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Fr., 24. Januar 2020, 09:04 Uhr
Kinderoper kommt bei Hüttenfelder Nachwuchs prima an
Klassik für Einsteiger mit der TourneeOper Mannheim
Mit dem Besuch der TourneeOper Mannheim in Schulen kommen viele Kinder zum ersten Mal in Kontakt mit klassischer Musik. Für die beiden Darsteller Nelly Palmer und Frederik Baldus ist es eine Herzensangelegenheit, die Oper dem Nachwuchs zugänglich zu machen. Foto: Eva Wiegand
HÜTTENFELD – Am Donnerstagmorgen stand für alle Schüler der Seehofschule eine ganz besondere Veranstaltung an: Die TourneeOper Mannheim machte im Bürgerzentrum Halt, führte das Stück „Edgar, das gruselige Schlossgespenst“ auf und zeigte dem Nachwuchs eindrucksvoll, dass Opern weder veraltet noch elitär sein müssen, sondern richtig Spaß machen können. Der theaterpädagogische Ansatz steht bei den Stücken der TourneeOper Mannheim, die von Tanja Hamleh gegründet wurde, im Vordergrund: Opernarien der berühmten Komponisten, live gesungen und aufgeführt, soll die Kinder auf spielerische Art für klassische Musik und Gesang begeistern. Natürlich war auch Mitmachen und Lachen angesagt, das kündigten die beiden Darsteller Nelly Palmer und Frederik Baldus gleich zu Beginn der Veranstaltung an. Deshalb bereiteten sich die Schüler bereits im Vorfeld im Unterricht auf das Stück vor. Für acht Schülerinnen und Schüler war es allerdings besonders aufregend: Sie waren Teil der Handlung und schlüpften dafür zuvor in die passenden Kostüme. Der Andrang auf die zu vergebenden Rollen war sehr groß, die acht Schüler mussten ausgelost werden, wie Schulleiterin Karin Böttger berichtete. Schließlich waren die Schüler ganz gespannt und konzentriert, ruhig und aufmerksam, als die Nebelschwaden zu spannender Musik vor der Kulisse von Schloss Kettenrasselstein aufstiegen und die Geschichte um die Frage, wer denn nun der rechtmäßige Erbe der verstorbenen Schlossherrin Agathe ist, ihren Lauf nahm. Das Geister-Zimmermädchen Violetta befürchtet, wenn nun nicht sie, sondern der einzige verwandte Nachkomme, Gespenst Edgar, das Schloss geerbt habe, aus ihrer Zuhause ausziehen zu müssen. So vereinbaren die beiden einen Gruselwettkampf um das Schloss und treten mit allerlei Gruselkünsten gegeneinander an. Schließlich erscheint auch noch ein Notar, der verkündet, dass Familie Spinnenfleck Erbe des Schlosses sein könnte. Ein packendes Duell mit Kettenrasseln, schwarzen Katzen, einer ruhelos durch die Gänge wandelnden weißen Dame, herrenlosen Ritterrüstungen sowie viel Musik quer durch die Operngeschichte von Mozart bis Bizet, fesselte die Aufmerksamkeit der jungen Zuschauer. Auch für die Darsteller ist es immer ein besonderer Moment. „Die Kinder reagieren direkt und das ist sehr schön“, berichtete Nelly Palmer, die die Rolle des Geisterzimmermädchens Violette verkörperte. Auch für Frederik Baldus ist es immer ein großer Moment: „Für viele ist das der Erstkontakt mit der Oper, da geht einem das Herz auf. Schließlich hat die Oper eine lange Tradition in Deutschland, aber sie ist auf dem absteigenden Ast. Es ist einfach toll, dass wir in die Schulen gehen, die Kinder die Oper zum ersten Mal erleben und sagen: Oper ist cool.“ Nach dem Stück standen die beiden Darsteller noch für eine Fragerunde zur Verfügung. Eva Wiegand