Sa., 28. Februar 2015, 23:54 Uhr
SPD-Nachwuchspolitiker und Landratskandidat Kummer in Bürstadt unterwegs
Jusos sind demografischem Wandel auf der Spur
BÜRSTADT - Demografischer Wandel - kaum ein Begriff taucht so beständig in den Medien auf und verbleibt gleichzeitig so im Ungefähren. Gemeinsam mit Landratskandidat Gerald Kummer machten sich SPD Bürstadt und Jusos Ried im Rahmen eines demografischen Spaziergangs am vergangenen Freitag am Briebelpark und anschließend zur Diskussion im Ratskeller. „Im Wesentlichen ist der Prozess in drei Eckpfeiler einzuteilen: Unsere Gesellschaft wird weniger, bunter älter. Es werden weniger Kinder geboren, es kommt zu mehr Migration und das durchschnittliche Lebensalter steigt an. Bereits jetzt haben 16,5 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten, birgt aber Chancen und Herausforderungen“, erläuterte Philipp Ofenloch. Das Vorstandsmitglied der Jusos Ried hatte de Abend rund um das Thema Demografie organisiert. In seinem Grußwort legte der Vorsitzende der Jusos Ried, Marius Schmidt, dar, dass „der demografische Prozess auf der kommunalen Ebene schon voll angekommen ist. Die Ansiedlung junger Familien wird schwieriger, wenn es weniger von ihnen gibt. Nahversorgung mit Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten wird für die älteren Bevölkerungsmitglieder wichtig-gleichzeitig ist sie für Anbieter nur rentabel, wenn genug Menschen im Ort wohnen. Kommunen müssen sich frühzeitig mit diesen Fragen beschäftigen.“
Nachdem die Gruppe im Briebelpark das Gelände für alla hopp!-Projekt sowie den geplanten Anbau des Alten- und Pflegeheimes St. Elisabeth in Augenschein genommen hatte, wurde im Ratskeller weiter diskutiert. Jugendratsvorsitzender Michael Pfeifer konnte aus dem Bereich Migration berichten: „Migration ist nötig, um Sozialsysteme und Produktivität zu sichern. Darum müssen wir eine Willkommenskultur schaffen.“
Gerald Kummer pflichtete ihm bei und will, „fremdenfeindlichen Tendenzen keine Chance geben.“ Der Landratskandidat, nach 17 Jahren als Bürgermeister in Riedstadt mit der politischen Arbeit in Mittelzentren vertraut, gab auch Sympathie für neue Wohnformen im Alter zu erkennen: „Mehrgenerationenwohnen oder Alten-WGs sind ein Weg, den schwindenden familiären Zusammenhalt durch gesellschaftliches Miteinander auszugleichen. Gleichzeitig müssen wir im Stadtbild auf Barrierefreiheit Acht geben.“
Um an dem Thema weiter dran zu bleiben, haben die Jusos einen mehrseitigen Anrag formuliert, der an die Kommunalfraktionen im Ried übergeben werden soll. zg