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Sa., 08. September 2018, 11:24 Uhr
MIL-Konzert „LA meets Trinidad“ brachte Schwanensaal zum Schwitzen
Kirt Dallaway & Friends beeindruckten mit Rhythmus und Können
Im sommerschwülen Schwanensaal waren die Konzertbesucher gemeinsam mit Kirt Dallaway and Friends mitten in der Karibik gelandet. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Musik, deren Rhythmus man sich nicht entziehen kann und will – ein wilder, dann wieder weicher Wellengang, feurig und leidenschaftlich, kraftvoll und konzentriert. Dies und mehr durften die Konzertbesucher am Donnerstagabend mit Kirt Dallaway and Friends im Schwanensaal erleben und sich dem musikalischen Wellengang hingeben. Unter dem Motto „LA meets Trinidad“ hatte die Band ein abwechslungsreiches Programm mit bekannten Ohrwürmern und weniger geläufigen Stücken zusammengestellt. Mehrere Stilrichtungen fanden als Gesamtkunstwerk harmonisch zusammen, von Jazz bis zu Reggae und ein kleinerer Schuss Pop waren im karibischen Cocktail enthalten. Sogar das Saalklima hatte sich der tropischen Insel Trinidad angepasst, der ursprünglichen Heimat des Trompeters und Sängers Kirt Dallaway. Vor über dreißig Jahren kam er mit einer amerikanischen Band in den deutschen Südwesten und blieb, bei Heidelberg fand er die neue Heimat. MIL-Projektleiter und Organisator des Konzerts Hans Heer lernte ihn und die Band einst bei einem Sessionabend kennen und hatte seine alten Freunde nun nach Lampertheim zum MIL-Konzert geholt, veranstaltet von „cultur communal“ der Stadt Lampertheim. In der Metropolregion Rhein-Neckar als Spitzenmusiker bekannt und auch in der großen weiten Welt unterwegs gewesen, hat die Band in Lampertheim bislang aber offenbar weniger Fans – im Schwanensaal waren noch Plätze frei geblieben. Das könnte sich nun ändern und herumsprechen, denn viele Konzertbesucher waren sichtlich begeistert, belohnten die Band mit viel Applaus. Große Anerkennung war in Gesprächen zu hören, das Publikum wusste das Können und die unbändige Spielfreude zu schätzen.
Improvisationslust packte die Band immer wieder. Im Bild: Wayne Dallaway, Monia Krüchten und Gesa Marie Schulze. Foto: Hannelore Nowacki
In zwei Sets und zwei Stunden gaben Kirt Dallaway und Friends alles – beginnend mit Haniball von Miles Davis. Vor der Pause noch das mitreißende „I don’t mind“ von Arrow. Nach der Pause krachte „Dingo“ von Miles Davis in den Saal, später stand „Get up stand up“ von Bob Marley auf dem Programm, am Schluss „The Hammer“ von David Rudder. Zu einem berauschenden absoluten Höhepunkt vor der Pause kam es, als die Musiker in Solopartien instrumentale Höhenflüge präsentierten. Trompeter Kirt Dallaway wechselte nach Bedarf seine Instrumente, harmonierte mit Sänger Wayne Dallaway, der auch Trombone spielt, und der temperamentvollen freiberuflichen Saxofonistin Gesa Marie Schulze aus Mannheim, die sich miteinander und gegenseitig auf der Bühne befeuerten. Markus Herrmann an der Gitarre ließ außerordentliche Riffs hören, eher im Hintergrund für den Rhythmus zuständig, kam Bassist Hans Heer zum eindrucksvollen Solospiel nach vorne. Schlagzeuger Benjamin Doser und Keyboarderin Lisa Müller spielten sich dynamisch nach vorne. Monia Krüchten vollendete mit ihrem Gesang und Auftritt die karibische Leichtigkeit. Hannelore Nowacki