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  • Mo., 23. September 2019, 22:49 Uhr
    PaHoRi – die Palliativ- und Hospizinitiative im Ried begleitet bei Trauer und schwerer Krankheit

    Kostenfreie Begleitung trauernder Kinder, Jugendlicher und Erwachsener

    Trauer und Abschied nehmen – in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen gibt es viele Möglichkeiten, wie die Koordinatorinnen Gaby Weiß-Szpera (links) und Petra Bauer beim Pressegespräch erklärten. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Zwei Hasen sitzen nebeneinander und sinnieren, der eine lässt seine Löffel traurig hängen und sagt: „Eines Tages werden wir sterben“. Darauf meint der andere, mit aufgestellten  gespitzten Ohren weise: „Ja, aber bis dahin werden wir leben!“ Dieses Bild auf der Visitenkarte von PaHoRi mit der Telefonnummer gegen Kummer spricht „Klartext“ und tröstet. Erwachsene, Jugendliche und auch Kinder brauchen Unterstützung beim Trauern, die sie bei der Palliativ- und Hospizinitiative im Ried, kurz PaHoRi, sogar kostenfrei bekommen. Der ambulante Palliativ- und Hospiz-Begleitdienst begleitet sie durch traurige Lebenssituationen, wenn Angehörige, Freunde oder andere Nahestehende sterben, schwer oder lebensverkürzend erkrankt sind. Mit Blick auf die nächste Kindertrauergruppe, die am 16. Oktober beginnt, war die Presse zum Gespräch in die PaHoRi-Räume eingeladen. Die leitende, hauptamtliche Koordinatorin Gaby Weiß-Szpera und ihre ehrenamtlich tätige Kollegin Petra Bauer, die Fachkraft und Koordinatorin für die Kinder- und Jugendtrauerbegleitung, erläuterten die zahlreichen Angebote, die Kinder und Jugendliche in Einzel- und Gruppenbegleitung unterstützen. Einen  Tisch im Nebenraum hatten die beiden Fachkräfte beispielhaft mit Dingen dekoriert, die bei der Trauerbegleitung hilfreich sind, die den Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Gefühle des Abschiedsnehmens und der Trauer kreativ begreifbar und vorstellbar zu machen. Im hölzernen Schatzkästchen mit hübsch aufgeklebtem Namen kann Opas Brille aufbewahrt werden, im Glas mit Schraubdeckel und farbigem Handabdruck sind auf gestalteten Zetteln schöne Erlebnisse mit dem Verstorbenen festgehalten, Malstifte und ein Malblock liegen bereit. Bildkarten der Gefühle, eine Stärken- und Schatzkiste für Kinder und Jugendliche in Buchform regt zum Lesen an und ein schwarzes samtenes Tuch mit vielen bunten Stoffstückchen ist ausgebreitet. Ist die Trauer groß, bedeckt das schwarze Tuch alles Bunte, erklärte  Gaby Weiß-Szpera, und legte es über die bunten Stoffe. Ein gebastelter Zweig liegt sinnbildlich auf dem Tuch, der die wunderbare Verwandlung einer Raupe in den prächtigen Schmetterling darstellt. Der große flauschige  Froschkönig thront auf dem Stuhl, bereit ein Kind zu trösten, auch das kleine Tränchen soll es können. Und natürlich der Hase, das weiche Plüschtier. In der Kindertrauergruppe für 7- bis Dreizehnjährige werden die Trauerprozesse thematisch erarbeitet, 8 Mal in Folge zu festen Terminen. Die Trauer-Einzelbegleitung für Kinder und Jugendliche kann in der eigenen häuslichen Umgebung oder in der Trauersprechstunde stattfinden.

    Trauer und Abschied finden emotionale Ausdrucksmöglichkeiten beim thematischen Gestalten, Malen und Basteln. Foto: Hannelore Nowacki


    Das Trauerbegleitungs- und Beratungsangebot für Schulen und Kindergärten gibt Hilfe und Beratung bei der Gestaltung des Abschiednehmens, wenn ein Familienangehöriger, ein Klassenkamerad oder ein Lehrer verstorben sind, auch bei Suizid. Die PaHoRi-Yolo-Gruppe „Die Sache mit dem Sterben – warum es zum Leben dazugehört“ ist eine anderthalbstündige Projekteinheit für Schüler der 7. und 8. Klassen sowie für die Konfirmationsklassen. An der Familientrauerbegleitung können auch enge Freunde teilnehmen, wenn ein enger Familienangehöriger, zum Beispiel ein Elternteil, Kind, Geschwister oder ein Großelternteil verstorben sind. Familien werden auch begleitet, wenn ein Elternteil schwer oder lebensverkürzend erkrankt ist. Schwer oder lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche werden ab Diagnosestellung begleitet. Begleitung heißt: Begleitung zu Arztbesuchen, Entlastung der Eltern durch Anwesenheit und Unterstützung im Alltag, Betreuung zuhause, Unternehmungen mit den Geschwisterkindern und vieles mehr – was in der Familie individuell benötigt wird. In der ambulanten Begleitung von PaHoRi sind 30 ehrenamtliche Begleitungen tätig, sieben befinden sich in Ausbildung.   Hannelore Nowacki

    Weitere Informationen unter www.pahori.de. Bürozeiten sind dienstags und donnerstags von 15.30 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. E-Mail: info@pahori.de. Telefon 06206/710203. 

     

     
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