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  • Fr., 01. März 2024, 12:56 Uhr
    VERKEHR: Riedbahn-Sperrung im Februar hatte wenig Auswirkung auf Autoverkehr

    Kontrollen brachten vielen ein „Knöllchen“ ein

    Wie hier in der Neuen Schulstraße als Einbahnstraße dürfen Autos regulär auf beiden Seiten parken. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Stadtpolizei war im Februar besonders aktiv und erfolgreich in der Überwachung des ruhenden Verkehrs – die Autofahrer mit nicht angepasstem Parkverhalten haben es zu spüren bekommen. Es hagelte Verwarnungen. Bürgermeister Gottfried Störmer verdeutlichte in einem Pressegespräch „den wirklichen Grund“: Nicht wegen der Finanzmittel sei das Parken verstärkt überwacht worden, vielmehr gebe es Beschwerden, dass die Gehsteige nicht nutzbar seien. Einen Unfall nannte Störmer, als bei Glatteis jemand von der Eleonorenstraße kommend zur Friedhofstraße abgerutscht sei. Menschen mit Rollator, Kinderwagen und Kinder auf dem Schulweg seien bei zugeparkten Gehwegen gefährdet. Auch der Busverkehr werde beeinträchtigt. Ein Unrechtsbewusstsein gebe es nicht, stellte Störmer fest, so werde in sozialen Netzwerken geäußert: Ich muss doch mein Auto abstellen. Bürgermeister Störmer weist auf den Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung hin, der von den Verkehrsteilnehmern Rücksicht einfordert. Störmers Botschaft: An die Sicherheit der anderen und schwächeren Verkehrsteilnehmer denken.

    Tatsächlich haben sich die Aktionswochen der Stadtpolizei auf das Parkverhalten ausgewirkt, wie Störmer anhand von Zahlen erläuterte. Allein in zwei Tagen Anfang Februar kam es zu 174 Verwarnungen, in der zweiten Woche kamen zu allen Uhrzeiten 800 Verwarnungen zusammen, auch um 23 Uhr sei noch kontrolliert worden. Dabei ging es auch um das unerlaubte, gefährliche Parken entgegen der Fahrtrichtung. Störmer empfiehlt einen Blick auf den Paragrafen 12 der Straßenverkehrsordnung. In der dritten Woche bis 16. Februar wurden nur noch 306 Knöllchen verteilt. Insgesamt hat die Verwaltung innerhalb von zweieinhalb Wochen rund 1.300 Verwarnungen registriert.

    Zur Umstellung vom Auto aufs Fahrrad kann das Nextbike-Angebot mit 500 Rädern in Lampertheim beitragen. Zur Ausleihe teilte Störmer Zahlen mit: Im ganzen Jahr 2023 sind 1.200 Ausleihen verzeichnet, wobei die Nutzung jahreszeitlich schwankt. Wenn es kalt ist wie im Januar waren es 59 Ausleihen, im Dezember 69 Ausleihen, aber im Mai ein Anstieg auf 126 und im Juli auf 173 Ausleihen. Im Ferienmonat August dagegen wurden die Leihräder weniger genutzt mit 119 Ausleihen. Störmer wirbt für die Mobilitätswende und diese Angebote, die mit App unproblematisch nutzbar seien. Die Stadt ist bei Nextbike angeschlossen. Schüler fahren offenbar aufs Leihrad ab, wenn die Schule früher aus ist anstatt auf den Bus zu warten. Am Bahnhof seien über 300 Ausleihen und Rückgaben seit Einführung festgestellt worden.

    Verkehrszählung bei Riedbahn-Sperrung

    Erstaunlich war die Verkehrsentwicklung zur Zeit der Riedbahn-Sperrung im Februar. Wie Bürgermeister Störmer anhand von Messungen zu verschiedenen Tageszeiten belegen kann, hat sich mit 9.770 Fahrzeugen keine wesentliche Steigerung des Verkehrs in der Römerstraße bis Einmündung in die Mannheimer Straße ergeben. Auch die Sorgen, dass rund um die vier Haltestellen der Schienenersatzbusse an der B 44 Autos in den Wohngebieten und Fahrräder ungeregelt abgestellt würden, hätten sich nicht bestätigt. An den Haltestellen habe man nur wenige Leute gesehen. Zweifel äußert Störmer zur fünfmonatigen Riedbahnsperrung ab Sommer. Die Haltestellen an der B 44 waren bereits Anlass zu viel Kritik, wie Störmer berichtet: Die Einstiege seien nicht barrierefrei und nachteilig sei, dass es keine zeitliche Koordinierung mit anderen Busverbindungen gebe wie aus Hüttenfeld. Auch gebe es keine Sitzbank und keine Anzeige, nur ein Schild. Allerdings gebe es wegen der engen Straßen vom Bahnhof bis zur B 44 für den Ersatzbusverkehr keine Alternative, stellte Störmer fest. Hannelore Nowacki

     

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