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Di., 04. August 2020, 08:49 Uhr
„SCHÖNES NORDHEIM”: Bürgertreff wünscht sich Transparenz der Zuständigkeiten am Rhein
Konzept für Erholung und Sauberkeit am Rhein als Ziel
Beim Bürgertreff „Schönes Nordheim“ ging es am Samstag schwerpunktmäßig um die Zustände auf der Natostraße und am Rhein, die für Unmut sorgen. Ein Konzept soll Abhilfe schaffen. Im Bild: Günter Mössinger (links) und Rüdiger Glaser. Foto: Hannelore Nowacki
NORDHEIM – Wie ist es am Rhein so schön. Davon weiß man in Nordheim ein Lied zu singen, jedoch eines mit vielen Misstönen wegen der auswärtigen Besuchermassen und vieler Müllsünder. „Schönes Nordheim“ nennt sich der lose Bürgerverbund, ein Name, der Programm und Ziel benennt. Dass es in Nordheim schön ist und Besucher einige historische Besonderheiten entdecken können, liegt an der Natur und am Engagement von Nordheimer Bürgern. So betreut der Verein für Heimatgeschichte den Fährturm und die Überreste der Burg Stein, bietet Führungen an, pflegt die Anlagen und informiert die Besucher mit Infotafeln. Weit über die Gemeindegrenzen hinaus ist das Rheinufer auf Nordheimer Gemarkung zum Anziehungspunkt für Ausflügler, Angler und Camper mit ihren Campingmobilengeworden. Ein Bekanntheitsgrad in Coronazeiten, der mit unerfreulichen Folgen wie Vermüllung der Uferbereiche und Landschaft sowie massenhaftem wildem Parken und Campen für viele Nordheimer zum Ärgernis geworden ist. Diese Situation draußen am Rhein war schon beim ersten Treffen der Gruppe Anfang Juli das Schwerpunktthema. Transparenz der Zuständigkeiten, klare Regeln und ein Konzept für die entspannte Erholung am Rhein sollen die Lage befrieden. Interessierte Nordheimer Bürger haben sich in losem Verbund zusammengefunden, wer es zeitlich einrichten kann, der kommt. Diesmal waren neben Rüdiger Glaser, Tanja und Willi Krück, Sven Ruh, Volker Schmidt und Mirko Steger Ortsvorsteherin Renate Weissbrodt und Günter Mössinger dabei. Der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte hatte Landkarten vom Rheinverlauf mitgebracht, die ebenso wie die Landkarten aus dem Fundus der Ortsvorsteherin bei der Einzeichnung der Zuständigkeiten und anderer Merkmale helfen sollen. Denn der Knackpunkt aller Überlegungen für geordnete und saubere Verhältnisse am Rhein sind die behördlichen Zuständigkeiten, bei denen die Nordheimer die notwendige Transparenz vermissen. Aktuell könnten weder die Gemeinde noch die Polizei viel tun. Der Bürgermeister wolle mal rausfahren an den Rhein und dort mit den Leuten reden. Spontan hatte sich an einem Wochenende eine Gruppe von fünfNordheimern zum Müllsammeln zusammengetan, was aber keine Lösung sein könne, war man sich einig. Für das Rheinufer sei das Wasserschifffahrtsamt in Mannheim zuständig, aber dem sei alles egal, wusste Ortsvorsteherin Weissbrodt zu berichten. Nach Mössingers Informationen werde die Wasserbehörde bald nach Freiburg verlagert. Wenn das Konzept von Bürgermeister Scheib mit eingezeichneten Parkbuchten auf der Natostraße bei einer erlaubten Parkzeit von drei Stunden realisiert würde, könnte das Ordnungsamt dort kontrollieren und verwarnen, ist die Hoffnung. Mehr Aufenthaltsqualität wolle Scheib durch die Aufstellung von Sitzbänken erreichen. Das kommt bei der Gruppe gut an. Von seinem Gespräch mit dem Lampertheimer Bürgermeister berichtete Ruh, dass dort der Druck auf die Verwaltung wegen der Sperrung der Natostraße zugenommen habe. Das wilde Campen am Rhein auf Nordheimer Gemarkung sei verboten, doch entweder fehlten Verbotsschilder oder sie seien zu klein, deshalb die Forderung der Gruppe nach großen Schildern gleich an der Zufahrt. Was das Angeln angeht sei alles amtlich geregelt, teilte Mössinger mit, der aus einer Broschüre des Umweltministeriums vorlas. Darin wird ein harmonisches Bild der vielfältigen Freizeitnutzung am Rhein gezeichnet. Bis zum nächsten Treffen hat sich Mössinger bereit erklärt, die Karten anzulegen, Schilder und Wegekennzeichnungen sowie die Zuständigkeiten als Basis für das angestrebte Konzept einzuzeichnen. Ortsvorsteherin Weissbrodt wies darauf hin, dass das Thema Zugang zum Rhein im Rahmen einer Ortsbeiratssitzung oder eines Bürgergesprächs öffentlich erörtert werden soll. Glaser wünscht sich mehr Unterstützung vom Landrat für die Entwicklung des sanften Tourismus, den Wanderer in die Nordheimer Gemarkung bringen sollen. Dafür wäre jedoch eine andere Wegführung des Europäischen Fernwanderweges E 8 nötig. Hannelore Nowacki