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  • Mo., 06. November 2017, 11:06 Uhr
    Vince Ebert präsentierte 426 Zuschauern neues Programm „Zukunft is the Future“

    Keine Angst – Zukunft läuft immer anders ab als geplant

    Kabarettist Vince Ebert führte dem Publikum im Bürgerhaus ein entspanntes Bild von der Zukunft vor Augen, nachdem die Geschichte der Zukunft bereits hinter uns liegt. Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Kabarettist Vince Ebert wurde im Bürgerhaus von über 400 Zuschauern erwartet, die ihn mit großem Applaus begrüßten. Zwar hatte seine unsichtbare Partnerin Val das Publikum mit engelsgleicher Computerstimme zum Klatschen animiert, aber manchmal bedarf es eben nur eines kleinen Anstoßes um aktiv zu werden. Als studierter Physiker ist Vince Ebert an Zahlen interessiert, die er dem Publikum unterhaltsam nahebrachte. Zum Beispiel beim kleinen Partnerspiel. Ausgehend von der exakten Besucherzahl 426 rechnete er dem Publikum anschaulich mit Hilfe seines elektronischen Flipcharts 2.0
    aus, wie viele Singles im Publikum zueinander finden könnten. Zwei Singles spürte er persönlich auf, die allerdings schon verpaart waren und den angebotenen Pausensekt später nicht abholten. Als Wahrsager ohne Glaskugel erwies sich Vince Ebert, als er einen Zuschauer in der ersten Reihe fragte: „Wissen Sie, was ich vorher auf das Flipchart geschrieben habe?“ Seine Antwort: „Nein“. Keine Frage, der Kabarettist aus Amorbach, weiß was kommt, denn genau dieses Wort NEIN war es. Vince Ebert beleuchtete in seinem neuen Programm „Zukunft is the Future“ die Zeit, die entweder „vor uns liegt“ oder wie in anderen Kulturen gedacht, „von hinten anrauscht“, auf amüsante Weise, mit hintergründigen Überlegungen, witzigen Einwürfen und treffsicheren Pointen. Schon in Kindertagen hatte Vince Ebert Kontakt zur Zukunft, wenn er mit seinen Eltern eine „Reise“ von Amorbach ins vierzig Kilometer entfernte Aschaffenburg unternahm. Welche Zukunftsvisionen sind realistisch? Horrorszenarien sind Eberts Sache nicht, sein Publikum durfte sich entspannt zurücklehnen und dabei von der Komplexität der Wirklichkeit überraschen lassen, wie sie Vince Ebert ganz ohne Zukunftsängste und berechnende Algorithmen amüsant zuspitzte. Und schon war die erste Stunde verflogen. Nach der Geschichte der Zukunft, ging Ebert im zweiten Teil nach der Pause einen Schritt weiter – es ging jetzt um die Zukunft der Zukunft. Was die Vorhersagen von Experten angeht, hatte Ebert ein Beispiel parat, das geeignet erschien, jegliche Zukunftsangst zu den Akten zu legen. Fürchteten doch Experten vor 150 Jahren, dass die Städter zukünftig unter mehr Pferdemist zu leiden hätten. Sein Fazit: „Im Rückblick erscheint vieles absurd“. Mit seinen Pointen, die Vince Ebert einstreute, brachte er sein Publikum absichtsvoll zum Lachen. Auf durchgängig allgemeine Erheiterung legte es der Kabarettist hingegen nicht an, zum Beispiel bei seiner lustvollen Erklärung des „Vaterparadoxons“ mit „10 hoch 28 Atomen“, aus denen der Mensch bestehe. Alle Menschen seien zu 99,9 Prozent genetisch völlig gleich, rechnete Ebert vor. Deshalb hätte auch die Bildzeitung damals recht gehabt mit der Meldung „Wir sind Papst“. Ein Schenkelklopfer, der sich wie viele andere unerwartet angeschlichen hatte. Sogar die Frage „angenommen, Sie würden noch sechs Monate leben“ führte letztendlich zu entspannenden Einsichten. Vince Ebert hatte an diesem Freitagabend in zwei unterhaltsamen Stunden überzeugend dargelegt: „Zukunft läuft immer anders als geplant“. Das Publikum dankte ihm mit brausendem Applaus und Zugaberufen. Hannelore Nowacki

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