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  • Fr., 28. Februar 2020, 10:59 Uhr
    Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südhessen 2019 / Geringe Kriminalitätsbelastung

    Konstant steigende Aufklärungsquote bei gleichzeitigem Fallrückgang

    SÜDHESSEN – Sichtlich erfreut zeigt sich Polizeipräsident Bernhard Lammel bei einem Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 (PKS) des Polizeipräsidiums Südhessen. Die seit 2016 konstante Reduzierung der Fallzahlen bei gleichzeitig kontinuierlicher Steigerung der Aufklärungsquote sprechen für eine gut und beständige Polizeiarbeit. Durch diese hat sich die Kriminalitätsbelastung in den letzten Jahren in Südhessen deutlich reduziert und ist die geringste in Hessen.

    „Das gute Ergebnis der PKS 2019 ist, in Zahlen ausgedrückt, die harte Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Südhessen, die mit ihrem täglichen Einsatz und ihrem hohen Engagement für die Sicherheit und der damit verbundenen Lebensqualität der südhessischen Bürgerinnen und Bürger einen entscheidenden Beitrag leisten", betont Polizeipräsident Lammel und bedankt sich gleichzeitig für die gute Arbeit.

    Waren es im Jahr 2001 noch 53.981 registrierte Taten, verbunden mit einer Aufklärungsquote von gerade einmal 46,8 %, so wird die positive Entwicklung der letzten Jahre im Polizeipräsidium Südhessen bei einem Blick auf die Zahlen der PKS 2019 mit 41.856 Fällen und einer Aufklärungsquote von fast 64 % deutlich. Allein seit 2017 haben sich die Fallzahlen um fast 10 % reduziert und die Aufklärungsquote ist von 61,7 % auf 63,9 % gestiegen.

    Betrachtet man das Gesamtstraftatenaufkommen, so ist festzustellen, dass Straftaten mit Bereicherungsabsicht 54 % aller Straftaten ausmachen. Die Motivation zur Begehung von Straftaten liegt demnach überwiegend in einer Geld- und Vermögensanreicherung. Hierbei bilden Diebstahlsdelikte mit 33 % den Schwerpunkt.

    Die Kriminalitätsbelastung, die sich in der Häufigkeitszahl ausdrückt und die Straftaten pro 100.000 Einwohnern in einem Jahr wiedergibt, beträgt in Südhessen 3.813 und liegt damit deutlich unter dem Landesschnitt von 5.823. Südhessen ist mit dieser niedrigen Kriminalitätsbelastung die sicherste Region in Hessen. Darmstadt ist sicherste kreisfreie Stadt, der Odenwaldkreis der sicherste Landkreis in Hessen.

    Insgesamt konnten 20.540 Tatverdächtige ermittelt werden, die für 26.727 Fälle verantwortlich waren. Von allen ermittelten Tatverdächtigen hatten 7.764 Personen (37,8 %), keine deutsche Staatsbürgerschaft, von diesen wiederum waren 1.569 Personen Zuwanderer. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen ist konstant. Er hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte verringert.

    Im Hinblick auf die Fallzahlenentwicklung bei den Delikten, die die Bürgerinnen und Bürger besonders belasten, stellt Polizeipräsident Lammel einen bemerkenswerten positiven Rückgang fest. So konnten die Wohnungseinbrüche seit 2016 um fast 31 % von 1.323 Taten auf 915 reduziert werden, wobei es sich bei 41 % der Taten (375 Fällen) um Versuche handelte. Die Fallzahlen der Straßenkriminalität, die Summe aller Delikte, die im öffentlichen Raum begangen werden, sind mit 8.427 registrierten Straftaten auf einem Langzeittief.

    Besorgt ist Polizeipräsident Lammel hingegen bei der weiterhin ansteigenden Gewalt gegen Polizeibeamte und Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr. So wurden in Südhessen 328 Polizeibeamte, 15 Rettungskräfte und drei Feuerwehrleute angegangen. 305 Polizistinnen und Polizisten wurden während ihres Dienstes Opfer eines Widerstandes. Diese Zahlen und insbesondere die deutliche Zunahme in den letzten Jahren zeigen, dass in unserer Gesellschaft mittlerweile eine unverkennbare gesteigerte Respektlosigkeit sowie ein gesteigertes Konfrontationsverhalten gegenüber Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst existiert. Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen und Männern, die gerufen werden, um zu helfen, mit Gewalt begegnet wird. Ein solches Verhalten erfordert entsprechend harte Sanktionen," so der Polizeipräsident. In diesem Zusammenhang begrüßt Lammel die deutlich verbesserte Schutzausrüstung der Beamtinnen und Beamten sowie die Forderung des Hessischen Innenministers nach einer Strafverschärfung von drei auf sechs Monate bei tätlichen Angriffen. Mit dem höheren Strafmaß ist die Mindeststrafe nicht mehr in eine Geldstrafe umwandelbar. Zudem fordert der Polizeipräsident, den Strafrahmen von bis zu 5 Jahren bei einem Angriff auf Einsatzkräfte deutlich mehr auszuschöpfen und bedauert zugleich, dass im Regelfall Einstellungen oder Sanktionen im unteren Bereich des Strafrahmens erfolgen.

    Unabhängig von den positiven Entwicklungen des Fallzahlenaufkommens ist auffällig, dass die über die letzten Jahre anhaltende rückgängige Kriminalitätsbelastung gegenläufig zu dem gefühlten Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger ist. Um diesem Phänomen zu begegnen, hat das Hessischen Innenministerium im Jahr 2017 das Kommunalprogramm KOMPASS initiiert. Ziel von KOMPASS ist es, eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Polizei und Bürgern zu erreichen und gezielt Maßnahmen zu ergreifen, die das subjektive Sicherheitsgefühl stärken. In Südhessen gibt es bereits 11 KOMPASS-Kommunen. Sechs weitere haben sich zur Aufnahme beworben und drei haben ihr Interesse an KOMPASS bekundet. Die bisher in diesem Zusammenhang gemachten Erfahrungen sind als sehr positiv zu bewerten. Mit KOMPASS hat sich die bereits gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bürger noch einmal verbessert.

    Außer KOMPASS bietet das Polizeipräsidium Südhessen den Bürgerinnen und Bürgern ein umfangreiches Präventionsangebot an. Hierzu zählen neben den Einbruchsschutzberatungen unter anderem auch Beratungen in Zusammenhang mit Straftaten zum Nachteil älterer Menschen oder Hilfeleistungen für Opfer von Straftaten. ots

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