Fr., 21.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 25. März 2021, 15:44 Uhr
    GOETHESCHULE: Schulweg nicht nur sicherer, nach Graffiti-Aktion auch schöner

    „Kinder haben das Recht auf einen sicheren Schulweg“ 

    Sprühen nach den Regeln der Graffiti-Kunst war an der langen weißen Mauer in der Jakobstraße angesagt. Im Bild (von links): Graffiti-Künstler Tobias Kilian (Künstlersignatur RISEone), Bürgermeister Gottfried Störmer, Pfarrer Christian Rauch, Uwe Becher (Leiter der Ordnungsbehörde), Sabine Vilgis (Leiterin der Technischen Betriebsdienste), Manfred Scholz (Jugendförderung) und Erster Stadtrat Marius Schmidt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Hier geht es zur Schule – das aufgemalte Hinweisschild auf der bislang vollkommen weißen Mauer in der Jakobstraße weist den Weg zur Goetheschule. Die lange Mauer ist jetzt ein Kunstwerk mit gemalten Kinderfiguren, schönen Blumen, bunten Zahlen und Buchstaben. Graffiti-Künstler Tobias Kilian hatte von der Stadt Lampertheim den Auftrag bekommen, diese lange weiße Mauerfläche zwischen der neu eingerichteten Elternhaltestelle am Alfred-Delp-Platz und der Goetheschule attraktiv zu gestalten. Die gemalten Kinderfiguren werden auch in der neuen Broschüre „Sicherer Schulweg Goetheschule“ vorkommen, die nach den Osterferien herauskommen soll. Die Umrisse hatte Graffiti-Künstler Kilian in geschwungener und gerader Ausführung vorgegeben, für die Ausmalung hatten sich zahlreiche Helfer zur Verfügung gestellt. Das planende Team sind Projektbeauftragte Katja Stotz-Sen von der Ordnungsbehörde und Polizeioberkommissarin Christina Wegerle, die auch Schutzfrau vor Ort ist, und bei der Graffiti-Aktion mit dem Leiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim Matthias Seltenreich dem eifrigen Treiben an der Mauer zusahen. Bei allerschönstem Frühlingswetter mit Sonne und blauem Himmel ging es mit ungezählten Sprühdosen ans Werk, die Kilian im Kofferraum mitgebracht hatte. Auf einer transparenten Folie übten sich die hochmotivierten Helfer unter Aufsicht zunächst in der hohen Kunst des gesprühten Farbauftrags, dann durften sie die echten Motive aussprühen. Wie Bürgermeister Gottfried Störmer und Erster Stadtrat Marius Schmidt hatten auch die anderen Beteiligten offensichtlich einen Riesenspaß. Höchst konzentriert waren sie bei der Arbeit, während der Künstler ab und zu Tipps zum kunstgerechten Sprayen gab. „Kräftig schütteln“, war so ein Hinweis. Mit großer Freude arbeitete Ordnungsamtsleiter Uwe Becher am Schriftzug auf der vorbereiteten Schultafel: „Kinder haben das Recht auf einen sicheren Schulweg“ schrieb er mit roter Farbe vor, um diese Botschaft anschließend mit einer Umrandung zu betonen. Große Sorgen um das künstlerische Gelingen musste er sich nicht machen, er schrieb auf Plastikfolie, der Künstler würde später selbst sprühen. Die Aktion an der kirchlichen Mauer war möglich, weil der Kirchenvorstand von Mariä Verkündigung dem Anliegen der Stadt Lampertheim zugestimmt hatte. Pfarrer Christian Rauch bewies selbst künstlerisches Geschick mit der Sprühdose. Schulleiterin Christine Paz sprühte ebenfalls unermüdlich, während Jugendförderer  Manfred Scholz die Aktion vor allem fotografisch für die Stadt Lampertheim festhielt. Dabei war Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste, und dann auch die Kinder der Gruppe A aus der Klasse 4 d mit ihrer Klassenlehrerin Claudia Streng, die gar nicht streng ist, wie die Kinder umgehend erklärten. Paul habe die Idee gehabt bei der Malaktion vorbeizuschauen, erzählte sie, und alle seien begeistert gewesen. Das waren sie auch, als Bürgermeister Störmer ihre Meinung zu dieser Aktion erfragte. Jubel kam auf, als die Kinder eingeladen waren auf der Plastikfolie das Malen mit Sprühdosen auszuprobieren. Kräftig geschüttelt, dann ging’s los. Erster Stadtrat Schmidt betonte, dass Kinder in Lampertheim eine große Rolle spielen, was sich auch im Stadtbild abbilden solle. Hannelore Nowacki

    Information

    Das Projekt „Sicherer Schulweg“ hat die Stadt Lampertheim im Rahmen von KOMPASS (KriminalProgrammSicherheitsSiegel) auf den Weg gebracht, nachdem bei der Bürgerbefragung vor einem Jahr die Schulwegsicherheit bemängelt wurde. Polizei und Ordnungsbehörde haben an der Goetheschule bei zwölf Kontrollen zu Unterrichtsbeginn und –ende Gefahrensituationen an der Fußgängerampel Hagenstraße/Brunhildenstraße durch die zahlreichen „Elterntaxis“ festgestellt. Durch die Einrichtung der Elternhaltestelle in der Jakobstraße in Höhe des Alfred-Delp-Platzes wurde die Lage entschärft. Bei der Einweihung markierten Schulkinder zusätzlich Fußabdrücke auf dem Gehweg. 

    Vom Verein „Kinderfreundliche Kommune“, eine gemeinsame Initiative von UNICEF und deutschem Kinderhilfswerk, wurde die Stadt Lampertheim mit dem Siegel ausgezeichnet. Ein Aktionsplan mit Beteiligung des Jugendbeirats und verbindlichen Zielen wurde vorgelegt, zuvor bestätigt von der Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2020. Bereits 2018 hatten die Parlamentarier mehrheitlich die Teilnahme beschlossen.   

    Begeisterte Zuschauer aus der Klasse 4d der Goetheschule mit ihrer Klassenlehrerin, die bei der Graffiti-Aktion mitmachen durften. Foto: Hannelore Nowacki

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 1