
KREIS BERGSTRASSE – Um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und insbesondere im Schülerverkehr zu erhöhen, haben die Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Südhessen und die Abteilung ÖPNV und Mobilität der Bergsträßer Kreisverwaltung Ende Juni erneut gemeinsam gezielte Bus-Kontrollen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Bensheim durchgeführt. „Der Busverkehr muss – wie der übrige öffentliche Personennahverkehr auch – absolut sicher sein. Dafür setzen wir uns ein und dies wollen wir mit Hilfe der Kontrollen noch forcieren“, so Landrat Christian Engelhardt, der sich vor Ort selbst ein Bild von der Aktion machte. „Gerade im Schülerverkehr sollen unsere Kinder und Jugendlichen sicher und sorgenfrei unterwegs sein können. Die jetzt durchgeführten Kontrollen zeigen abermals, dass es hier und dort noch Verbesserungsbedarf gibt.“
Insgesamt kontrollierten die Beamte der Verkehrsinspektion und die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung diesmal 17 Linienbusse während des Aktionszeitraums. Die Bilanz: Lediglich ein Busfahrer konnte anschließend ohne Beanstandungen seine Fahrt fortsetzen. Neben fehlenden oder mangelhaften Ausrüstungsgegenständen, wie Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Material und Nothämmern, nicht im Original mitgeführten Zulassungsbescheinigungen, fehlendem Fahrer-Qualifikationsnachweis und einem Verstoß gegen fahrpersonalrechtliche Vorschriften, verzeichneten die Kontrolleure 14 technische Mängel an den Linienbussen.
Zwei Linienbussen mussten die Ordnungshüter die Weiterfahrt untersagen. In einem Fall war die Druckluftleitung des Bremssystems undicht. Ein Gutachten einer technischen Prüfstelle dokumentierte anschließend zwei gefährliche, vier erhebliche und zwei geringe Mängel an diesem Bus. Bei einem weiteren Linienbus war die Lauffläche eines Reifens dermaßen abgefahren, dass die Karkasse deutlich erkennbar war. Zusätzlich war der Ölbehälter der Servolenkung leer, wodurch das Lenkverhalten hätte beeinträchtigt sein können. Die Weiterfahrt wurde dem Busfahrer hier nur bis zur nächsten Werkstatt gestattet.
Darüber hinaus war bei zwei Bussen die Funktion der Reverseeinrichtung fehlerhaft. Dieses System dient dazu, dass sich die Fahrgasttüren bei Widerstand wieder selbstständig öffnen, um das Einklemmen von Personen zu verhindern. Bei zwei Bussen wurden Reifen nahe der Verschleißgrenze bemängelt und bei drei Fahrzeugen befanden sich Steinschläge in den Windschutzscheiben, einer davon im Sichtbereich des Fahrers. Die Busunternehmen müssen nun zeitnah die Behebung der Mängel nachweisen. zg
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