Mi., 19.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 13. Februar 2024, 06:58 Uhr
    Bildkultur: Ausstellung „Apt. 1807“ von Hennes Hamann in der „Galerie im Haus am Römer“

    Kraft der Farben und der Kontraste

    Die „Tischszene“ im Großformat – Hennes Hamann und Kulturamtsleiter Rolf Hecher bei der Betrachtung. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Kraftvolle Pinselstriche, ein satter Farbauftrag, der die Bilder zum Leuchten bringt – Hennes Hamann hat seine Werke mit Acrylfarben auf meist großformatiger Leinwand gestaltet und dabei ganz unterschiedliche Motive gewählt. Einige Bilder sind inspiriert von Geschichten aus der Bibel und christlichen Legenden, Fabelwesen und rätselhafte Gestalten mischen sich in die dargestellten Szenen. Aber auch Blumen und romantische Momente hält Hennes Hamann bildlich fest, gerne immer wieder seine große Liebe. Unverdünnt hat der Künstler seine Farben verwendet und kontrastreiche Bilder geschaffen, von denen eine besondere Wirkung ausgeht. 

    Bei manchen Motiven erscheint eine Aussage offensichtlich wie beim Roulette-Spieler, andere Bilder wirken auf den ersten Blick unergründlich wie die „Zeitenwende“ und „Nach dem Tanz“, die tragische Geschichte Johannes des Täufers, der Opfer von Intrigen unter König Herodes wurde. Ein anderes Bild mit christlicher Symbolkraft ist Sankt Martin, der seinen Mantel mit dem Schwert zerteilt, um einem Bettler zu helfen. Diese Szene hat Hennes Hamann in die Neuzeit in das Elend eines Rotlichtviertels transferiert. Anleitende Interpretationen will Hennes Hamann nicht geben, es komme immer auf den einzelnen Betrachter an, wie die symbolischen Beziehungen interpretiert werden. Bei der Ausstellungseröffnung am vergangenen Freitag war die Resonanz mit über sechzig Besuchern überwältigend – Familie, Freunde, Kollegen waren der Einladung gefolgt. Und die Lampertheimer Künstlerszene aus Musik und den bildenden Künsten war stark vertreten. 

    Malen wieder für sich entdeckt
    Man kennt Hennes Hamann in Lampertheim vielfach noch als kleinen Bub, der in der Musikschule das Waldhorn spielte. Fachbereichsleiter Rolf Hecher erinnert sich an ihn als Schul- und Jugendfreund seines Sohnes. Joachim Sum, Leiter der Musikschule Lampertheim, gab der Vernissage mit Variationen von Stücken der Rolling Stones und David Bowie an der Gitarre den musikalischen Rahmen. Nach der Begrüßung und einführenden Worten von Rolf Hecher war Hennes Hamann gefragter Gesprächspartner. In einem Pressegespräch mit Rolf Hecher zuvor hatte sich der 29-jährige Künstler vorgestellt. In Lampertheim ist er aufgewachsen und zur Schule gegangen. Im Alter von 15 Jahren entschied er sich für eine Ausbildung zum Grafikdesigner, weil er schon immer gerne malte und zeichnete. Doch dann machte er lieber sein Abi nach, studierte in Mannheim und an der University of Exeter in Großbritannien Betriebswirtschaft und machte an der London Business School seinen Master in Financial Analysis. Nach dem Studium war er in London bei einer großen Schweizer Bank im Bereich Investment Banking tätig und begleitete internationale Unternehmen bei Fusionen und Akquisitionen. 

    Dass er wieder mit dem Malen anfing, verdanke er seiner Freundin: Sie brachte ihm einfach mal Leinwände und Farben mit. In den frühen Morgenstunden nach langen nächtlichen Arbeitsstunden sei er an seine Staffelei gegangen. Die meisten der jetzt ausgestellten Bilder sind dort entstanden, in der Wohnung im 18. Stock eines Hochhauses im Londoner Bankenviertel Canary Wharf, die viele weiße Wände hatte. Deshalb wählte Hennes Hamann als Titel für die Ausstellung „Apt. 1807“. Beim Umzug zurück nach Deutschland waren Vater und Bruder mit einem Bus gekommen, um die Bilder unbeschadet zu transportieren. Das Titelbild „Große Erwartung“ auf dem Plakat und der Einladungskarte ist in Mannheim entstanden, wo Hennes Hamann seit seiner Rückkehr vor anderthalb Jahren lebt und bei einer international agierenden Unternehmensgruppe als Manager im Bereich Corporate Development tätig ist.

    In der Reihe „Bildkultur“ haben lokale Künstler seit 2006 die Möglichkeit, ihr vielfältiges Schaffen mit Unterstützung der Volkshochschule einem breiten Publikum zu präsentieren. Diese 67. Ausstellung mit Werken von Hennes Hamann in der Galerie im „Haus am Römer“ in der Domgasse 2 ist während der Öffnungszeiten (montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie nachmittags montags und dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr) bis zum 8. März zu sehen. 

    Hannelore Nowacki


    Hennes Hamann mit Kulturamtsleiter Rolf Hecher bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Hannelore Nowacki


     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2