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  • Do., 29. August 2019, 22:42 Uhr
    SPD-Fraktion informiert sich über die Arbeit der Betreuung in der Nibelungenschule 

    Kreis prüft angesichts der herrschenden Platznot Lösungen

    Die SPD-Fraktion machte sich in Hofheim vor Ort ein Bild über die  Arbeit der Betreuung in der Nibelungenschule. Foto: Petra Gahabka


    HOFHEIM – Auch die nächsten Jahre wird die Zahl der Kinder an der Nibelungenschule Hofheim weiterhin steigen. Da sei es „wichtig, dass die baulichen und inhaltlichen Voraussetzungen stimmen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Lampertheimer Sozialdemokraten, Marius Schmidt, am Dienstagnachmittag beim Termin „SPD vor Ort“ mit 20 Teilnehmern.   

    In den Ferien hatte der CDU-Ortsverband im Rahmen seiner Sommertour der Nibelungenschule einen Besuch abgestattet, bei dem die akute Platznot ein Thema war. Nun kommt Bewegung in die Sache, erfuhren die Genossen, die zusammengekommen waren, um sich über die Arbeit der Schülerbetreuung zu informieren. Im Mittelpunkt standen die Fragen „Wie können Räume geschaffen werden? und „Welche Schwierigkeiten und Herausforderungen gibt es?“ – auch mit Blick auf die Implementierung eines funktionierenden Ganztagesbetriebs. Das Angebot „Familienfreundlicher Kreis“ soll Schritt für Schritt in den „Pakt für den Nachmittag“ überführt werden, ließ Marius Schmidt wissen. Doch davon ist man hier noch weit entfernt. 

    Der Verein Lernmobil Viernheim, ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe, ist seit einem Jahr für die Grundschulbetreuung von Unterrichtsende bis 16.30 Uhr zuständig. „Wir sind noch in der Anfangszeit und arbeiten ein bisschen provisorisch“, merkte Dr. Gerd Baltes, Geschäftsführer Lernmobil, an. Es gebe kein Büro, keine Unterstellmöglichkeiten für Gerätschaften wie Roller. Bei der Übernahme noch einzügig, wird das Angebot aktuell von zwei Gruppen genutzt. Und man werde weiterwachsen - Kinder, Betreuungsräume, Personal. Schule sei nicht nur Bildung, sondern werde immer mehr ein Lebensort, dies versuche man als Träger gemeinsam mit der Schule umzusetzen. „Wir sind jetzt offen für die Entscheidungen, die getroffen werden. Findet sich hier keine Lösung, ist eine Option, zumindest vorübergehend, die Alte Schule:“ Ziel sei aber eine pädagogische Einheit an einem Standort. 

    Christine Zweigler, Leiterin der Hofheimer Betreuung und auch für Lampertheim zuständig, berichtete bei der Besichtigung des Betreuungsangebots von den täglichen Herausforderungen, die es für das fünfköpfige Team zu bestreiten gilt. Ab 12 Uhr besteht für die 50 Kinder die Möglichkeit in der Küche das Mittagessen einzunehmen, um 13.30 Uhr kommen noch 17 Hauptschüler dazu. Der multifunktionale Raum gegenüber ist auch gleichzeitig Büro, „für Elterngespräche eine suboptimale Situation, zum telefonieren gehen wir auch schon mal raus“, berichtete Zweigler. Um 15 Uhr schließt die Hausaufgabengruppe, dann stehen Freispiel oder Kreativangebote auf dem Programm. Eine weitere Herausforderung sei der große Bewegungsdrang der Kinder, die sowohl Drinnen als auch auf dem Schulhof oft auf den laufenden Unterricht Rücksicht nehmen müssten. Da für die Kinder keine Experimentierfelder zur Verfügung stünden, sei man froh, die Fachräume der Hauptschule mitnutzen zu dürfen. 

    „Wir haben Raumnot ohne Ende“, machte auch Cornelia Kerkhecker, seit April neue Schulleiterin, deutlich. Vier Klassen seien schon ausgegliedert in einem Container, der Computerraum habe einem Unterrichtssaal weichen müssen, die Betreuungsräume würden doppelt genutzt, für die Erstklässler fehle ein Klassensaal. Als der Schulentwicklungsplan aufgestellt wurde, habe noch niemand mit solch einem Boom gerechnet. „Die Zahlen ändern sich monatlich, offenbar ist Hofheim sehr attraktiv als Zuzugsort“, merkte Kerkhecker an. Nach den aktuellen Zahlen werde die Bildungseinrichtung in den beiden nächsten Jahren dreizügig, heißt: es werden noch zwei Klassenräume mehr gebraucht. Der Kreis habe jetzt reagiert, das Amt für Schule und Gebäudewirtschaft prüfe in Kürze, ob zum Ende des Jahres für die Schülerbetreuung ein Rückgang in die Alte Schule geplant werde oder für diese neue Container kommen. Beides würde die Situation für einige Jahre entspannen, auch mit Blick auf die angekündigte Sanierungsphase. Die Schulleiterin sprach sich für die wirtschaftlichste Lösung aus, handle es sich doch um ein Übergangsmodell. „Wir haben nichts davon, wenn hier Geld ohne Ende in drei, vier Jahre gesteckt wird, das wir hinterher für den Neubau nicht haben.“ Petra Gahabka

     

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