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  • Mi., 25. November 2020, 10:38 Uhr
    SICHERER SCHULWEG: Projekt im Rahmen von Kompass gestartet / Für jede Schule soll Schulwegplan erstellt werden

    „Kinder sollten zu Fuß zur Schule gehen – dies aber sicher!”

    In der Hagenstraße machen liebevoll und bunt gestaltete Figuren rund um die Goetheschule auf die Tempo 30-Zone aufmerksam – damit die Schülerinnen und Schüler sicher zur Schule kommen. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Wie kommen Kinder sicher zur Schule, welches ist der beste Schulweg und welche Gefahrenstellen können und müssen beseitigt werden? Diesen und vielen weiteren Fragen widmet sich das Projekt „Sicherer Schulweg”, dass im Rahmen des Großprojektes KOMPASS an allen Lampertheimer Schulen durchgeführt wird. Nach dem erfolgreichen Start an der Schillerschule Lampertheim findet das Projekt derzeit auch an der Goetheschule statt – alle weiteren Schulen in Lampertheim sollen folgen.

    „Ziel von KOMPASS ist nicht nur die Kriminalitätsprävention, sondern auch das allgemeine Sicherheitsgefühl. Wir haben zahlreiche Rückmeldungen bezüglich des Verkehr und der Schulwegsicherheit erhalten und wollten diese nun verstärkt in den Fokus nehmen”, erläuterte Uwe Becher, Leiter des Fachbereichs 30 der Stadtverwaltung Lampertheim am Dienstag im Rahmen eines Video-Pressegesprächs. 

    Katja Stotz-Sen, im Fachbereich 30 für die Kriminalprävention zuständig, stellte das Projekt ausführlich vor: „Wir würden gerne an jede Schule in Lampertheim und den Stadtteilen gehen und gemeinsam mit den Schulen die sicheren Schulwege planen. In einem Zeitraum von circa vier Monaten  pro Schule soll hierbei jeweils eine Schulweg-Broschüre erstellt werden. Hierfür sind an jeder Schule genaue Analysen zu erstellen und gemeinsam mit der Schulleitung eine gute Strategie für den sicheren Schulweg zu erarbeiten. In diese Arbeit fließen vor allem die Bedürfnisse der Eltern und Schülerinnen und Schüler ein. Diese werden aktiv mit in die Erstellung der Broschüre mit einbezogen.” 

    Elternbefragung und Aufklärung vor Ort

    Gestartet wird jeweils mit einer zweiwöchigen Elternbefragung. Hierbei können diese den Schulweg der Kinder auf einer Karte eintragen und Gefahrenstellen benennen sowie Anmerkungen machen, wie das Kind zur Schule kommt – ob zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Auto. „Wir wollen wissen, was den Eltern am Herzen liegt und so mögliche Gefahrenstellen abbauen”, so Katja Stotz-Sen. Die Daten werden durch den Fachbereich 30 analysiert und zusammengetragen und falls möglich werden auch Verbesserungen vorgenommen, etwa durch das Setzen von Grenzmarkierungen und Pfosten oder der Entwicklung von Eltern-Haltestellen. Rund um die Goetheschule wurden beispielsweise bereits mehrere große Figuren angebracht, die Autofahrer darauf aufmerksam machen sollen, dass in der Hagenstraße Tempo 30 gilt. Gemeinsam mit der Schulleitung wird bereits im Vorfeld eine Analyse der Schulwege gemacht. Hier wird besonderes Augenmerk auf die Verkehrssituation mit den Eltern Taxis gelegt und Lösungsvorschläge erarbeitet um diese Gefahrensituation einzudämmen. 

    Ergänzend hierzu erfolgen in den Stoßzeiten vor und nach der Schule Kontrollen sowohl in Zivil als auch in Uniform. „Dabei machen wir darauf aufmerksam, wo sich Elterntaxis hinstellen können ohne den Verkehr zu behindern oder zu gefährden. Auch an der Ampel vor dem Stadthaus haben wir bereits mehrfach kontrolliert, da hier auch viele Radfahrer unterwegs sind”, erläuterte Katja Stotz-Sen. „Was uns immer wieder weh tut, ist, dass wir Eltern daran erinnern müssen, dass die Kinder angeschnallt sein müssen. Häufig nutzen diese auch keine Sitzerhöhung, sondern sitzen bereits mit dem Rucksack auf dem Rücken im Auto, um dann vor der Schule nur noch rausspringen zu müssen.”

    Christina Wegerle von der Polizeistation Lampertheim-Viernheim betonte in diesem Zusammenhang, dass es „uns wichtig ist, Möglichkeiten aufzuzeigen, wo Kinder sicher aussteigen können und gleichzeitig auf die Gefahren durch das Nicht-Anschnallen aufmerksam zu machen. Wir möchten zeigen, was man verbessern kann und wollen daher zunächst einmal ermahnen, ohne entsprechende Strafen auszusprechen.” Unabhängig von diesen Maßnahmen würden aber natürlich weiterhin Geschwindigkeitsüberwachungen durchgeführt, wie Uwe Becher ergänzte.

    Gut sichtbar machen die Figuren darauf aufmerksam, dass sich rund um die Schule und den Kindergarten in der Hagenstraße viele Kinder aufhalten. Foto: Benjamin Kloos


    Sicheren Schulweg kennen lernen

    In jeder Schule kann zudem in jeder Klasse ein Schulwegspaziergang durchgeführt werden. Kurz vor den Spaziergängen findet in den Klassen Verkehrsunterricht statt. Der Stadtspaziergang wird Klassenweise á 90 Minuten stattfinden und durch Christina Wegerle und Katja Stotz-Sen begleitet. Auf diesem Weg werden die markanten Punkte gemeinsam mit den Schülern begutachtet und es wird Erklärungen zum richtigen Verhalten an Gefahrenstellen geben. Im besten Fall können hier bereits Grüppchen gebildet werden, die sich an Sammelpunkten treffen können um dann gemeinsam den Schulweg zu laufen. Zur besseren Orientierung der Kinder werden gemeinsam Markierungen auf den Gehwegen gemacht. Außerdem sollen die Kinder markante Punkte des Schulweges fotografieren oder malen. Diese Bilder werden dann später für die Broschüre benutzt. An besonderen, vorher ausgewählten Stellen werden je nach Bedarf der Schule Fußspuren auf den Boden gemalt.  „Wenn uns Corona keinen Strich durch Rechnung gemacht hätte, wären wir bereits mit diesem Teil gestartet, dies werden wir nachholen.” Wichtig seien hier auch die Punkte: Wie ziehe ich mich richtig an, so dass ich gesehen werde? Wo können meine Eltern gut anhalten? Und wie soll  meinFahrrad oder Roller aussehen und ausgestattet sein?

    Sobald die Analyse der Elternbefragung, der Schulleitung und der Schüler selbst ausgearbeitet ist, wird die Broschüre „Schulwegplan” produziert werden. Hier wird dann der Jugendbeirat mit einbezogen um die Broschüre in Kindersprache zu gestalten. Zusammen mit den Projektbeteiligten und dem Löwen Leon werden diese dann durch den Bürgermeister und den Leiter der Polizeistation an die Schüler übergeben. Dieses Projekt soll Nachhaltig sein. Daher die Ausführlichkeit und Beteiligung aller. In den Folgejahren wird es dann nur noch für die neuangekommenen ersten Klassen eine Verteilung der Schulwegepläne gemeinsam mit dem Maskottchen Leon geben.  

    „Schüler sollten zur Schule laufen”

    Annette Wunder-Schönung, Leiterin der Schillerschule, erläuterte, dass „die Verkehrserziehung schon lange wichtiger Bestandteil im Unterricht der Klassen 1 bis 4 ist. Wir haben eine gute Kooperation mit dem Ordnungsamt und gemeinsam überlegt, wie wir entgegenwirken können, dass Kinder zunehmend mit dem Auto in die Schule gebracht werden. Teilweise fahren die Eltern bis zur Eingangstür, und dies obwohl wir in einer Fußgängerzone liegen.” Dabei steht für die engagierte Schulleiterin fest: „Kinder sollten zur Schule laufen, dieser Schulwegbegleiter unterstützt unser Anliegen, ebenso dass Fachpersonal von außen in die Schule kommt. Wir können immer nur empfehlen, es ist letztendlich die Entscheidung der Eltern, aber es tut den Kindern gut, wenn sie in die Schule laufen, der Tag fängt dann gleich anders an. Schön ist zudem, dass zu Beginn des Projektes die Eltern mit eingebunden werden.” Benjamin Kloos

     

     
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