dann folgte zunächst eine längere Pause. Für das Stück „Solangs die Kass bezehlt“ im Jahr 1996 konnten er reaktiviert werden. Er spielte den Dr. Oskar Schreck in einem überaus turbulenten Krankenhaus. Leider mussten die Sainäwwel dann 15 Jahre auf seinen nächsten Einsatz warten. 2011 bei „Ärre is doch menschlich“ spielte er einen Lehrer, der aus dem Schuldienst ausgestiegen und zum Stammgast einer heruntergekommenen Kneipe wurde. 2012 bei „Vadder alleweil loangds“ spielte er den Heinz Grabowski, mit dem Spruch Grabowski und Kern, wir bestatten Sie gern. 2013 hatte er den Verleger Paul Kühn in „Jesses weje dem oane mol“ gespielt. Damals hatte er gesagt, er spiele gerne wieder mit, aber es muss nicht immer so eine große Rolle sein. Im Jahr darauf konnte man ihn als Heinz-Harald Becker in „Do helfe blous noch Pille“ sehen. 2017 durften die Sainäwwel mit ihm „Hodel ginsdisch herzugewwe“ aufführen und im letzen Jahr 2018 als Butler Johann Freitag „Operation Sunneeck“. In der diesjährigen Aufführung haben die Zuschauer das Vergnügen ihn in einer riesigen Paraderolle als Landtagsabgeordneter Axel B. Auer in „Aache zu und dorsch“ zu genießen. Dies ist nun alles andere als eine kleine Rolle. Er ist im ersten Akt fast permanent auf der Bühne und hat mit den vielen teilweise turbulenten Szenen die wichtigste Rolle im verwirrungsintensiven Stück.
Das Boulevardtheater ist es, diese Art Theater zu spielen, die Norbert Gebhardt besonders am Herzen liegt. Aber nicht nur ihm, sondern die gesamte Theatergruppe hat dieses Anliegen. In diesem Jahr merkt man die Spielfreude bei allen besonders und man spürt, wenn man Norbert Gebhardt in seiner Rolle als Minister der Landesregierung sieht: Er spielt famos den strippenziehenden Politiker und lebt diese Rolle. Da er ebenfalls im Vorstand der Sainäwwel aktiv ist, versorgt er in der Vorbereitung auf die neue Saison ständig mit neuen Stücken und hat mit dem Boulevardtheater eine neue Richtung der Sainäwwel deutlich mitgeprägt. Norbert und seine Frau Roswitha haben sich in diesem Jahr wieder richtig reingekniet um das Stück zu dem werden zu lassen, was das Publikum in diesem Jahr erleben darf. Am kommenden Freitag und Samstag ist er und das ganze Schauspielerteam nochmals auf der Bühne in Riedrode zu sehen bevor diese Kampagne zu Ende geht. Und bereits jetzt wurden wieder einige Stücke gelesen oder gesehen und für gut befunden. Sicher ist auch wieder etwas dabei, auch wenn er nach seinem Intensiveinsatz in diesem Jahr wieder eine kleinere Rolle anstreben möchte. zg