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  • Mo., 29. September 2014, 10:34 Uhr
    Nordemer Kerb - von der Sonne verwöhnt, aber von Dieben heimgesucht

    Kleines Volksfest mit großer Ausstrahlung

    Zur „Kerweredd“ von Kerwemudder Silke Folz hatten sich zahlreiche Zuschauer versammelt. Foto: Hannelore Nowacki


    NORDHEIM – Mit einem mundartlich gehaltenen Gottesdienst im Festzelt eröffnete Pfarrer Arne Polzer die Nordheimer Kirchweih am Samstag, eine Tradition, die Anhänger auch aus den Nachbarorten anzieht. Bis spät in die Nacht feierten die Kerwebesucher die Nordemer Kerb am Samstag bei fetziger DJ-Musik und schon ging es um elf Uhr am Sonntag mit dem Frühschoppen weiter. Drei Vereine kümmern sich auf dem Festplatz hinter dem Alten Rathaus um das leibliche Wohl – bei den Anglern vom ASV „Rheinmöve“ kommt Fisch auf den Teller, die Kultur- und Sportgemeinde (KSG) schenkt aus und serviert Leckeres wie Hackbraten und Steaks vom Grill. Auch der  Gesangverein Volkschor war traditionsgemäß auf viele hungrige Besucher eingestellt.

    Allerdings passierte etwas – über Nacht kam dem Gesangverein Volkschor an seinem Stand eine wertvolle Musikanlage und eine leistungsstarke Industriefritteuse im Wert von mehreren tausend Euro abhanden – gestohlen, obwohl ein  professioneller Wachdienst engagiert war. Ein Verlust, der dem Verein große Sorgen macht. „Für uns ist es ein Schock“, sagte Vereinsvorsitzende Irmtraud Arnold im Gespräch mit dem TIP und hofft nun auf mögliche Zeugen, die etwas beobachtet haben. Die sehr schweren Geräte müssen von mehr als einer Person abtransportiert worden sein, außerdem müssten die Diebe ein Fahrzeug benutzt haben, meint die Vereinsvorsitzende. Auch Kerwemudder Silke Folz war erschüttert, meinte aber vor ihrer Kerwerede: „Wir lassen uns nicht den Spaß verderben“. Das sagten sich auch die Kerwebesucher, die am Stand des GV Volkschor geduldig anstanden, weil die ersatzweise herbeigeschafften kleinen Haushaltsfritteusen mit der Nachfrage nicht so schnell mithalten konnten.

    In ihrer Kerwerede am Sonntag hatte sich Kerwemudder Silke mundartlich ihren Reim auf einige Vorkommnisse im Ort gemacht, die darauf schließen lassen – allgemein lässt es sich in Nordheim schön und friedlich leben. Die Kerwemädels umrahmten die Leiter, gespannt lauschte die Zuschauerrunde, wie ein junger Hund aus dem Vorgarten verschwunden war und erfuhr, dass eine Dampfnudel in der  Mikrowelle Feuer fangen kann. Ein glückliches Ende fand ein Ausflug mit Zwischenstopp im Frankfurter Hauptbahnhof. Beim Aussteigen war klar: „Damit man nicht verfehlt die Wagentür, wurde sie von der Lok aus abgezählt“. Was half es später bei der Rückkehr? Falsches Bahngleis, falscher Zug, aber dann doch noch die Rettung. Wer war es? Die Kerwemudder selbst hatte dieses Erlebnis. Mit einer Flasche Wein gab Kerwemudder Silke dem Kerwekranz seine Weihe. Zum Kerwevergnügen tragen Schießstand, Glückslose und eine Süßigkeitenbude bei. Ein ungewöhnliches Fahrgeschäft lockt vor allem die Kinder an – als „Affenschaukel“ verlangt es wie bei einer Schiffschaukel körperlichen Einsatz. Eine Hüpfburg begeistert die kleinen Kerwebesucher. Das angekündigte Kinderkarussell wurde vom Schausteller nicht geliefert, wie Irmtraud Arnold berichtete. Am Montagnachmittag kommt die Kerwe beim lustigen Schubkarrenrennen auf Hochtouren.

    Hannelore Nowacki



    Auf dem Festplatz hinter dem Alten Rathaus ist es gemütlich. Im Festzelt lockte am Sonntag feines Backwerk zum Sonntagskaffee – am Spätnachmittag mit Begleitung durch die Rohrheimer Blasmusik. Foto: Hannelore Nowacki

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