ASTRID-LINDGREN-SCHULE: 241 Kilometer bei Sponsorenlauf und 6.000 Euro Gewinn
Kinder machen Kindern im Ahrtal ein Geschenk
Für die Kinder im Ahrtal gehen 2.500 Euro als Spende der Kinder der Astrid-Lindgren-Schule an den Verein „Bergstraße und Umgebung hilft dem Ahrtal“, der schon die Weihnachtspakete für die von der Flut betroffenen Kinder gepackt hat und sie selbst überbringt. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Auf dem Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule war die Pause zu Ende, aber bevor es zurück in die Klassenzimmer ging, umringten die Kinder nach Klassen geordnet im riesigen Halbkreis den Platz der Siegerehrung. Dort hielt Sportkoordinatorin Ania Zeymer auf erhöhter Position eine begeisterte Rede zum Sponsorenlauf, der diesmal trotz Corona am 11. November stattfinden konnte. Lehrerinnen liefen auch mit, aber die Kinder seien die Hauptdarsteller gewesen und das haben sie richtig gut gemacht, lobte Zeymer die jungen Sportasse. Großer Jubel bei der Klasse 3a, als sie für die meisten Runden ein Päckchen für die ganze Klasse in Empfang nahmen. Insgesamt sind die Kinder 1.722 Runden gelaufen. Durch die Sponsoren, die jedes Kind in der Familie, unter Freunden und bei Geschäftsleuten gesucht hatte und zum Spenden gewinnen konnte, waren 6.075 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. Für Kinder ohne Sponsoren sprangen die Freien Wähler Bürstadt mit ihrer 150-Euro-Spende ein, die Holger Halkenhäuser und Ortsvorsteherin Svenja Halkenhäuser überbrachten. „Wie viele Kilometer seid ihr gelaufen?“ Auf Ania Zeymers Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten war wie sich zeigte, flogen viele Finger in die Höhe und Zahlen schwirrten über den Schulhof. „Mehr, mehr“ rief sie den Kindern zu. Genau 241 Kilometer machte die gelaufene Gesamtstrecke aus, jede Runde dauerte 20 Minuten. Als Belohnung überreichte Ania Zeymer den Siegern aus allen acht Klassen von 1 bis 4 einen Nikolaus aus Schokolade. Den Kollegen und Eltern, die beim Sponsorenlauf geholfen hatten, dankte sie ebenso wie Rewe Rodriguez für die gespendeten Erfrischungen. Alles war ein wenig anders gewesen als in den Jahren vor der Corona-Krise, das sonst alljährliche Sportereignis wurde nach reiflicher Überlegung etwas später im Jahr ausgetragen, die Runden waren kleiner und führten nicht über den Schulhof hinaus, wie die kommissarische Schulleiterin Dagmar Arzberger der Presse am Dienstagmorgen vor der Siegerehrung erzählte. Und warum haben sich die Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule so angestrengt? Maja meldete sich: „Weil wir den Flutkindern ein Geschenk machen wollten“. Den großen Scheck mit der Summe von 2.500 Euro für die Kinder im Ahrtal übergaben Carlotta und Charlotte dem 2. Vorsitzenden Hans-Peter Ott und Vorstandsmitglied Isabel Sauvonett des Bensheimer Vereins „Bergsträßer Unternehmer helfen im Ahrtal“, der im Ahrtal direkt vor Ort mit Sachspenden und Einsatz den Menschen selbst hilft. Von dort hatten sie Wunschzettel von Schulkindern bekommen, mit Sachen, die sie in der Flut verloren hatten. Der Verein hat schon für Kinder im Ahrtal eingekauft und 78 Pakete gepackt, die als Weihnachtsaktion hingefahren werden. Der andere Teil der Sponsorengelder kommt der Astrid-Lindgren-Schule zugute, dafür werden neue Spielgeräte und drei neue Bewegungsfahrzeuge mit Fußantrieb angeschafft. Der neue Basketballkorb ist schon da. Darüber hatten die Klassenräte beraten und entschieden, dann befasste sich noch das Schülerparlament mit der Verwendung der Gelder. Das letzte Wort haben Schulleitung und Lehrer, erklärte Schulleiterin Dagmar Arzberger. Am Vortag, das war der Nikolaustag, war der von Edeka Krebs geschickte Nikolaus mit guten Gaben des Elternbeirats gekommen, wie die Schulleiterin und die Vorsitzende des Elternbeirats Nicole Lewald dankbar berichteten. Für die Gaben in den Jutesäcken für jede Klasse, gefüllt mit Tütchen für jedes Kind, hatte der Elternbeirat 300 Euro spendiert. Auf den Verein „Bergstraße und Umgebung hilft demAhrtal“ war Schulleiterin Arzberger durch Flyer aufmerksam geworden, die in Bensheim verteilt wurden. Der Verein habe sich bei fünf Bauobjekten im Ahrtal engagiert und 80.000 Euro für neue Heizungen und Fenster investiert, drei seien bereits fertig, berichtete Ott im Gespräch mit dem TIP. Über vierzig Firmen seien Mitglied und es gebe ein Spendenkonto. Zu Beginn ihrer Hilfsaktionen hätten sie festgestellt, dass alles zentral abgeliefert werden musste, daher habe man beschlossen den Menschen direkt vor Ort zu helfen.Hannelore Nowacki