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Sa., 30. September 2023, 20:27 Uhr
ALFRED-DELP-PLATZ: Bürgermeister Störmer verweist bei Anwohnergespräch auf Fakten / Verwaltung soll Alternativen prüfen
„Kleiner und das Ding drehen – vielleicht ist das die Lösung?”
Bürgermeister Gottfried Störmer moderierte das Anwohnergespräch zur Umgestaltung des Alfred-Delp-Platzes und erörterte den Planungsstand. Bei der Größe der geplanten WC-Anlage scheint ein Kompromiss denkbar. Die Verwaltung prüft Alternativen. Das gilt auch für den Standort der Hundetoilette. Foto: Steffen Heumann
LAMPERTHEIM – Nach der auch über die Medien geäußerten Kritik von Anwohnern, die mit den Planungen der Umgestaltung des Alfred-Delp-Platzes punktuell nicht einverstanden waren, folgten am Samstagmittag etwas mehr als 60 Bürger dem Angebot der Stadt, in den Räumlichkeiten des Alten- und Pflegeheimes Mariä Verkündigung Details über den genauen Planungsstand zu erfahren. Insbesondere die Standort-Frage für eine barrierefreie öffentliche Toilettenanlage stand dabei im Fokus.
Transparenz gegenüber Anwohnern
„Sie wurden 15 bis 16 Mal zumeist über die Presse informiert“, erklärte Gottfried Störmer eingangs. Den Vorwurf, nicht über sämtliche Maßnahmen informiert worden zu sein, mochte das Stadtoberhaupt nicht gelten lassen. Störmer verwies unter anderem auf ein Schreiben über den genauen Verlauf der Fräsarbeiten entlang des des Platzes. Eine Gefährdung durch Asbest sei nie vorhanden gewesen, pochte Störmer darauf, sich an Fakten zu orientieren.
Breite Basis für Umgestaltung
„Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie“, erläuterte der Bürgermeister. Letztlich hätten gewählte Gremien die Entscheidungen zu treffen. Mit Bezug auf den Alfred-Delp-Platz habe darin Einigkeit bestanden, dass der unattraktive Platz umgestaltet werden soll. Nachdem die Förderungszusage für das rund 1,5 Millionen Euro teure Projekt vorlag, hätten sich Fachleute Gedanken über die Umgestaltung gemacht. Ein Hauptaspekt dabei: Das Areal als grünen Platz mit Mariä Verkündigung verbinden! Dem von den Anwohnern benannten „Drogenproblem“ sollte ebenfalls mit gestalterischen Mitteln begegnet werden. „Ein offener, heller und belebter Platz ist bereits Prävention“, sprach Störmer aus seiner Erfahrung als Polizist. Nicht nur die Anwesenden seien daher aufgefordert, den Park zu nutzen und sich für den Raum mitverantwortlich zu fühlen. Im Dialog mit der Polizei werbe er nach der Fertigstellung des Platzes für mehr Präsenz durch Uniformierte.
Nach Hinweis WC-Anlage in Planung aufgenommen
„Ein toller Plan, aber was ist mit einer Toilette?“, verwies Gottfried Störmer auf den dankbaren Hinweis durch Vertreter von Senioren und behinderten Menschen in der Stadt, bei der Umgestaltung bitte eine WC-Anlage zu berücksichtigen. Aufgrund der positiven Erfahrungen am Dom, habe man den Ansatz entlang der Neuen Schulstraße als Mitte der Achse zwischen Saarstraße und Schillerplatz weiterentwickelt. Am Rande erwähnte Störmer, dass die Einnahmen durch die WC-Anlage am Dom durchaus beachtlich seien. Zudem sei das WC auf dem Alfred-Delp-Platz auf rund 32 Quadratmeter konzipiert, als selbstreinigende Anlage sauber und hygienisch, vandalismussicher und für 250.000 Euro der Mercedes unter den Toiletten.
Verärgerung nachvollziehbar
Dass das Vorhaben bei den Anwohnern auf Verärgerung gestoßen sei, könne er nachvollziehen, „aber es ist zumutbar“. „Wichtig ist es gemeinsam voran zu kommen“, betonte Störmer. Das erfordere eine gewisse Bereitschaft zur Veränderung. Denkbar sei durchaus, dass die WC-Eingangsseite in Richtung Park geplant werde, fügte der Bürgermeister an. Die Rückseite könnte mit Büschen und Sträuchern begrünt werden. Ein anderer Standort sei nur unter großem Aufwand umsetzbar. Insbesondere müsste bei einer Standortverlegung zunächst eine neue Baugenehmigung eingeholt werden. „Das kostet nicht nur wertvolle Zeit“, mahnte Gottfried Störmer. Alle Planungen seien der Politik bekannt gewesen. Störmers Wunsch: der neu gestaltete Platz soll ein Ableger des Stadtparks werden, genauso gepflegt und ordentlich.
Zustimmung nur laut Protokoll
Widerspruch regte sich bei Petra Brandt. Als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses sei ihr die aktuelle Version des Plans nicht bekannt. Auch sei ihres Wissens nach darüber nicht abgestimmt worden. Da sie sich generell für die Belange behinderter Menschen engagiere, plädiere sie jedoch für einen Kompromiss. Bürgermeister Störmer ergänzte, dass das WC zwar nicht im Plan, aber im Protokoll benannt und damit auch von der Politik beschlossen worden sei. „Welcher Plan wurde denn zur Genehmigung vorgelegt“, wollte Saad Masraf seitens der Anwohnerschaft wissen. Eine Klärung diesbezüglich blieb aus. Es folgte lediglich der Hinweis, dass die WC-Anlage deshalb beschlossen wurde, weil der Behindertenbeirat als „Berater der Stadt“ eine barrierefreie Toilette als notwendig erachtet. Bis Ende Februar oder Anfang März sollen die Baumaßanehmen auf dem Alfred-Delp-Platz abgeschlossen sein, berichtete Sabine Vilgis, Fachbereichsleiterin Technische Betriebsdienste. Ob eine kleinere WC-Variante an der vorgesehenen Stelle in Frage kommt, muss die Verwaltung in den kommenden Wochen prüfen. „Vielleicht ist das sogar die Lösung?“, merkte Bürgermeister Gottfried Störmer an.
Am Ende des Anwohnergespräches war der Standort der Hundetoilette Gesprächsthema. Hier wurde die Verwaltung ebenfalls beauftragt, weitere Optionen zu prüfen. Laut Planungen ist ein Bereich zwischen Jakobstraße und Alfred-Delp-Platz vorgesehen. Direkt am Weg vor der Mauer laufen aber Schulkinder vorbei. Geruchsbelästigungen seien ebenfalls nicht auszuschließen, kritisierten Anwohner den bisherigen Plan.