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  • Mo., 17. Januar 2022, 13:51 Uhr
    VISIONÄR KARL KÜBEL: „Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie“ feiert 50-jähriges Bestehen 

    Jubiläumsmotto „Familie zählt“

    Zum Auftakt des Jubiläumsjahrs hatte der Vorstand der „Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie“ zur Pressekonferenz ins Bürgerhaus in Bensheim-Auerbach eingeladen, unweit des Stiftungssitzes. Foto: Hannelore Nowacki


    BENSHEIM – Stiftungsvorsitzender Matthias Wilkes weiß einiges über Karl Kübel: Der Unternehmer Karl Kübel (1909-2006) war ein Visionär, der Bildung als Kernthema für die dauerhafte Ertüchtigung von Gesellschaften sah, der die Familien und das leiblich-geistige-seelische Wohl des ganzen Menschen und Kindes im Blick hatte, der sich immer an die Frage hielt: „Womit kann ich dienen?“ Seine Mutter hatte die Kunden in ihrem Eisenwarengeschäft in Duisburg mit dieser Frage begrüßt, das hatte ihn beeindruckt und seine Lebenshaltung geprägt. Nach dem Verkauf seines Möbelunternehmens gründete Karl Kübel 1972 die „Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie“, die sich zunächst von 1976 bis 1982 auf die Ausbildung von mehr als 1.500 jungen Akademikern als Multiplikatoren im Bereich Entwicklungspolitik konzentrierte. Im Kreis Bergstraße ist die Karl Kübel Stiftung 

    durch Einrichtungen bekannt wie die Familienstützpunkte „Drop-In(klusiv)“ für Eltern und Kleinkind in Lampertheim in der Wormser Straße, in Hüttenfeld und in Bensheim. International ist die Karl-Kübel-Stiftung in sieben Ländern, unter anderem in Indien, Tansania und im Kosovo mit sozialen Projekten aktiv und fördert im In- und Ausland derzeit mehr als 80 Projekte. Durch die Unterstützung von Eltern und Familien in unterschiedlichen Kulturen will die Stiftung zu einer umfassenden Entwicklung der Kinder insbesondere in den ersten drei Lebensjahren beitragen. Eine Vielzahl von Gründungen zur Vernetzung von Aktivitäten und Kooperationen folgte bald nach der Gründung. 2008 wurde mit dem Land Hessen der  Härtefonds für das Mittagessen an hessischen Schulen für Schulkinder in Notlagen gegründet und seit 2016 gibt es das Projekt „Beratungs- und Servicestellen Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagesbetreuung“ in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Nach dem Erdbeben in Nepal 2015 leistete die Stiftung Wiederaufbauhilfe und fördert dort seitdem weitere Projekte. Nach der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 unterstützte die Stiftung die Spendenaktion „Hessen hilft den Flutopfern“.

    Der Vorstand der „Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie“ am Banner mit dem Jubiläumsmotto „Familie zählt“ (von links: Matthias Wilkes, Dr. Katharina Gerarts, Dr. Daniel Heilmann und Detlef Boos). Foto: © Karl Kübel Stiftung/Thomas Neu


    Das 50-jährige Stiftungsjubiläum war am Freitagvormittag Anlass für eine Pressekonferenz im Bürgerhaus in Bensheim-Auerbach mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrates Matthias Wilkes, der eine Rückschau hielt, über die aktuelle Situation berichtete und einen Ausblick auf die bevorstehenden Aktionen und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr bot. Aus ihrem Zuständigkeitsbereich berichteten die Vorstandsmitglieder  Dr. Katharina Gerarts über die Entwicklung in Deutschland, Dr. Daniel Heilmann über die umfangreichen Auslandsaktivitäten und Detlef Boos informierte über das Programm im Jubiläumsjahr und den finanziellen Rahmen. Vorsitzender Matthias Wilkes, bis 2015 Landrat des Kreises Bergstraße, verbindet mit der Stiftung neben seiner Tätigkeit für die Geschäftsführung seit 1988 und dem Vorstandsvorsitz seit 1991 als Großneffe des Gründers auch die eigene Familiengeschichte. Den Stiftungsgründer Karl Kübel hat er als besonderen Menschen kennengelernt, als „Visionär“. Karl Kübel habe gewollt, dass die Menschen aus der Armutsspirale herauskommen, habe dadurch Migration verhindern wollen. Karl Kübel, der 96-jährig 2006 in seinem Wohnhaus auf der Tromm im Odenwald verstarb, habe im Alter von 63 Jahren fast sein ganzes Vermögen und den Erlös aus dem Verkauf seines Möbelunternehmens mit 3.800 Mitarbeitern in die Stiftung eingebracht. Die Stiftung ist operativ tätig, beschäftigt heute 124 Mitarbeiter. Aus dem Kapitalgrundstock von 72 Millionen DM 1972 wurden bis heute 178 Millionen Euro, die Bilanzsumme beträgt 130 Millionen Euro. Viele Mittel seien gebunden, teilte Wilkes auf Nachfrage mit. Da die Stiftung Gewerbeimmobilien besitzt und vermietet, sei sie von der Niedrigzinsphase nicht so stark betroffen.  In den 50 Jahren wurden 1 Million Teilnehmer an Bildungsveranstaltungen erreicht und 1,5 Millionen Menschen in den zweitausend Entwicklungs- und Partnerprojekten.  Das Jubiläum wird vielfältig gefeiert: Auf der Homepage werden ab 19. Januar 50 Projekte vorgestellt; am 22. März findet eine Preisverleihung mit einem Preisgeld von 12.500 Euro in St. Peter in Frankfurt statt. Im Sommer wird auf der Tromm im Odenwald das Familienfest gefeiert und im September folgt ein Höhepunkt mit der Verleihung des Karl-Kübel-Preises. Zum Weltkindertag im September sind Aktionen geplant und am 4. Dezember steht der Festakt auf dem Programm. Hannelore Nowacki

     

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