Di., 27. Oktober 2015, 11:23 Uhr
Jugendrat nimmt Stellung zu neusten Entwicklungen bezüglich der Unterbringung von Flüchtlingen
Kommunen stehen vor großer Herausforderung
BÜRSTADT - Die stetig steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland stellen die Kommunen vor große Herausforderungen und erfordern oftmals unkonventionelle und neue Lösungen bezüglich Versorgung und Unterbringung. In Bürstadt soll nun erstmals eine größere Unterkunft für Flüchtlinge entstehen. Wie dem entsprechenden Beschluss aus der letzten Sitzung des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses zu entnehmen ist, ist die Errichtung von drei Häusern für je 25 Flüchtlinge auf dem Freizeitkickergelände geplant. Nach der Diskussion im Fachausschuss äußert sich nun auch der Jugendrat zur Thematik und betont: "Die neuen Unterkünfte könnten auch aus unser Sicht zwischen Netto-Markt und Dirtpark entstehen. Die Nutzung von Skate- und Dirtpark wird durch die Neubauten auf dem großen Freizeitkickergelände in keiner Weise beeinträchtigt." So manche Behauptung, die man im Internet habe lesen müssen, entbehre jeder Grundlage.
Das Konzept der dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge, das in Bürstadt bisher mit Erfolg angewandt wurde, befürworten alle Jugendratsmitglieder. "Wir wünschen und fordern, dass man auch in Zukunft an diesem Konzept festhält und immer alle verfügbaren Alternativen bei der Unterbringung sorgfältig gegeneinander abwägt. Dass 75 Menschen an einem Ort nicht unsere bevorzugte Lösung ist, wollen wir hiermit aber deutlich unterstreichen. Gleichzeitig verschließen wir auch angesichts des anhaltend starken Flüchtlingsstroms nicht die Augen vor der Realität. Dass uns mit der Zeit die Alternativen für kleine, dezentrale Unterkünfte ausgehen, erkennen wir durchaus. Dennoch muss man in Zukunft alles in unserer Macht stehende unternehmen, um nur möglichst kleine Gruppen zusammen unterzubringen. Dies ist allerdings nicht die alleinige Aufgabe der Verwaltung, sondern es liegt an uns allen diese Herkulesaufgabe als Gemeinschaft zu meistern und vor allem an einem Strang zu ziehen." Abschließend hob der Jugendrat hervor, dass bei allen Diskussionen eines nicht vergessen werden dürfe: "Am wichtigsten ist die Art und Weise, wie wir diesen Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, begegnen, welche Chancen wir ihnen anbieten, um bei uns anzukommen und Teil unserer Gesellschaft zu werden. Einen respektvollen, toleranten und verständnisvollen Umgang miteinander wünschen wir uns. Hass und Ablehnung haben dabei nichts verloren. Dafür treten wir als Jugendrat Bürstadt ein.“ zg