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  • Di., 08. September 2020, 09:00 Uhr
    ULTRANET: Stadtverordnetenversammlung nimmt Magistrat für Verschwenkung in die Pflicht 

    Kommunikation mit Magistrat fraktionsübergreifend auf den Punkt gebracht

    LAMPERTHEIM – Alle Stromleitungen von der Bebauung weit genug weg – das ist der Wunsch von Anwohnern, Betroffenen und späteren Häuslebauern in den geplanten Neubaugebieten Gleisdreieck in Hofheim und in Hofheim. Auch die Stadt Lampertheim hat ein starkes Interesse die wenigen noch möglichen Baugebiete zu entwickeln. Der am Freitag im Stadtparlament beschlossene gemeinsame Antrag aller vier Fraktionen soll mit den Forderungen an den Magistrat dieses Ziel erreichbar machen. Eingebracht und diskutiert wurde dieser Antrag bei der letzten Sitzung des Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschusses (SEBA) am 25. August, von dem der TIP berichtete. Bürgermeister Gottfried Störmer versuchte in der Ausschusssitzung den Eindruck abzuwehren, die Verwaltung bewege sich immer nur nach beharrlichem Nachbohren, wie es Helmut Hummel (FDP) am Freitag formulierte. Wobei das Thema Ultranet eigentlich zwischen den Fraktionen, der IG „ unter Strom für Lampertheim“ und der Verwaltung einvernehmlich sein könnte, meinte Hummel. Das Kommunikationsproblem mit der Verwaltung sollte mit dem Antrag geklärt sein. In seiner Stellungnahme fokussierte Hummel die Forderungen auf zwei Punkte: Die verschwenkte Hybrid-Trasse mit 380 kV Gleichstrom und 380 kV Wechselstrom sowie die bestehende 220 kV-Trasse gleich mitverschwenken, wie von Amprion schon mal anvisiert worden sei. Hummel sprach von Planungssünden der Vergangenheit am Guldenweg und bei Rosenstock III, wo sich damals keiner um den Landesentwicklungsplan mit dem geforderten 200-Meter-Abstand  geschert habe. Kernfrage sei die Durchsetzbarkeit der Verschwenkung, betonte Hummel. In der Pflicht sei neben Amprion die Verwaltung. Nicht alle Probleme seien durch die Verschwenkung lösbar, das zeige die klare Aussage des Wirtschaftsministeriums zum 400-Meter-Abstand, der nicht einfach durch ein Abweichungsverfahren zu umgehen sei  wie anfänglich erhofft. Dabei gehe es um gesundheitliche Vorsorge und die fehlenden Erkenntnisse über mögliche Gesundheitsschäden durch die Magnetfelder der HGÜ-Leitungen. Andreas Ott (CDU) schloss sich im Wesentlichen Hummels Ausführungen an. In Europa sei diese Gleichstromübertragung einmalig, Untersuchungen über gesundheitliche Einwirkungen lägen nicht vor. Solidarität hätten auch nicht betroffene Bürger gezeigt, betonte Ott. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Stefan Nickel begrüßte die strenge Haltung des hessischen Wirtschaftsministeriums gegenüber dem „Allheilmittel“ Zielabweichungsplan grundsätzlich als deutliches Zeichen zum Schutz der Wohnbevölkerung. Hannelore Nowacki

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