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Mo., 06. April 2020, 18:39 Uhr
Palmsonntag in der katholischen Pfarrgruppe: KFD-Frauen spenden Verkaufserlös für Kirchensanierun
Kerzen und Zweige erfreuen sich großer Beliebtheit
Am Palmsonntag konnten an den katholischen Kirchen in Bürstadt Palmzweige abgeholt werden – natürlich unter den gegebenen Sicherheitsvorkehrungen. Foto: Petra Gahabka
BÜRSTADT – Die aktuelle Situation macht auch vor Gottesdiensten und christlichen Traditionen nicht halt. Am Palmsonntag, der erste Tag der Karwoche, der an den Einzug von Jesus in Jerusalem erinnert, feierte Pfarrer Peter Kern in der St.-Michael-Kirche alleine Messe. Die gesegneten Palmzweige konnten im Anschluss auf dem Kirchplatz abgeholt werden.
„Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass möglichst wenige Menschen dem Risiko einer Infektion mit dem Coroan-Virus (Covid 19) ausgesetzt sind. Deshalb finden ab sofort vorerst keine Gottesdienste statt“, ist an den Eingangstüren zu lesen. Die Menschen, die alleine oder paarweise in der Sonne vor dem Gebäude warten, halten Abstand zueinander, manche tragen einen Mundschutz oder haben sich ein Tuch vors Gesicht gebunden. Ein kurzes „Ah“ geht durch die Reihen als kurz vor halb zwölf in einer der großen Holztüren Küsterin Anja Reischert mit einem Korb voller Palm- beziehungsweise Buchszweigen erscheint, den sie in der Mitte des Kirchplatzes abstellt. Einzeln gilt es nun heranzutreten und sich zu bedienen, jeder wartet geduldig bis er dran ist. Dasselbe Bild eine Stunde später vor der Kirche St. Peter, die auch zur katholischen Pfarrgruppe gehört. Die Bewohner des Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth bekommen wie immer die gesegneten Zweige am Montag gebracht, aufgrund der aktuellen Situation allerdings vor der Tür abgestellt.
Zusätzlich werden am Sonntagvormittag in St. Michael noch Osterkerzen der KFD-Frauen, die Abkürzung steht für Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, zum Verkauf angeboten. Zirka 120 Wachslichter habeneinige fleißige Bürstädterinnen mit Motiven wie Kreuz, Fisch, Taube, Lamm, Rebe oder Palmkätzchen verziert – jedes ein Unikat. Dass die Kerzen, die pro Stück 4 Euro kosteten, innerhalb kurzer Zeit ausverkauft sind, damit hat niemand gerechnet. „Wir haben gedacht, wegen dem Virus bleiben wir auf unseren Kerzen sitzen“, freut sich Annerose Bechtloff, die auch Mitglied im Pfarrgemeinderat ist, über die große Nachfrage, manche hätten sogar sechs, sieben Kerzen mitgenommen. Das Material haben die KFD-Frauen auch dieses Mal wieder gespendet, der Verkaufserlös kommt der Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Michael zugute. „Der zweite Bauabschnitt ist bewilligt, die Ausschreibungen sind gemacht“, merkt Pfarrer Kern an, der davon überzeugt ist, dass die Sanierungsarbeiten noch in diesem Jahr beginnen.
Um den Menschen die Möglichkeit zum persönlichen Gebet zu geben, ist die Pfarrkirche bis auf Weiteres tagsüber geöffnet, Davon macht der ein oder andere Palmzweig-Abholer auch Gebrauch, die Einhaltung des Mindestabstands ist hier ja kein Problem. Vor dem Altar steht ein großes Holzkreuz, das Pfarrer Kern am Morgen stellvertretend für die Kinder in die Kirche getragen hat. An die Holzbalken haben Gemeindemitglieder Zettel mit Texten und Fürbitten geheftet. „Sonst ist das Kreuz in der Marienkapelle“, erklärt Anja Reischert. Aber aktuell ist eben vieles nicht wie sonst. In den Bänken hängen Bilder vom Einzug Jesu in Jerusalem, gemalt von den Messdienern und Kommunionkindern. Das fülle die leere Kirche etwas mit Leben und sei auch schöner für den Pfarrer sowie die Besucher, findet die Küsterin. Wer Lust hat zum Thema Ostern ein Bild zu malen, der könne das gerne tun und in den Briefkasten des Pfarrbüros werfen. Petra Gahabka