MUSIKZUG DER FEUERWEHR: Stabführer Erik Minnder lässt den Kontakt zu seinen Musikern nicht abreißen
Kreativität ist gefragt
Erik Minnder, Stabführer des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt und Hofheim, lässt sich immer wieder etwas einfallen, um den Kontakt zu seinen Musikern aufrechtzuerhalten. Foto: oh
BÜRSTADT - Die Corona-Pandemie verändert viele Lebensbereiche und hat auch nahezu alles Vereinsleben lahmgelegt. Damit der Kontakt nicht ganz abreißt, sind neue, innovative Wege gefragt. Beim Musikzug der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt und Hofheim sind es beispielsweise Ratespiele und Mitglieder-Porträts, die das Wir-Gefühl stärken.
Anfang des Jahres war die Welt noch in Ordnung, die Spielgemeinschaft wirkte beim närrischen Rathaussturm und dem Fastnachtsumzug mit, die Trommelshow-Formation zeigte bei verschiedenen Prunksitzungen ihr Können. Mit dem Lockdown Mitte März wurden Veranstaltungen abgesagt, die Spielstunden im Gerätehaus der Bürstädter Feuerwehr durften nicht mehr stattfinden. Um den Kontakt zu seinen Musikerinnen und Musikern aufrechtzuerhalten, ließ Stabführer Erik Minnder sich etwas einfallen: Immer donnerstags um 19 Uhr, normalerweise Probenbeginn, postete er in die WhatsApp-Gruppe des Musikzuges ein Foto. Es zeigte Aktivitäten der vergangenen Jahre wie die Stocherkahnfahrt auf dem Neckar, den Ausflug nach Mainz in die Kletterhalle, die Planwagenfahrt in Freinsheim oder den Auftritt bei der Verschwisterungsfeier 2019 im französischen Dieulouard, der Partnergemeinde Hofheims. Die Aufgabe der Mitglieder war es nun, herauszufinden, wann und wo das Event stattgefunden hat. Wer als erstes die richtige Antwort wusste, wurde mit einer Kleinigkeit belohnt. Minnder ließ es sich nicht nehmen, Pralinen und Schokolade persönlich – und mit dem nötigen Abstand – zu überbringen. Auch das Gewinnerfoto war auf WhatsApp zu sehen.
Im Herbst fanden sehr zur Freude der Musiker und unter Beachtung der AHA-Regel einige Male Spielstunden statt. Dann kam der nächste Lockdown. Der Stabführer stellt seitdem jeden Donnerstagabend zu einem der über 40 Mitglieder ein kleines Porträt samt Foto in die WhatsApp-Gruppe. „Die Kleinen kennen die Großen nicht und umgekehrt, das macht das Ganze sehr abwechslungsreich“, erzählt Stabführerin Stefanie Bär. Die Altersspanne in der Truppe reiche von 9 bis 86 Jahre, da sei es interessant, etwas über Schule, Beruf oder den musikalischen Werdegang zu erfahren. „So bleibt auch während der Pandemie das Miteinander erhalten und man verliert sich nicht aus den Augen“, freut sich die Hofheimerin über diese Aktion, in Kürze sei auch ein Zoom-Meeting geplant. Natürlich hofften alle, dass bald wieder Normalität einkehrt, die Musik und die Gemeinschaft fehlten einfach. Erik Minnder hält den Laden zusammen, auch was die Instrumentalausbildung anbelangt. Da diese aufgrund der aktuellen Lage nicht in gewohnter Weise durchgeführt werden kann, unterrichtet er Flöte und Trommel bis auf Weiteres online. Petra Gahabka