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  • Mo., 06. November 2023, 14:20 Uhr
    ALFRED-DELP-PLATZ: Stadtverwaltung nimmt Stellung zur Kritik von Anwohnern / Handlungsspielraum genutzt

    Kompromiss für WC-Anlage mit Drehung und Begrünung

    Ansicht des trostlos anmutenden Alfred-Delp-Platzes im August beim ersten Baggerstich mit Blick auf das Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung und die Straße, die zukünftig zugunsten von mehr Grün entfällt. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Bauarbeiten zur klimafreundlichen Umgestaltung des Alfred-Delp-Platzes mit mehr Aufenthaltsqualität für jedes Alter liegen trotz des nassen Wetters der vergangenen Wochen im Zeitplan, wie Bürgermeister Gottfried Störmer und die Fachbereichsleiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis mit Pressesprecher Christian Pfeiffer bei einem Pressegespräch am Freitag mitteilten, bei dem es vorrangig um Antworten zu Kritik und Fragen beim Anwohnergespräch der Stadtverwaltung am 30. September ging. 

    Wesentliche Änderungen bei WC-Anlage

    Im Frühjahr soll der neu gestaltete Platz Menschen jeden Alters als lebenswertes und klimagerechtes Wohnumfeld zur Verfügung stehen. Bis März sollen die Pflanzarbeiten durch eine Firma für Landschaftsbau abgeschlossen sowie Spielgeräte, Wege und eine Pergola angelegt sein. Dann wird auch die öffentliche und barrierefreie Toilettenanlage am geplanten Standort stehen, jedoch mit einigen wesentlichen Änderungen gegenüber der bisherigen Planung als Kompromiss zur Kritik von Anwohnerseite, die einen komplett anderen Standort gefordert hatte. Die WC-Anlage, die derjenigen an der Domkirche gleicht, werde an der Rückseite zur Straße und Wohnhäusern hin begrünt und durch die Versetzung um zwei Meter in den Park hinein mit Drehung um 180 Grad kaum mehr als Toilettenanlage wahrgenommen, betonte Störmer. Die Türen zu den Kabinen werden demnach in Richtung Park weisen und sind nicht mehr im Blickfeld. 

    Ein neuer Standort hätte zu einer Zeitverzögerung von etwa drei Monaten und erheblichen Mehrkosten geführt, bedingt durch eine notwendige Neuausschreibung, neuen Bauantrag, Umplanung, Verlegung von Versorgungsleitungen und so weiter. Zu einem weiteren Streitpunkt, ob die WC-Anlage bei der Vorstellung im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss am 27. September in den Plan eingezeichnet und bekannt gewesen sei, sagte Störmer, dass die Vorstellung laut Protokoll inklusive der WC-Anlage erfolgt sei. Auch habe die Politik signalisiert, dass der jetzige Standort auch dann nicht kritisiert worden wäre, wenn die Anlage zum damaligen Zeitpunkt bereits eingezeichnet gewesen wäre. Bürgermeister Störmer erklärte, dass die Politik festlege, ob etwas durchgeführt wird, die Verwaltung habe bei der Umsetzung Handlungsspielraum. Vilgis machte deutlich, dass die WC-Anlage nicht nur Älteren, sondern auch Kindern nütze, da hier der Schulweg entlang führe und für die Goetheschule auf dem Alfred-Delp-Platz ein grünes Klassenzimmer entstehe. Pressesprecher Pfeiffer wies darauf hin, dass die Anwohner mehrfach direkt Informationsblätter in ihren Briefkasten bekommen hätten, zum Baubeginn und zu den Abfräsarbeiten sowie jetzt die Beantwortung der Kritik und Fragen, wie sie im Wortlaut auch der Presse vorliegt. Insgesamt sei über die Neugestaltung des Alfred-Delp-Platzes vielfach in der örtlichen Presse berichtet worden. Beim Abfräsen des Asphalts sei kein Asbest vorhanden gewesen, wie von Anwohnern befürchtet wurde, betonte Vilgis. 

    Hundetoilette weiter hinten im Park 

    Beim Anwohnergespräch war es auch um den Standort des Glascontainers gegangen, der werde am geplanten Standort mit Bepflanzung deutlich geräuschreduziert und mit dem Auto einfach anzufahren sein. Die Hundetoilette werde weiter nach hinten in den Park versetzt und mit Grünbepflanzung umrandet. Nach der Umgestaltung werde es eine ausreichende Zahl von Parkplätzen geben, darunter mehrere behindertengerechte Parkplätze und solche mit E-Ladestation. Bei der neuen Anordnung entfallen zwar acht Parkplätze, jedoch werde das Parken von LKW und Transportern an den Wochenenden erschwert. Bürgermeister Störmer wies auf die Bedeutung der Flächenentsiegelung gegen die Erwärmung der Innenstadt hin, so werde bei der Umgestaltung des Alfred-Delp-Platzes die asphaltierte Straße entlang des Grüngeländes von Mariä Verkündigung weggenommen. Die Umgestaltung wird mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Millionen Euro durch das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ gefördert.  

    Hannelore Nowacki

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