FDP befürchtet zunehmende Lärmbelastung durch den Güterverkehr auf der Schiene
Konzertierte Aktion über alle Parteigrenzen hinweg erforderlich
Die FDP-Spitze strebt eine gemeinsame Aktion gegen Bahnlärm über Parteigrenzen und in Kooperation mit der Verwaltung und den Bürgern an. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Die zunehmende Lärmbelastung durch den Güterverkehr auf der Schiene stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des FDP-Vorstandes in Lampertheim. Neben dem Problem der von der Deutschen Bahn geplanten Neubaustrecke durch den Lampertheimer Wald und über die Heide ist die nächste Herausforderung für die Lampertheimer Bürger die geplante Erhöhung der Güterverkehre auf der Riedbahn.
Die Riedbahn, die durch Lampertheim führt, ist heute schon stark durch Personen- und Güterverkehr belastet. Laut Prognosen wird die Belastung vor allem durch Güterzüge in Zukunft weiter stark wachsen. „Sollten die Prognosen eintreffen, werden statt heute 75 in Zukunft bis zu 150 Güterzüge täglich durch Lampertheim rauschen, und zwar hauptsächlich nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens“, sagt Dr. Albert Breckner, der das Thema sachkundig vorstellte. Betroffen sind nach einer Erhebung des Eisenbahn Bundesamtes (EBA) 7.600 Personen in Lampertheim, die durch Bahnlärm stark oder sehr stark belastet sind.
„Da die Riedbahn eine Bestandsstrecke ist, können wir nicht davon ausgehen, dass die Deutsche Bahn ohne politischen Druck in zusätzliche oder verbesserte Lärmschutzmaßnahmen investieren wird“, so Dr. Gernot Diehlmann. Bisher stand das Thema Lärmbelastung durch den Güterverkehr nicht sehr hoch auf der politischen Agenda. Das muss sich ändern. Deshalb schlägt die FDP eine konzertierte Aktion von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft auf allen Ebenen und über alle Parteigrenzen hinweg vor. Die FDP unterstützt dabei die Bürgerinitiative Lampertheim (BILA) als zentralen Handlungspartner. Diese hatte schon in den vergangenen Jahren erfolgreich gegen die geplante Neubaustrecke der Deutschen Bahn durch den Lampertheimer Wald mobilisiert.
„Dem Eisenbahn-Bundesamt und der Deutschen Bahn muss deutlich gemacht werden, das sich Lampertheim nicht einfach so in sein Schicksal fügen wird, sondern über Parteigrenzen hinweg zusammensteht und kämpft“, meint Helmut Hummel.
Es ist deshalb wichtig, dass sich möglichst viele Lampertheimer an der Fragebogenaktion des Eisenbahn-Bundesamts zu Lärmbelästigungen durch den Schienenverkehr beteiligen. Auf diese Fragebogenaktion hatte erstmals die BILA vor wenigen Tagen aufmerksam gemacht. Für die Teilnahme an der Fragebogenaktion ist es nicht erforderlich, direkt an der Bahnstrecke zu wohnen. Alle Lampertheimer in allen Stadtteilen können mitmachen. Fragebögen sind u.a. im Rathaus-Servicebüro der Stadt erhältlich. Der Fragebogen kann auch online auf der Webpage des Eisenbahn Bundesamts unter www.laermaktionsplanung-schiene.de)
ausgefüllt werden. zg