Freiwillige Feuerwehr und SG Nowa halten Tradition der Wattenheimer Kerwe hoch und gestalten das viertägige Programm
Kerwevadder Klaus Ruppert sorgt für Gelächter
Trinksprüche und musikalische Einlagen flankierten die Kerwerede vom diesjährigen Kerwevadder Klaus Ruppert. Foto: Eva Wiegand
WATTENHEIM – An vier Tagen feierte der Ortsteil Wattenheim am vergangenen Wochenende seine diejährige Kerwe mit allem drum und dran und bei herrlichstem Wetter. Die beiden ausrichtenden Vereine, Freiwillige Feuerwehr und SG Nowa, hatten sich wieder eifrig ins Zeug gelegt und mit leckerem Essen an allen Tagen und einem Partyzelt samt DJ Musik an Samstag und Sonntag für musikalische Unterhaltung gesorgt. Kotelett-Essen und Schnitzel-Abend, aber auch der Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr lockte die Besucher an. Am Montags übernahm die SG Nowa Regie und lud zur Kerwerede ein. Denn nach einem „kerwevadderlosen“ 2018 freute sich der Ortsteil besonders, mit Klaus Ruppert, der nicht nur in der AH-Mannschaft der SG Nowa spielt, sondern seit einigen Jahren auch der Mundart-Theatergruppe der SG Nowa, den Dollbohrern, angehört, wieder jemanden gefunden zu haben, der die Geschehnisse aus dem Ort aufs Korn nimmt. Mit spitzer Feder hat Simone Geschwind die Kerwerede verfasst, die der Kerwevadder am Montagmorgen schließlich feierlich verkündete. Begleitet von den diesjährigen Kerweborsch Justin, Philipp, Austin und Marc zog Kerwevadder Klaus Ruppert ein und begrüßte die Gäste bei der SG Nowa mit einem ersten Trinkspruch: „Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd. Uff der Kerb is des umgekehrt.“ Auch Bürgermeister Felix Kusicka hatte Platz genommen und wurde besonders herzlich empfangen: „Wo isser der Felix? Ihr habt ja modags frei, gell?“ Und dann ging es auch schon los: Die Kerwerede begann mit einer Geschichte von „einem der auszog, um uffs Monemer Oktoberfest zu gehe“ natürlich mit Bus und Bahn, um den Führerschein nicht zu verlieren. Auf der Rückfahrt fielen ihm aber die Augen zu, so landete er leider nicht in „Bibbels“, sondern in Mosbach und musste dort eine kalte Nacht verbringen. Thema war auch die vielen Einsätze der Feuerwehr in diesem Jahr. Bei einem Einsatz in der Viktoriastraße in „Bibbels“ war die Straße allerdings so eng, dass die Feuerwehr zwei Autos beschädigte: „Age zu un dorschgezwängt!“
Am Sonntag zeigte die Jugendfeuerwehr Wattenheim ihr Können. Foto: Björn Habel
Auch die große Nachfrage nach E-Bikes beschäftigte den Kerwevadder, die gleich zu mehreren in Feldrandlage von Wattenheim verschunden seien. „Bese Buwe gibt’s a in Wattre“, stellte der Kerwevadder hierzu fest. Ebenfalls Thema war die anstehende Bürgermeisterwahl im Oktober mit vier Kandidaten. „Nun derfs die Demokratie entscheide, wie bunt wolle mer uns in de Welt zeige....Geht wähle am 27. Oktober un seid debai, denn nur wer gibt sei Stimm an dem Tach, kann sich a beschwere danach“, stellte der Kerwevadder klar. Schließlich rief er die Besucher auch dazu auf, die Kerwetradition nicht sterben zu lassen, zusammenzurücken, zu helfen und zu unterstützen. „Je mehr mit anpacken, um so kleiner werden die Brocken. Die Feschde mache doch erscht das Dorfleben schee.“ Dann galt es nach der Taufe, noch den Kerwekranz aufzuzstellen – diesen Part übernahmen die Kerweborsch. Eva Wiegand