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  • Do., 25. August 2022, 12:22 Uhr
    KINDERRECHTE: „Kummerkasten“ im Stadtpark für Ideen, Wünsche, Meinungen und Kritik

    Kinder aufgepasst! Jugendbeirat hofft auf viele Mitteilungen

    Der „Kummerkasten“ im Stadtpark an prominenter Stelle soll Wünsche und Ideen sammeln, die Kinder anonym aufschreiben. Arne Jaedke (links), Vorsitzender des Jugendbeirats, hat den Schlüssel bekommen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Sechs Sandsteinpfeiler im Stadtpark in der Nähe des Hügels stehen symbolisch für die Kinderrechte in der Stadt, zwei Pfeiler geben dem bunten „Kummerkasten“ Halt, der am Mittwoch im Rahmen der Ferienspiele bei den Technischen Betriebsdiensten der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Erster Stadtrat Marius Schmidt begrüßte die große Zuschauerrunde mit Kindern der Ferienspiele im Stadtpark, Mitgliedern des Jugendbeirats, Jugendförderung und Mitarbeitern der Technischen Betriebsdienste mit Leiterin Sabine Vilgis, die diese Anlage aufgebaut haben.

    Nun haben alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich ganz unkompliziert an der Meinungsbildung in der Stadt zu beteiligen und damit Verbesserungen und Neues bewirken zu können. Einfach einen Zettel oder Brief mit Ideen, Wünschen und Kritik einwerfen. Auch Meckern darf man, denn auch das ist eine Meinung. Wie auf der erklärenden Schrifttafel zu lesen ist, soll kein Nachname und keine Adresse aufgeschrieben werden, die Mitteilungen sollen anonym sein. Wer sich bei einem Thema oder Projekt selbst einbringen will und eine direkte Antwort möchte, schreibt dem Jugendbeirat eine E-Mail an die Adresse jugendbeirat@lampertheim.de. Den „Kummerkasten“-Schlüssel hat Manfred Scholz, Fachdienstleiter für Bildung, Jugend und Kultur bei der Stadt Lampertheim, dem Vorsitzenden des Jugendbeirats Arne Jaedke übergeben, denn im Jugendbeirat sind die kompetenten Experten für alles versammelt, was junge Menschen bewegt. Zurzeit hat der Jugendbeirat 14 Mitglieder, die in ihrer zweijährigen Amtszeit viele eigene Ideen umgesetzt und Projekte angestoßen haben, wie der Erste Stadtrat anerkennend hervorhob. Im September sind wieder Wahlen, wählbar und wahlberechtigt sind Jugendliche im Alter von 11 bis 19 Jahren.

    Lampertheim darf sich mit der Verleihung des Siegels des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“ seit Februar 2021 offiziell „Kinderfreundliche Kommune“ nennen. Kinderrechte und Kinderfreundlichkeit sind schon länger ein Anliegen der Lokalpolitik und Stadtverwaltung. Am Anfang stand der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 2018 zur Teilnahme, 2020 wurde eine Steuerungsgruppe gebildet, ein Zielfindungsworkshop fand statt und noch im gleichen Jahr wurde der Aktionsplan unter Mitwirkung des Jugendbeirats erarbeitet und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Zum Aktionsplan gehört der „Kummerkasten“, der Kinder ermuntern soll, sich an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen und die Erwachsenen für das Thema Kinderrechte sensibilisieren soll. Ursprünglich ging die Initiative von UNICEF und dem deutschen Kinderhilfswerk aus.

    Der 18-jährige Jugendbeiratsvorsitzende Arne Jaedke hofft auf rege Nutzung des „Kummerkastens“, um Herzenswünsche besser aufnehmen zu können. Neben den steinernen Pfeilern war ein Kinderrechte-Baum gepflanzt, der wurde mutwillig zerstört, teilte Erster Stadtrat Schmidt mit, ein neuer Baum sei bestellt und werde im Herbst gepflanzt. Den „Kummerkasten“ werde die Jugendförderung bei Veranstaltungen und Treffen mit Kindern weiter bekannt machen, kündigte Scholz an.

    Hannelore Nowacki

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