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  • Di., 25. Februar 2020, 08:47 Uhr
    Unterhaltsamer Besuch im TG-Freizeitpark mit rasanter Achterbahnfahrt

    Klartext in den Bütten – Bürgermeisterwahlkampf aufgearbeitet

    Großes Finale nach fast fünfstündigem Ausflug in den närrischen Freizeitpark der TG Biblis, danach ging die Fastnacht mit der Party weiter. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Der „Freizeitpark“ der TG Biblis hatte am Wochenende an zwei Tagen geöffnet und natürlich mit einem Massenansturm gerechnet. Damit es vor dem Eingang der Jahnhalle kein Gedrängel gab, war die Besucherdurchleitung wie am Flughafen organisiert und bewacht und auch der Hinweis fehlte nicht, wie lange man voraussichtlich warten werde. Eine Stunde und 37 Minuten, das ging ja noch. Spaß beiseite – zur Eröffnung des Gurkenparks waren die Besucher durchgeschleust und zu ihren Plätzen gelangt. Ein großes Unterhaltungspaket hatte die Karnevalsabteilung der TG Biblis geschnürt, inklusive einer umfassenden Aufarbeitung des Bürgermeisterwahlkampfs in mehreren Bütten und Beiträgen. Obwohl mit lokalpolitischem Ernst verbunden, ergaben sich durch die gelungene Präsentation Gelegenheiten zur erheiterten Kenntnisnahme. Nicht auf Kosten des am Samstagabend anwesenden Bürgermeisters Felix Kusicka, vielmehr weil so viel wirklich Erlebtes erklärt wurde, wie die Zuschauerresonanz nahelegte. 50 Darsteller auf der Bühne und 40 Helfer aus allen Abteilungen der Turngemeinde sorgten für den angenehmen Aufenthalt während der fast fünfstündigen Veranstaltung mit rasanter Achterbahnfahrt. Sitzungspräsident Bernd Klink führte den Elferrat an und durch das Programm, das durch Vielseitigkeit glänzte, wie es die Stammbesucher seit Jahren schätzen. Für die Ansagen war eine „Conférencieuse“ engagiert (Tanja Redermeier), jeweils begleitet von zwei Show-Damen im Revuekostüm. Eigenes Star-Personal der TG Biblis tat Dienst und überzeugte mit überragenden Leistungen. Das Männerballett „Asbach Brittas“ trat auf, das erst kürzlich eine Fastnachtssendung im Hessischen Fernsehen bereichert und die Weiberfastnacht in Wallung gebracht hatte. Fünf unterhaltsame „Varieté“-Vorstellungen wurde den Besuchern geboten, angefangen vom Vorspiel „Orchesterprobe“ mit Sir Thomas Rice (Thomas Reis), bekannt als Dirigent der Brass Band Biblis bis zur „Whats-App-Gruppe im wahren Leben“. Mit ihrem Gardetanz heizte die Funkengarde die Stimmung karnevalistisch an. Die Nordemer haben es nicht leicht, ob als „dolles Dorf“ berühmt geworden wie im hessischen Fernsehen oder als Ort, wo der Kuckuck wohnt. Um die Fastnacht gebührend zu feiern, müssen sie erst zu echten Biwwelsern werden, das gelang Annick Löhr als begnadete Hypnotiseurin mit Felix Schmitzer und Peter Schmitzer. Direkt aus Las Vegas war die TG-Tanzformation 4th Wave mit der “Britney Spears Cover Show” eingeflogen. Die Showtanzgarde gefiel dem Publikum mit den “Candy Girls”, die große Zuckerstangen ergattert hatten. Der „Gurkenexpress mit den sensationellen Sieben“ kam mächtig in Fahrt, eine getanzte Meisterleistung der optischen Täuschung und besten Unterhaltung. Synchron nach Art einer rasanten Achterbahnfahrt bewegten die Passiere die Wagen, skurrile Begegnungen inklusive. Auf hohen Hochstühlen saßen die „Strampler“ im Parkrestaurant und machten sich über die Erwachsenen Gedanken. Für ihre Autoskooter-Kostüme mit Bereifung erhielt die Gruppe von Tisch verdientermaßen den Kostümpreis. Das stimmungsvolle Bühnenbild war dem Deko-Team unter der Leitung von Annick Löhr zu verdanken. Musikalisch begleiteten Patrick Embach und Matthias Vormehr den Ausflug in den TG-Freizeitpark. Hannelore Nowacki

    Information

    Bürgermeisterwahlkampf im Brennpunkt

    Gepfefferte Worte kamen vom Facility Manager im TG Freizeitpark (Norbert Linn), der vom alltäglichen Wahnsinn zu berichten wusste. Die freundlich lächelnde Facility Management Assistentin  (Annick Löhr) hatte zum Glück immer den Putzeimer schnell zur Hand und einen motivierenden Spruch auf den Lippen: „Brechen Sie in den Eimer, es macht mir nichts aus“. Im Bürgermeisterwahlkampf habe der SPD-Kandidat Ewald Gleich, „ein Netter“ Biblis retten wollen, doch kam auf weniger Prozente als ein Bier Alkohol hat, erklärte der Hausmeister. Dann sei einer dahergekommen, unterstützt „vum gelbe Blatt – ich habe es so satt“. Für den „nimmersatten Steinbrecher“ hätten alle Parteien gestimmt, aber später wollte es keiner gewesen sein. „Für den Felix war die Geschicht nicht schön“, meinte Linn. Viele große Pläne habe der Bürgermeister gehabt, doch nicht im Traume geglaubt, „dass nun die Früchte ein anderer vom Baume holt“.

    In der TG-Achterbahn, dem sensationellen Gurkenexpress, war es lustig und aufregend. Foto: Hannelore Nowacki


    „Mal gelacht, mal zugehört, sein Personal gepflegt“, hätte Linn ihm empfohlen. Volker Scheib habe man beim Blick durch das Hoftor am heißen Eisen schaffen sehen können. „Margret und Lisbett“ (Martina Hüter und Christiane Müller) hatten sich viel zu erzählen und hauten die Kalauer nur so raus. Als zwei Damen, die schon etwas länger jung geblieben sind, hatte sie Sitzungspräsident Klink angekündigt. Über ihre altersbedingten Maleschen sprachen sie gelassen, doch mit spitzer Zunge machten sie sich über das Ortsgeschehen her. „Die Bojermeischder-Wahlen waren der Knaller, ein Überraschungsei“, fand die Lisbett, und gut wie „der AfD-Bühler“ aus dem Ort gefahren sei. Ein Hubbel an der falschen Stelle – und schon wird Volker Scheib Bürgermeister, folgerte Lisbett. Denn durch die Bodenschwelle direkt vor dessen Hofeinfahrt habe man zwangsläufig genickt – das habe sich ins Gedächtnis eingebrannt. „Was hinterlässt der Felix?“ Die beiden Damen wissen es: „Des Action, die Energiespargeisterstadt und eine Strooß auf dem Friedhof, die Kusicka-Allee mit Zierbirnen“. Mit schlimmen Folgen – „die falle runner und mache Dreck“. „Die blühe so schön“, warf Margret ein, die Birnen so schön und im Herbst die Blätter so schön“. Ein Höhepunkt der TG-Fastnacht ist alljährlich „Djubjua“, das Duo Matthias Vormehr an der Gitarre und Oliver Wetzel, der in unnachahmlichem Vortrag nach Text und Arrangement von Rainer Vormehr einen Streifzug durch das Ortsgeschehen unternimmt und das Publikum auf hohem Niveau unweigerlich zum Lachen bringt. „Was hat uns im Ort bis ins Mark erschüttert? Dieser Hammer – die Ampel über der B 44 ist abgehängt“. Beim Lied vom Smiley machte der ganze Saal mit. Dann wurde es ernst, Bürgermeister Kusicka direkt angesprochen: „Der Steinbrecher – damit hast du den Unmut auf die gezogen – gibt keine zweite Amtszeit“. Und „was du geplant war viel zu wenig bekannt“. Zum Abschied aus dem Amt: „Servus, mach‘s gut und verlier nie den Mut“. Das wollen viele wissen: „Was macht unser Felix nach dem 1. April?“ Er sei ein freier Privatier habe er verlauten lassen. „Jetzt zum Shooting-Star der Bürgermeisterwahl – ein Macher vom Scheitel bis zur Sohle“. Als Begrüßungshymne an den Schmiedemeister, den neuen Bürgermeister, hatte „Djubuja“ die Amboss-Polka ausgesucht, 1854 sei sie vom Musikdirektor der preußischen Armee komponiert worden. Die Aussichten? „ … wir werden sehen – wir sind ja so gespannt, was da kommt“. Die Wasserleitungen in Biblis seien vor lauter Neugier schon geplatzt.  Hannelore Nowacki

     

     

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