So., 16.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Fr., 20. Juni 2025, 14:50 Uhr
    KINDERBETREUUNG IN LAMPERTHEIM: Bedarfsplan zwingt Kommune zum Handeln / Bauernhof-Kita Charlottenhof / Neubau Mariä Verkündigung / Anbau Saarstraße

    „Keine Dramatik, aber mit Maß und Ziel“

    Der Bedarf von Familien nach Betreuungseinrichtungen für Kinder stellt auch Lampertheim vor Herausforderungen. Nicht nur, was die Schaffung, auch was die Finanzierung betrifft.
    Foto: 123RF.com

    LAMPERTHEIM – Eltern brauchen Planungssicherheit bei der Betreuung ihrer Kinder. Kommunen sind verpflichtet eine entsprechende Zahl an Einrichtungen mit Plätzen zur Verfügung zu stellen und für Veränderungen in der Entwicklung gewappnet sein. Ein Spagat für die Verantwortlichen, der oft dem Blick in die Glaskugel gleicht. Die Erwartung: Für den zu erwartenden Bedarf ein möglichst passgenaues Konzept vorzuhalten! 

    Marius Schmidt, Erster Stadtrat, informierte über anstehende Beschlüsse im Bereich der baulichen Entwicklung städtischer Kindertagesstätten, den Kita-Bedarfsplan und die Einführung einer Kita-App und skizzierte den Weg bis zu einer erhofften Punktlandung. Zum Auftakt stellte Schmidt aus Erfahrung klar: „Die Kita-Kompaktheit hat es in sich!” Neben der Definition von Standards müssten Quantität, Qualität, Individualität oder Pädagogik und die Verzahnung der Eltern-Kita-Arbeit berücksichtigt werden. Entscheidungen gehe ein langer Prozess in den betreffenden Abteilungen der Verwaltung voraus. Dann folgen Ergebnisse, so der Erste Stadtrat. Darunter falle etwa die Reformierung von Elternabenden, der nun zweimal jährlich in jeder Kita verbindlich sein soll. Darunter ein themenbezogener Abend, wie Zahngesundheit oder Ernährung. 

    App statt „Zettelwirtschaft“

    Um die Kommunikation zu vereinfachen und sich von der „Zettelwirtschaft“ zu verabschieden, setzt die Verwaltung künftig auf eine Kita-App „KIKOM“, die individuell für jede Kita verfügbar sein soll, um den digitalen Austausch und besseren Informationsfluss mit Eltern zu gestalten. Mit dem Online-Anmeldeportal „Little-Bird“ verfügt die Stadt bereits seit 2023 über ein digitales Portal in diesem Bereich.

    Kindertagesstätten-Bedarfsplan

    Ein komplexes Zahlenwerk stellt auch der Kita-Bedarfsplan dar. Vor allem im Hinblick auf die spannende Frage „Wie geht es weiter?“ Die Ausgangslage: 1.319 Kinder in der Gruppe der 3-6 Jährigen und 601 Kinder in der Gruppe der 1-3 Jährigen, verbunden mit dem Trend eines Rückganges im Bereich U3 und der Stagnation im Kita-Bereich. Die Ist-Zahlen liefert das Kreisjugendamt, dann dient der 4-Jahres-Durchschnitt als weitere Planungshilfe und schließlich die Geburtenrate, die das Statistische Bundesamt zur Verfügung stellt.  

    Um die richtigen Weichen zu stellen, so Marius Schmidt, errechnet sich der künftige Bedarf unter Berücksichtigung von Neubaugebieten im Wehrzollhaus, dem Gleisdreieck oder innerstädtisch mit Blick auf rund 52 Wohneinheiten in der Wilhelmstraße. Summa Summarum: Lampertheim prosperiert und besonders im U3-Bereich müssen weitere Kapazitäten zu Verfügung gestellt werden. Selbst wenn in Stadtteilen von sinkenden Zahlen auszugehen wäre, fehlen gesamtstädtisch betrachtet jetzt schon Plätze. „Wir wollen als Stadt familienfreundlich sein, betont Schmidt. „Und dafür müssen wir etwas tun“, fügt Marius Schmidt an. In Hüttenfeld  etwa sei von 3 auf vier Gruppen aufgestockt worden, die Kita Europaring sei durch einen Anbau ebenfalls ganztagstauglich, also mit Essensplatz ausgestattet. Auf ganz Lampertheim bezogen wird dieses Angebot von 70 Prozent der Kinder in Anspruch genommen.

    Bauernhof-Kita Charlottenhof / Neubau Mariä Verkündigung / Anbau Saarstraße

    Dementsprechend sehen die weiteren Planungen aus, für die es bereits Vorlagen gäbe, wie Schmidt erklärt. Dem positiven Beispiel des Waldkindergarten folgend, soll auf dem Charlottenhof Richtung Rosengarten neben einer Wohnstätte für Senioren eine Bauernhof-Kita entstehen. „Die Stadt fungiert dort als Mieter der Kita“, ergänzt der Erste Stadtrat. Unter der Trägerschaft der katholischen Kirche soll zudem auf dem Areal von Mariä Verkündigung in der Hagenstraße ein Kita-Neubau (bis zu 5 Gruppen und eine Krippe) entstehen, den die Stadt realisiert. „Denn die bestehende Kita ist ebenfalls sanierungsbedürftig“, fügt Schmidt an. Dadurch soll auch für die Goetheschule mehr Raum entstehen. In Anbetracht der baulichen Entwicklung im Gleisdreieck und der Zustimmung durch den Kreis als Schulträger vorausgesetzt, wäre das die favorisierte Lösung. 

    Für die Kita Saarstraße ist ein Erweiterungsbau mit Mensa vorgesehen, um die Ganztagstauglichkeit herzustellen. Allerdings geht das mit dem Verlust von zwei Gruppen einher – vor Ort sollen vier Gruppen verbleiben. Die beiden vakanten Gruppen sollen demnach am Graben in Modulbauweise und in direkter Nachbarschaft zur dortigen gleichnamigen Kita beheimatet werden. Träger soll die evangelische Kirche sein, die bauliche Realisierung übernimmt wiederum die Stadt. „Gespräche sind bereits im Gange“, wie Marius Schmidt berichtet. Parallel soll in der Saarstraße durch den Wegfall des Hort-Areals dringend benötigter Raum für das Lessing-Gymnasium geschaffen werden. 

    Neben der Kernstadt liege auch Hofheim im besonderen Fokus. Die Suche nach einer geeigneten Fläche im Stadtteil geht weiter, um das Vorhaben von zwei Kita-Gruppen in Modulbauweise umzusetzen. Unglücklicherweise stünde das Gelände der evangelischen Kirche nicht mehr zur Verfügung, weshalb weitere Prüfanträge laufen. Investitionen in die frühkindliche Bildung seien zwingend nötig, unterstreicht  Marius Schmidt. Diese würden auf Basis des Bedarfsplanes betroffen. „Keine Dramatik, aber mit Maß und Ziel“, beschreibt der Erste Stadtrat die anstehenden Herausforderungen. „Und Kita-Plätze gehören einfach dazu“, verweist Schmidt auf die öffentliche Pflichtaufgabe einer Kommune im Rahmen der Daseinsvorsorge Kita-Plätze bereit zu stellen.

    Steffen Heumann 

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 1