
LAMPERTHEIM – Die abgestellten Bagger und Baufahrzeuge waren der deutliche Hinweis, dass an dieser Stelle am Wilhelm-Herz-Ring gearbeitet wird – das weitläufige Gelände im Gewerbegebiet Wormser Landstraße für den neuen Bauhof war bereits planiert und verdichtet als der symbolische Spatenstich gefeiert wurde. Denn der Spatenstich an diesem letzten Tag im Juni markierte auch den offiziellen Baubeginn – mit der Fertigstellung rechnet der Generalunternehmer Goldbeck im November 2026. Der Umzug von den bisherigen Standorten in der Industriestraße beginnt nach Plan am 27. Juli nächsten Jahres. Schatten unter einem der zur Feier aufgestellten Zeltpavillons war gefragt an diesem sehr heißen Sommertag. Unter den Gästen waren die am Bau beteiligten Firmenvertreter und Verwaltungsmitarbeiter, Stadtverordnete und Magistratsmitglieder und zahlreiche erwartungsfrohe Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste mit ihrer Leiterin Sabine Vilgis. Alexander Scholl (CDU) als designierter Bürgermeister und Erich Maier (SPD) als langjähriger Ex-Bürgermeister begrüßte Bürgermeister Gottfried Störmer (parteilos) namentlich. Neue Werkstätten mit Bürotrakt und eine Fahrzeughalle werden auf dem Grundstück mit etwa 14.800 Quadratmetern die funktionale räumliche Basis für effizientes Arbeiten und Mitarbeiterzufriedenheit bieten, wie in den Reden betont wurde. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre sollen durch die bauliche Gestaltung gefördert werden. Die Pausenräume bekommen direkten Zugang zu individuell gestalteten Außenbereichen und eine Hausmeisterwohnung wird integriert. Innen und außen soll das Erscheinungsbild ansprechend und langlebig sein. An den Planungen waren die Bauhof-Mitarbeiter beteiligt. Bürgermeister Störmer nannte 12,6 Millionen Baukosten pauschal laut Generalunternehmervertrag, also ein Fixpreis. Besonders betonte Störmer: „Der Neubau ist kein Prestigeobjekt, der Neubau ist ein absolutes Muss“. Ein langer Weg sei es bis zum Baubeginn gewesen, endlich sei es soweit. Ein Extra-Lob richtete Störmer an „meine Mitarbeitenden im Bauhof“ für ihren Einsatz und ihre kreative Ideen. Von den 70 Mitarbeitern sind 60 in technischen und gärtnerischen Berufen, zehn in der Verwaltung tätig, wie der Pressemitteilung der Stadt Lampertheim zu entnehmen ist. Dominik Stumpf, Niederlassungsleiter von Goldbeck in Hirschberg, informierte die Zuhörer zur Art der Baumaßnahmen und Ausstattungen: Verbaut werden mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit 6.000 Kubikmeter Schotter und 2,5 Kilometer Leitungen und Leerrohre sowie 50 Tonnen Stahl. Die Gebäude werden in Fertigbauweise erstellt. Wärmepumpe zum Heizen und Kühlen, PV-Anlage und Gründach auf über 50 Prozent der Fläche sowie 42 Bäume und eine Grünanlage von etwa 3.620 Quadratmetern runden das Konzept ab. Viel Applaus erhielt Bauhof-Mitarbeiterin und Personalratsmitglied Ivonne Metzner aus der Stadtgärtnerei für ihre Ausführungen. Seit 1999 erlebe sie den Verfall der Bausubstanz, dazu lange und umständliche Wege und auch an den Sozialräumen hapert es. „Wir freuen uns auf moderne Arbeitsplätze, die die Arbeit verbessern“.
Foto: Hannelore Nowacki
Der lange Weg zum neuen Standort
Als Nachteil erweist sich, dass der Bauhof auf einer verfüllten Mülldeponie gebaut war, ein nicht stabiler Untergrund. Als dann vor acht Jahren Risse und Löcher in der Fahrzeughalle am Standort Industriestraße festgestellt wurden, kam es zum Nutzungsverbot und die Diskussionen für den Standort eines Neubaus führten schließlich zum Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Februar 2020, als vermeintlich kostengünstigere Lösung auf dem ehemaligen Gelände von Energieried in der Industriestraße 40 neu zu bauen. Gutachten ergaben jedoch, dass die Fläche hier zu klein sei, mit der Folge höherer Baukosten für mehr Aufwand. Nach leidenschaftlichen Diskussion mit Grundsatzbeschluss im März 2023 im Haupt- und Finanzausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung stimmten die Parlamentarier am 31. März 2023 für den Neubau an der Wormser Landstraße. Zwischenzeitlich hatten sich die lokalpolitischen Machtverhältnisse durch die Kommunalwahl 2021 verschoben, der Koalition von SPD und FDP folgte der Koalitionsvertrag von CDU und Grünen, unterstützt von der FDP in inhaltlicher und strategischer Partnerschaft. Hier sieht Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb (CDU), wie er am Rande des feierlichen Spatenstichs gegenüber dem TiP äußerte, den steuernden Einfluss seiner Partei.
Hannelore Nowacki










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