Mo., 26. August 2019, 20:05 Uhr
Zeit des Denkens in Parteifarben muss im Bereich Umwelt- und Klimaschutz Ende haben
Jusos zeigen sich über Ergrünen der CDU überrascht
BÜRSTADT – Die Jusos Ried begrüßen die neuerlichen Vorschläge zum Umwelt- und Klimaschutz der Bürstädter CDU und zeigen sich zugleich verwundert über einige der geplanten Vorhaben. Viele der CDU-Ziele waren bereits Gegenstand vergangener Diskussionen in den politischen Gremien der Stadt. Mit dem Konzept der Essbaren Stadt beispielsweise schlug die Bürstädter SPD auf Initiative der Jusos bereits ein Projekt vor, wonach öffentliche Grünanlagen zum Garten für Bürgerinnen und Bürger umgestaltet hätten werden sollen. „Damals hat die schwarz-gelbe Koalition noch keinen Handlungsbedarf gesehen und unseren Antrag abgelehnt. Jetzt findet sich die Idee im CDU-Papier wieder. Das hat mindestens einen faden Beigeschmack“, meinen die Jusos und erkennen darin einen Trend, der sich durch das Papier ziehe.
So seien auch die Grünen in der Vergangenheit mit einem Antrag auf den freiwilligen Verzicht von Pestiziden wie Glyphosat gescheitert. „Teile der CDU haben den Antrag damals ins Lächerliche gezogen und die Diskussion um Glyphosat mit einem möglichen Verbot von Salami verknüpft, da die Wurst bei Erhitzung ebenfalls krebserregend sei“, erinnert sich der stellvertretende Juso-Vorsitzende und Bürstädter Stadtverordnete Philipp Ofenloch. „Der Ortsvereinsvorsitze Alexander Bauer bezeichnete das Thema damals als Sache vom Bund und der EU, jetzt hält er ein Umwelt- und Klimaschutzpapier hoch und fordert darin den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel seitens der Stadt.“
Zwar freuen sich die Jusos über das „plötzliche Ergrünen“ der Bürstädter CDU, gleichzeitig dränge sich aber unweigerlich der Verdacht auf, dass dies rein opportunistisches motiviert und dem Umstand geschuldet sei, dass den Themen Umwelt- und Klimaschutz derzeit allgemein eine höhere Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung zukommt. Weiter weisen die Jusosdarauf hin, dass die wenigsten Ziele gänzlich neue Einfälle der CDU seien. Modelle zur Vermittlung leer stehenden Wohnraums durch die Stadt, die Einführung eines kommunalen Mehrwegbechersystems für Coffe to go Becher oder die Begrünung von Dachanlagen seien nur einige Beispiele, die nicht von der CDU, sondern durch die SPD-Fraktion Einklang in die politische Diskussion fanden.
„Wir stehen dem Papier der CDU trotz allem positiv gegenüber. Viele der Vorschläge begrüßen wir, weil sie in der Sache richtig sind.“, erklären die Jusos. „Wichtig ist uns, dass im Bürstädter Parlament in Zukunft ein fairer Umgang untereinander und Hinblick auf Vorschläge anderer Fraktionen einkehrt. Es darf nicht mehr sein, dass Ideen erst zerredet, abgelehnt und dann in einem eigenen Papier wieder auftauchen. Gerade beim Umwelt- und Klimaschutz haben wir keine Zeit mehr zu verlieren und können es uns nicht erlauben, in Parteifarben zu denken. Alle Fraktionen stehen in der Verantwortung, gemeinsam an einer nachhaltigen und klimafreundlichen Stadtentwicklung zu arbeiten“. zg