FERIENSPIELE: Zehn Schüler griffen zur Farbdose in der Unterführung am Bahnhof
„Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt“ künstlerisch festgeschrieben
Beim Graffiti-Workshop im Rahmen der Ferienspiele bewiesen die teilnehmenden Schüler Kreativität, fachkundig angeleitet von Graffiti-Künstler Tobias Kilian. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Graffiti-Kunst in der Unterführung am Bahnhof hat schon während ihres Entstehens am vergangenen Donnerstag und Freitag die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Im Blick steht die wichtige Aussage in dicken Buchstaben: „Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt“. Graffiti-Künstler Tobias Kilian, bekannt unter dem Künstlernamen Rise One, hat die zehn Schüler, die am zweitägigen Workshop im Rahmen der Ferienspiele der Jugendförderung der Stadt Lampertheim für über Zwölfjährige kostenlos teilnahmen, in die Techniken eingeführt und mit Tipps versorgt. Die Jungen hatten nicht nur Spaß an ihrem kreativen Tun, sie haben mit ihrem Einsatz zugleich einen Angstraum verschönert. Weniger Angst hat man nämlich erwiesenermaßen, wenn die Umgebung wie in einer Unterführung schön bunt und ansprechend gestaltet ist. Das hat die KOMPASS-Befragung ergeben, an der sich viele Lampertheimer zu Fragen der Sicherheit beteiligt und die Bahnhofsunterführung als den schlimmsten Angstraum bezeichnet hatten. Katja Stotz-Şen, beim Ordnungsamt zuständig für die Koordination der KOMPASS-Aktionen, war selbst vor Ort und von der bunten Gestaltung begeistert. Gegenüber dem TIP betonte sie, dass es in Lampertheim im Verbund mit der Sicherheit auch um die Kinderrechte als Kinderfreundliche Kommune gehe. An einigen ausgewählten Stellen in der Stadt sind die Kinderrechte bereits als Graffiti aufgesprüht wie letztes Jahr beim Workshop mit dem Jugendbeirat im Stadtpark zur Verschönerung des Toilettenhäuschens. Auch dort galt es einen Angstraum angenehmer zu gestalten und zugleich auf ein Kinderrecht aufmerksam zu machen. Warum nur Jungen am Workshop teilnahmen, sich kein einziges Mädchen angemeldet hatte, war nicht erkennbar.
In Teamarbeit entstand das viele Meter lange Graffiti-Kunstwerk. Foto: Hannelore Nowacki
Graffiti-Künstler Kilian hatte eine riesige Auswahl an Farben mitgebracht, zuvor hatte er grob die Motive vorgemalt und Umrisse skizziert. Welche Fähigkeiten brauchten die Schüler für diese Aktion? Kilian hatte eine kurze Antwort parat: Kreativität und Konzentration. Lesbar müssen die Wörter sein, auf Details und Feinheiten war zu achten. „Buchstaben richtig schön dick und groß aufsprühen“, machte er immer wieder einmal deutlich. Dabei kommt es auch auf die verschiedenen Dosenaufsätze an, die jeweils nötig sind. Katja Stotz-Şen sieht für die gegenüberliegende Wandfläche eine Chance auf Verschönerung im nächsten Jahr. Hannelore Nowacki