Informationen rund um das „schwache Herz” im Rahmen der Herzwoche / Mut zur Herzdruckmassage
Keine Angst vor dem Helfen!
Im Rahmen der Herzwoche informierten zahlreiche Kooperationspartner über die Gefahren des „schwachen Herzes” – auch der Ersten Kreisbeigeordnete Diana Stolz (l.) und Dr. Elfi Hoffmann (r.) ist dieses Thema eine Herzensangelegenheit. Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT – Das „schwache Herz” steht im Mittelpunkt der diesjährigen bundesweiten Herzwochen – und wo könnte eine umfangreiche Informationsveranstaltung zum Thema Herz besser stattfinden als in der Bürgerstadt mit Herz? Dies sah die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, für die Gesundheitsvorsorge und Präventionsarbeit eine Herzensangelegenheit sind, genauso und so fand diese am Dienstag im Briebelsaal des Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth statt.
Interessierte Bürger konnten den Blutdruck sowie den Blutzucker messen lassen oder sich über den Hausnotruf informieren. Ein Höhepunkt war die Möglichkeit, sich einmal selbst an der Reanimation auszuprobieren – zur passenden Musik, denn unzählige Titel geben den richtigen Takt zur Herzdruckmassage vor, so etwa „Stayin' alive” oder „Coco Jambo”. Auch eine 4. Klasse der Schillerschule Bürstadt nutzte die Gelegenheit und erhielt im Briebelsaal eine Unterrichtsstunde rund ums Herz.
Vor Ort waren neben dem Kreisgesundheitsamt unter anderem das DRK, eine Kinderärztin, der leitende Notarzt des Kreis Bergstraße Dr. Scheurer, Dr. Herrmann Müller von der Marien-Apotheke, Dr. Elfi Hoffmann, Ärztin in Bürstadt und Mitglied des Gesundheitsnetzwerk GALA e.V. sowie der Chefarzt der Kardiologie des Kreiskrankenhaus Heppenheim, Dr. Wolfgang Auch-Schwelk.
Der Präsident der Landesärztekammer, Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hetzbach, hatte es sich nicht nehmen lassen, zu diesem wichtigen Termin nach Bürstadt zu kommen. „Das Herz ist der Motor des Lebens. Wenn dieser Motor, der pro Minute 5,4 Liter Blut pumpt, aus den unterschiedlichsten Gründen schwächer wird, hat das Folgen für den gesamten Körper und kann sogar lebensgefährlich werden.” Daher gelte es, die Menschen für die Symptome zu sensibilisieren.
„Im Bereich der Prävention sind wir sehr aktiv”, freute sich die Erste Kreisbeigeordnete. „Besonders in Schulen, denn es ist wichtig, mit der jungen Generation anzufangen. Heute haben wir aber Angebote von jung bis alt, dank vieler Kooperationspartner. Und das ist wichtig, denn wir stellen bei den Schuleingangsuntersuchungen fest, dass immer mehr Kinder Übergewicht oder Diabetes haben – hier müssen wir etwas tun, damit das Thema Herzgesundheit Beachtung findet.”
Die Herzwoche geht auf eine Initiative der Deutschen Herzstiftung zurück, erläuterte Dr. Wolfgang Auch-Schwelk. Anfangs sollten die Bürger informiert werden, welche Symptome ein Herzinfarkt aufweist, damit sie die Gefahr erkennen können – „denn jede Minute zählt”, stellte der Kardiologe klar. „Mittlerweile ist die Herzwoche sehr breit aufgestellt und informiert über die Gefahren von Bluthochdruck, Blutfetten, Herzrhythmusstörungen sowie weiteren Herzerkrankungen. In diesem Jahr steht das 'schwache Herz' im Fokus, eine der häufigsten Krankenhauseinweisungen überhaupt.”
Die Bedeutung der Prävention erläutere auch Ulrich Bergmann vom Deutschen Roten Kreuz. „Wir gehen viel in die Schulen, um über 1. Hilfe und gesundheitliche Früherziehung zu informieren. Gerade im Fall der 1. Hilfe ist es von großer Bedeutung, schnell zu handeln. Man muss keine Angst haben, denn man kann nichts falsch, sondern alles nur richtig machen. Und: Rufen Sie lieber einmal zu viel die 112 als einmal zu wenig – denn dann kann es zu spät sein.” Unterstützung erhielt er durch Dr. Scheurer, der hervorhob, dass jeder in der Lage ist, mit einer Herzdruckmassage zu beginnen. „Die Symptome für einen Herzinfarkt sind leider sehr unterschiedlich und nicht immer einfach zu diagnostizieren, sowohl bei deren Stärke als auch deren Charakter.”
„Wir wollen einer gesunden Bevölkerung gesunde Lebensräume bieten. Deshalb haben wir uns ganz bewusst als gesunde, soziale Stadt beworben – mit der entsprechenden Infrastruktur, der ärztlichen Versorgung für alle Generationen von Anfang an und er dazugehörigen Prävention”, betonte Bürgermeisterin Barbara Schader. „Dies ist ein wichtiges Thema, dass nur dank der Zusammenarbeit aller Akteure möglich ist. Denn es gibt nichts wichtigeres, es gibt nur eine Gesundheit.”
Die sofortige Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance. Deshalb gilt: 100 x drücken pro Minute rettet Leben – trauen Sie sich! Benjamin Kloos