Der 1. Weltkrieg – einzigartige Sonderausstellung im Burg-Stein-Museum eröffnet
Krieg mit Geduldspiel im Schützengraben
Zwei lohnende Broschüren hat der Verein für Heimatgeschichte zur Ausstellung herausgegeben, die Bruno Weingärtner hier hochhält. Foto: Hannelore Nowacki
NORDHEIM – Die Ausstellung erwies sich schon zur Eröffnung am Kerwesonntag als Besuchermagnet. Vom Leben und Sterben an der Front im 1. Weltkrieg handelt diese einzigartige Sonderausstellung im Burg-Stein-Museum, vom Krieg, der in Nordheim und Biblis viele trauernde Familien hinterließ. Der Alltag in Deutschland, auch in Nordheim war zunehmend vom Krieg bestimmt, davon geben die Ausstellungsstücke Zeugnis. Persönliche Briefe und Postkarten sind zu sehen, Notgeld und Spiele. Soldaten und die Daheimgebliebenen konnten sich mit dem „Geduldspiel im Schützengraben“ oder dem „Belagerungsspiel“ verweilen. Leihgaben aus dem Besitz Nordheimer und Bibliser Bürger haben diese Ausstellung ermöglicht.
Der Verein für Heimatgeschichte erinnert mit dieser Sonderausstellung an den Kriegsbeginn vor 100 Jahren und hat zwei Hochglanzbroschüren mit eindrucksvollen Einblicken in das damalige Leben herausgegeben. Bei der Eröffnung betonte der Vereinsvorsitzende Günter Mössinger, dass der Fokus auf dem lokalen Geschehen liege. „Wir wollten keine Militaria-Ausstellung machen“. Die damalige Kriegspropaganda kannte nur Siege, wie Mössinger bei der Durchsicht der Dokumente festgestellt hatte: „Man wundert sich“. Beigeordneter Bruno Weingärtner begrüßte die Besucher in Vertretung des Bürgermeisters und dankte allen Bürgern, die diese Ausstellung präsentationsreif gemacht haben.
„Ich kann es jedem Bürger nur selbst ans Herz legen, die Ausstellung zu besuchen“. Der Verein für Heimatgeschichte öffnet die Ausstellung im Burg-Stein-Museum (im Alten Rathaus) wieder am Sonntag, 5. Oktober und noch einmal am Sonntag, 12. Oktober, jeweils von 10 bis 12 Uhr bei freiem Eintritt. Die aufwändig gestaltete Broschüre mit dem Titel „Uns geht es noch gut und viele Grüße an Mutter …“ handelt von den Auswirkungen des 1. Weltkrieges in Nordheim und kostet 10 Euro. Reich bebildert mit bunten Feldpostkarten von damals ist die „Bibliser“ Broschüre zum Preis von 9 Euro.