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  • Sa., 17. August 2019, 06:02 Uhr
    Hochdeutsche Version der Kolumne in der KW 33

    Kalle & Mônners: Hubschraubereltern



    Kalle: Hallo Manfred, alles klar?

    Manfred: Servus Kalle, Dankeschön – ein klein wenig besser, und ich müsste schreien.

    Kalle: Ich habe gar nicht gewusst, dass du Tennis spielst.

    Manfred: Tennis? Da sind keine Tennisschläger drin, sondern Einweiserkellen. Hat mir ein Kumpel vom Flughafen mitgebracht. Ich bin doch jetzt Marshaller an der Goetheschule.

    Kalle: Aber die Marshaller weisen doch die Flugzeuge ein, wenn die auf dem Vorfeld rollen. Wofür brauch denn die Goetheschule so einen?

    Manfred: Mensch Kalle! Für die Hubschrauber natürlich. Damit da nichts passiert, wenn da ein oder zwei Dutzend davon im Anflug sind. Noch nie etwas von Hubschraubereltern gehört?

    Kalle: Ach Gott Manfred, da hast du ja wieder mal etwas ganz falsch verstanden. Hubschraubereltern sagt man zu denen, die ein einziges schmales Kindchen mit einem riesigen SUV in die Schule bringen und mit diesem Panzer am liebsten bis ins Klassenzimmer walzen würden.

    Manfred: Na, das ist ja wohl der Gipfel! Sind die denn morgens schon betrunken?

    Kalle: Mensch, du machst mich noch ganz wirr. Ein SUV ist doch so ein großes Auto, mit Rädern wie dem Billau sein Traktor, wo du mit der Haushaltsleiter reinklettern musst und ungefähr halb so viel Sprit schluckt wie ein Flugzeugträger. SUV ist die Abkürzung für Super-Unnötiges-Vehikel.

    Manfred: Ach so. Die kenne ich. Mir hat das letztens im Stau nicht mehr gereicht und ich habe meinen kleinen Honda unter dem Cayenne-Porsche gerade noch so herausbekommen. Zwei kleine Kratzer am Dach, das war alles. Der Porschefahrer hat das gar nicht mitgekriegt. Ach, und jetzt können die Dinger auch noch fliegen?

    Kalle: Herr! Wirf Hirn vom Himmel! Du Quatschkopf! Die können natürlich nicht fliegen. Die heißen so, weil die Muttis und Papas sich so um ihre Kinderchen sorgen, dass sie sie am liebsten mit dem Hubschrauber von der mörderischen Realität und dem lebensbedrohlichen Schulweg Fernhalten täten.

    Manfred: Versteh ich nicht. Mir hat der Schulweg immer großen Spaß gemacht. Ich habe Nachbarskinder und Schulkameraden getroffen. Am Spielplatz an der Bürstädterstraße noch schnell Hausaufgaben abgeschrieben oder Fußballbilder getauscht und beim Schollmeier noch Bonbons gekauft.

    Kalle: Ja und heute kommen nicht einmal die Schulbusse durch, weil die Muttis und Papas ihre Karren kreuz und quer vor der Schule abstellen. Da kannst du mit deinen großen Fliegenklatschen auch keine Ordnung reinbringen.

    Manfred: Hier, die schenke ich dir. Ich mach mich auf den Weg, ich habe nämlich die Idee des Jahrtausends!

    Kalle: Willst du die Klima-Gretel einladen? Oder E-Roller vermieten?

    Manfred: Nein! Besser! Ich geh zu Patrick. Der kennt sich mit Drohnen aus. Wir entwickeln eine SBD und das Problem ist gelöst.

    Kalle: SPD! Mensch! Da bin ich dabei! Ich geh schnell heim und hol noch einen roten Pulli und eine rote Kappe für dich! Genosse!

    Manfred: (Schüttel den Kopf) Kallekallekalle … SBD heißt Schüler-Beförderungs-Drohne. Die hat eine Nutzlast von achtzig Kilo. Zwanzig für das Kind und sechzig für den Ranzen. An den Fenstern der Schulen werden Plattformen installiert, an denen die Drohnen die Kinder absetzen. Dann die nur noch an ihren Platz getragen werden.

    Kalle: Mônners, du bist ein Genie! Ich werde in der Fraktion gleich mal eine Eingabe machen, damit das genehmigungsfähig ist. KM-Drohning!Das hört sich gut an!

    Manfred: Gut, dass wir uns getroffen haben!

    Kalle: Gut, dass wir miteinander gesprochen haben!
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