
GROSS-ROHRHEIM – Bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend haben die am 15. März neu gewählten Parlamentarier mit der Wahl des Vorsitzenden und des Gemeindevorstandes sowie der Bildung von drei Ausschüssen die Weichen für die kommenden fünf Jahre gestellt. Ein paar neue Gesichter, eine leicht veränderte Sitzordnung, aber wie zuvor gibt es 19 Gemeindevertreter und die gleiche Anzahl von vier Fraktionen. Allerdings haben sich die Kräfteverhältnisse etwas verschoben: Die CDU mit zwei Vertretern ist die kleinste Fraktion, Verlust ein Sitz. Die Freien Wähler – Bürger für Groß-Rohrheim e. V. (FW) haben sich um einen Sitz auf 5 gesteigert. Wie schon 2021 haben LiGR – Leben in Groß-Rohrheim 4 Sitze und die SPD 8 Sitze, die damit stärkste Fraktion ist. Entsprechend der Fraktionsstärken sind die Gremien besetzt.
Foto: Hannelore Nowacki
Zur Wahl des Gemeindevertretervorstehers war Torsten Henzel (SPD) der einzige vorgeschlagene Kandidat und da keine geheime Wahl beantragt war, kamen die Stimmkarten zum Einsatz – für Henzel gingen alle 19 gelben Karten hoch. Sodann hatte er die Sitzungsleitung, die zu Beginn nach Vorgabe der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) dem am längsten ununterbrochen der Gemeindevertretung angehörenden Mitglied Walter Öhlenschläger (FW) übertragen worden war. Zur Wahl der drei stellvertretenden Vorsitzenden hatten alle Fraktionen Kandidaten vorgeschlagen – in geheimer Wahl wurden Walter Öhlenschläger (FW), Steffen Heß (SPD) und Ludwig Klodtka (LiGR) gewählt und in dieser Reihenfolge für den Vertretungsfall einstimmig festgelegt. Die Verwaltung hatte Haupt- und Bauamtsleiter Alexander Dinges als Schriftführer und drei Stellvertreter vorgeschlagen, die einstimmig gewählt wurden. Drei Zuschauer verfolgten das Geschehen.
Regierung und Ausschüsse stehen
Foto: Hannelore Nowacki
Im Gemeindevorstand waren vier ehrenamtliche Positionen in geheimer Wahl zu besetzen – Bürgermeister Karsten Krug (SPD) ist kraft Amtes im Vorstand. Alexander Dinges hatte als Wahlleiter in der Küche neben dem Rathaussaal Wahlkabine und Wahlurne vorbereitet, gewählt wurde nach namentlichem Aufruf. Bernd Löwenhaupt (SPD) war der Kandidat mit den meisten Stimmen und wurde daher Erster Beigeordneter. Weiter sind Doris Öhlenschläger (FW), Dieter Engert (LiGR) und Horst Menger (SPD) im Gemeindevorstand. In dieser Funktion wurden alle vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung vereidigt, die Ernennungsurkunden überreichte der Bürgermeister.
Einstimmig wurden drei Fachausschüsse beschlossen, deren jeweils fünf Mitglieder gemäß der Fraktionsstärke ebenfalls einstimmig benannt wurden. Neben dem Haupt- und Finanzausschuss (HFA), der gesetzlich verpflichtend ist, wurden wie bisher der Ausschuss für Dorfentwicklung, Bau- und Umweltfragen (DBU) und der Ausschuss für Sport, Kultur- und Jugendfragen (SKJ) gebildet. Mit der Wahl der Vertreter und Stellvertreter für die Verbandsversammlungen, Zweckverbände und Wirtschaftsförderung des Kreises Bergstraße ging es weiter. Benannt wurden Vertreter für den Kindertagesstättenausschuss. Beschlüsse zur Schlussbilanz 2024 standen auf der Tagesordnung sowie in nicht öffentlicher Sitzung Grundstücksangelegenheiten.
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Reden zur Lage der Gemeinde
In seiner Rede zur Eröffnung der Sitzung sprach Bürgermeister Karsten Krug die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden an, die sich voraussichtlich weiter verschärfen werde und Spielräume enger würden. Dennoch sieht Krug das gemeinsame Ziel mit den Gemeindevertretern: Die Lebensqualität in Groß-Rohrheim zu sichern, die Gemeinde weiterentwickeln – zwangsläufig auch mit Blick auf die Grundsteuer B. Zu den vielen Themen für die nächsten Jahre zählte Krug die Vermarktung der beiden neuen Gewerbegebiete, die Entwicklung eines neuen Einzelhandelsstandortes, die Sportstättenplanung und die kommunale Wärmeplanung sowie das Erstellen eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes im Rahmen des Förderprogramms. Auch um den Dauerbrenner Badestelle am Kiessee geht es. Krug spricht sich für eine sachliche, konstruktive und verantwortungsbewusste Arbeit zum Wohle der Gemeinde aus. In diesem Sinne einer lösungsorientierten Zusammenarbeit ohne ideologische Scheuklappen hielt auch „Altersvorsitzender“ Walter Öhlenschläger seine Rede, der die Gemeindevertretung in der Entwicklung der letzten Jahre hier auf einem guten Weg sieht. Wohin Streit führen kann, machte Öhlenschläger an einem Beispiel aus den 1960er Jahren deutlich, als wegen der Uneinigkeit die damals neue Lindenhofschule keine Einweihungsfeier bekam.
Hannelore Nowacki
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