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Di., 24. November 2020, 09:33 Uhr
Martin-Luther-Gemeinde lädt zum virtuellen Adventskalender ein / Teilnahme erfolgt über Zoom
„Kirche kann nicht warten bis die Leute kommen“
Die Martin-Luther-Gemeinde lädt vom 1. bis 23. Dezember zum virtuellen Adventskalender ein. Archivfoto: TIP-Verlag
LAMPERTHEIM – Covid-19 stellt das Leben auf den Kopf, da ist Kreativität gefragt. Mit einem virtuellen Adventskalender lädt die Martin-Luther-Gemeinde vom 1. bis 23. Dezember ein, zu erleben, was Menschen mit Advent und Weihnachten verbinden – ein Zoom-Meeting der besonderen Art.
„Kirche kann nicht warten bis die Leute kommen, Kirche muss zu den Leuten gehen“, davon sei er schon vor Corona überzeugt gewesen, sagt Pfarrer Ralf Kröger. Seit dem ersten Lockdown im März ist die Gemeinde online, vielen ist Youtube und die Videokommunikationsplattform Zoom schon vertraut. Wie Advent und Weihnachten unter Pandemiebestimmungen gestaltet werden können, darüber haben sich Gemeindemitglieder jeden Alters Gedanken gemacht und vielfältige Ideen entwickelt. Pfarrer Kröger und Kirchenvorstand Helmut Schollmeier stellten nun das Programm bei einem Pressegespräch vor. Wer sich auf den Adventsweg begibt, der darf auf die Videoclips gespannt sein, die jeden Abend freigeschaltet werden. Die Teilnahme erfolgt über Zoom. Mit dabei sind unter anderem Organist und Chorleiter Thomas Braun, die Konfis, der Posaunenchor, die Musiker Matthias Karb, Henrike Stöckinger und Peter Paletta, das Team des Seniorennachmittags sowie Berndt Biewendt, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im evangelischen Dekanat Bergstraße. Der jüngste Mitwirkende ist gerade mal zwei Jahre alt.
Kröger und Schollmeier, die auch auf dem Bildschirm zu sehen sein werden, zeigten sich angesichts der zahlreichen Rückmeldungen und des abwechslungsreichen Angebots begeistert. In den vier bis sechs Minuten dauernden Beiträgen wird gesungen, musiziert, vorgelesen, erzählt, geschauspielert und geforscht. Die Clips regen auch zum Reden an, am Ende befindet sich jeweils ein Gesprächsteil. Dafür bietet Zoom die Chat-Funktion. „Wir sind eine sehr offene Gemeinde, das Martin-Luther-Haus steht seit Wochen leer, da fehlt schon etwas“, bemerkte Schollmeier. Wenn schon keine persönliche Begegnung, kein Zusammenstehen nach dem Gottesdienst und kein direkter Austausch möglich sei, „ist es schön, wenigstens auf diese Weise in Kontakt zu sein“. Aktuell findet monatlich ein Präsenzgottesdienst statt, sonst online. Zum Erstaunen aller, würden daran viele ältere Menschen teilnehmen, berichtet das Vorstandsmitglied. Auf Youtube finden sich jede Menge Gottesdienste, Mutmach-Worte und Songandachten der Martin-Luther-Gemeinde.
Der virtuelle Adventskalender lädt ab dem 1. Dezember jeden Abend um 18.30 Uhr ein, Ausnahmen bilden am Sonntag, 13. Dezember, der Abendgottesdienst um 18 Uhr, in dem das Friedenslicht aus Bethlehem von den Pfadfindern gebracht wird, sowie an Heiligabend der Krippenspiel-Gottesdienst auf Youtube ab 15 Uhr. Das Internet sieht Pfarrer Kröger übrigens nicht als Notlösung, sondern als Erweiterung. Damit verbunden ist die Idee, Konfirmationen, Taufen, Versammlungen oder Erwachsenenbildung hybrid stattfinden zu lassen. Man habe sich professionalisiert und sei vom Equipment her mit drei Kameras und digitaler Tonbearbeitung gut ausgestattet, erzählt er. „Wir haben seit März eine Digital-AG, die das gepowert hat“. Das Team komme auch gerne ins Haus, wenn jemand Support brauche. Petra Gahabka
Info
Der virtuelle Adventskalender öffnet seine Türchen vom 1. bis 23. Dezember (fast) täglich um 18.30 Uhr, die Teilnahme erfolgt über Zoom unter dem Link: https://t1p.de/hineingezoomt.
Das Programm steht auf der Homepage www.luther-la.de. Am 13. Dezember lädt die Kirchengemeinde ab18 Uhr zur Online-Teilnahme am ökumenischen Gottesdienst zur Austeilung des Friedenslichts ein (über Zoom http://t1p.de/luthergottesdienst oder Youtube http://t1p.de/luthertube).
Über diesen Youtube-Link ist am Heiligabend ab 15 Uhr auch der Krippenspiel-Gottesdienst zu finden.