Nordheimer Kerb mit zahlreichen Höhepunkten gespickt / Jugend prägt das Geschehen der Kerb
Jugend setzt sich bei Schubkarrenrennen durch
Voller Einsatz: Beim Schubkarrenrennen gaben die Teams alles – in diesem Jahr waren auch vier Jugendteams am Start. Foto: Benjamin Kloos
NORDHEIM – Es war wieder einmal der heimliche Höhepunkt der Nordheimer Kerb: Am Montag fand das beliebte Schubkarrenrennen statt – eine Riesengaudi für Teilnehmer und besonders die Zuschauer, unter die sich auch der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka gemischt hatte.
Erfreulicherweise hatten sich neben einigen etablierten Teams auch vier Jugendmannschaften gemeldet – sowohl der männliche als auch der weibliche Nachwuchs waren am Start und trugen aktiv zur wachsenden Begeisterung am Streckenrand bei.
Auf die mutigen Teilnehmer warteten zwei von der Gemeinde Biblis zur Verfügung gestellte Schubkarren, welche die klangvollen Namen „Silberpfeil” und „Ferrari” trugen – zudem gab es zahlreiche Aufgaben zu bewältigen: Zunächst musste man von der – wie Moderator Armin Tremmel humorvoll bemerkte – „nach drei Tagen Kerb durchaus gerade Startlinie” ins Rennen gehen, bevor es über Schlauchböcke der Feuerwehr hinweg zur ersten großen Herausforderung ging: Mittels Strohhalm musste durch den Fahrer eine Schorle getrunken werden, auf die Jugend wartete an dieser Stelle Wasser. Koordination musste beim anschließenden Slalom durch Pylonen bewiesen werden – bevor es schließlich am Ende der Strecke besonders humorvoll wurde: „Die Gummianakondas müssen von beiden Teammitgliedern in den Mund genommen und ohne Hände gegessen werden – wobei Ihr Euch kauend aufeinander zubewegen müsst”, erläuterte Armin Tremmel.
Zunächst zeigten die etablierten Starter, wie der Kurs zu bewältigen ist, bevor sich die Jugend auf die Strecke wagten. Die Nachwuchskerwemüdder Kyra Gall, Emma Dornick und Josephine Kissel waren ebenfalls vor Ort und stellten sich in Person von Kyra und Josephine dem Wettkampf – auch wenn leider bereits in der ersten Runde Endstation war. Die eingegangen Meldungen führten zu dem Ereignis, welches von allen mit Spannung erwartet wurde: Das Finale „Alt gegen Jung”.
Die etablierten Starter Daniel Rothenhäuser und Alex Sbczak zeigten was in ihnen steckt – am Ende ließen sie es aber zu locker angehen und wurden kurz vor dem Ziel noch durch Nico Gall und Aaron Schmidt eingeholt, die sich so den überraschenden Sieg sicherte, „Die Jugend ist unsere Zukunft”, rief Armin Tremmel dem begeisterten Publikum zu und gratulierte den stolzen Siegern. Auf die beiden jugendlichen Gewinner warteten als Preis Verzehrgutscheine für die Stände auf dem Kerweplatz. Doch auch die Zweitplatzierten konnten sich freuen, spendierte die Arbeitsgemeinschaft der Nordheimer Vereine diesen doch jeweils ein Freibier.
Bereits in den Tagen zuvor wurde in Nordheim kräftig gefeiert: Nach der Eröffnung am Samstag mit dem durch Pfarrer Arne Polzer gehaltenen Gottesdienst in Mundart folgte der traditionelle Bieranstich. Am Sonntag kam es zu einer besonderen Premiere: Erstmals gab es drei Kerwemüdder in Ausbildung, auch hier zeigte die Nordheimer Jugend, was in ihr steckt: Kyra Gall, Emma Dornick und Josephine Kissel begeisterten mit ihre Rede das Publikum und gaben auf Nachfrage beim Schubkarrenrennen bekannt, dass durchaus reges Interesse besteht, das Amt der Kerwemüdder auch im kommenden Jahr auszuüben.
Vormittags bestand bereits Gelegenheit, sich in geselliger Runde auszutauschen und die Kerb zu genießen. Auf keinen Fall Fehlen durfte am Kerbemontag auch das große Zusammenkommen bei Speck und Eiern. Für das leibliche Wohl war dank der engagierten Nordheimer Vereine bestens gesorgt, und auch für ein unterhaltsames Programm war gesorgt – ebenso wie für ein Trampolin oder Süßigkeitenstände. Und das Burg-Stein-Museum lud am Sonntag und Montag zum Besuch der Sonderausstellung zur Erweiterung der Nordheimer Simultankirche vor 200 Jahren ein. Benjamin Kloos