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  • So., 07. März 2021, 14:49 Uhr
    ÖPNV: Verkehrsdezernent Karsten Krug nimmt Anregungen der Stadtteile und des Litauischen Gymnasiums zur Linie 602 entgegen

    „Keine Einschnitte bei Schülerbeförderung zu befürchten”

    Die Schülerbeförderung wird durch die neue Direktverbindung von Lampertheim nach Hüttenfeld ebenso wenig eingeschränkt wie die Anbindung an das Fachmarktzentrum – dies machte Verkehrsdezernent Karsten Krug deutlich. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM/NEUSCHLOSS/HÜTTENFELD – Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Fahrgastbeirates gab es im Zuge der Einführung einer Direktverbindung von Lampertheim Irritationen bezüglich der Zukunft der Linie 602, welche Hüttenfeld und das dortige Litauische Gymnasium mit Neuschloß, dem Fachmarktzentrum in Lampertheim sowie dem Schulzentrum West in der Spargelstadt verbindet. „Dabei wurden Infos weitergegeben, die einer Richtigstellung bedürfen”, erläuterte Verkehrsdezernent Karsten Krug in einer gemeinsamen Videokonferenz mit dem Hüttenfelder Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg, Carola Biehal von der Bürgerkammer Neuschloß, der Vorsitzenden des Fahrgastbeirates, Lara Strubel, sowie Evi Hahl als Vertreterin der Eltern des Litauischen Gymnasiums.

    „Die Busanbindung von Lampertheim nach Heppenheim stellt eine neue Linie dar. Dabei ist es nicht mein Ziel, Angebote wegzunehmen, sondern eine Verbesserung zu erreichen”, stellte Karsten Krug dar. Daher wolle er sich die Wünsche und Forderungen der betroffenen Stadtteile und der Eltern vor dem Hintergrund, was aufrecht erhalten werden soll, anhören.

    Carola Biehal stellte klar, dass „die Menschen sehr überrascht von den Meldungen aus dem Fahrgastbeirat waren. Die 602 ist eine ganz wichtige innerstädtische Linie, da sie den Schulbeförderverkehr gewährleistet, sowohl zum Litauisches Gymnasium als auch zum Schulzentrum in Lampertheim. Wichtig für Neuschloß ist, dass die Schulbeförderung in jeglicher Weise gesichert ist.” Darüber hinaus konnte erreicht werden, dass das Fachmarktzentrum mit anschlossen wird, so dass dieses sowohl von Hüttenfeld als auch von Neuschloß aus direkt erreichbar ist. „Dies ist für die Bevölkerung sehr wichtig, gerade für ältere Mitbürger. Die Linie wird genutzt und das wollen wir beibehalten”, stellte Carola Biehal klar. Bezüglich des Ulmenweges sollten nicht mehr Busse durch dieses fahren, „aber die bestehende und gut funktionierende Bushaltestelle sollte mit sensiblen Planungen aufrecht erhalten werden, gerade für Schüler und ältere Mitbürger. Es

    können weniger Busse in diesem Bereich werden, aber die Anbindung darf nicht wegfallen”, so Carola Biehal, die betonte, dass „wir uns eine offene Diskussion wünschen. Die Linie nach Heppenheim freut uns außerordentlich, aber es kann nicht sein, dass dafür eine andere Linie wegfällt. Ein halbstündiger Takt wäre möglich, wenn alles andere gewährleistet ist, aber darüber muss man reden und es muss ein Plan erstellt werden. Wir wollen vom Auto zurück zu ÖPNV und einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen, da kann nicht eine Linie gestrichen werden.”

    Für Lara Strubel, Vorsitzende des Fahrgastbeirates, ist die entstandene Irritation in erster Linie ein Kommunikationsproblem. „Durch die Darstellung im Fahrgastbeirat kamen Bedenken auf, dass der Bus nicht mehr an das Schulzentrum West angebunden wird und die Schülerinnen und Schüler dann an Wormser Straße aussteigen müssen. Dies kann nicht in unserem Interesse sein. Ich bin generell froh, dass die Linie nach Heppenheim kommt, es ist schade, dass diese erfreuliche Nachricht so in den Hintergrund rückt. Wir müssen daher eine  Lösung finden. Es ist eine Verbesserung, dass es einen Halbstundentakt gibt, dieser darf aber  nicht zulasten des bestehenden Angebotes gehen.”

    Der Ortsvorsteher von Hüttenfeld, Karl-Heinz Berg, betonte, dass Fahrzeiten beibehalten bleiben müssen, da diese an die Schulzeiten angepasst sind. Dies bestätigte auch Evi Hahl vom Elternbeirat des Litauisches Gymnasium. „In unserer Schule ist alles auf die Linie 602 ausgerichtet, gerade auch die Schulanfangszeiten. Daher muss diese unbedingt erhalten bleiben. Die Linie 644 fährt morgens hinter der  602, kommt aber für unsere Schüler zu spät!”

    Karsten Krug freute sich über die Resonanz und Anregungen: „Es ist der richtige Weg, miteinander zu sprechen. Es war der Wunsch, dass wir den wichtigen Lückenschluss zwischen Lampertheim und Heppenheim hinbekommen, dies ist im Nahverkehrsplan so anerkannt worden. Auch die VTL hat eine Stellungnahme zum Nahverkehrsplan abgegeben, in der sie vorschlägt, die Verbindung in die Zuständigkeit des Kreis Bergstraße zu geben. Synergieefffkete zwischen den einzelnen Linien waren dabei schon frühzeitig ein Thema, auch seitens der Stadtverwaltung. Wir haben auf Grund des Nahverkehrplan den Auftrag erteilt, ein Konzept zur Linie Lampertheim - Heppenheim zu erarbeiten. Dieses Konzept wurde der Stadt und der VTL vorgelegt und um eine Stellungnahme gebeten. Wir haben anschließend die Rückmeldung bekommen, dass die Präsentation geprüft und Rückmeldung gegeben wird”, erläuterte der Verkehrsdezernent und machte deutlich: „Das Ziel ist eine einvernehmliche Regelung. Der Vorschlag des Kreises sah vor, die Linie 642 halbstündig nach Heppenheim und Viernheim zu teilen. In der Präsentation war aufgeführt, dass es parallel verlaufende Fahrten der 602 gibt, die dann entfallen könnten. Dies war wohl der Ausschlag für die aktuelle Diskussion. Klar ist: Das Schulzentrum wird auch weiterhin bedient, die Schülerbeförderung wird auf jeden Fall weiter gewährleistet, auch an das Litauische Gymnasium. Und auch das Fachmarktzentrum wird weiter angebunden sein.” Bezüglich des Ulmenweg sei man derzeit noch in der Diskussion.

    Gleichzeitig kritisierte der Verkehrsdezernent die VTL: „Die Kommunikation der VTL hat mir nicht gepasst, es kann nicht sein, dass mit den Bedenken der Bürger gespielt wird! Dies ist nicht zielführend, wir sollten eine einvernehmliche Lösung finden. Zumal wir noch keine schriftliche Antwort der Stadt auf die Präsentation vorliegen haben. Wir versuchen, möglichst viele der genannten Punkte mit einzubeziehen, vieles ist bereits eingeplant oder soll noch eingeplant werden. Die finanzielle Bewertung ist jedoch ebenfalls sehr wichtig. Aber ich möchte das Signal senden, dass wir die Bedenken im Blick haben und diese zum großen Teil bereits gelöst sind. Und auch Hüttenfeld wird natürlich an die neue direkte Linie nach Heppenheim angebunden.” Benjamin Kloos

     
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