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Di., 14. Juni 2022, 08:49 Uhr
Christina Adler-Schäfer in sechs Riedkommunen für ältere Mitbürger da
KÜMMERIN PAULA: Psychosoziale Fachkraft auf dem Land im Dienst
Die NORIE-Gemeinden gehen neue Wege gegen die Vereinsamung von alten Menschen. Die Bürgermeister Gottfried Störmer (Lampertheim), Helmut Glanzner (Einhausen), Volker Scheib (Biblis) mit Christina Adler-Schäfer als PauLa für die Riedkommunen, Erste Kreisbeigeordneter Diana Stolz sowie die Bürgermeister Rainer Bersch (Groß-Rohrheim), Barbara Schader (Bürstadt) und Christian Schönung (Lorsch) erläuterten bei einem Pressegespräch das Projekt PauLa. Foto: Hannelore Nowacki
EINHAUSEN – Im Odenwald gibt es sie schon länger, jetzt haben auch die sechs Riedkommunen ihre „PauLa“ zur Unterstützung für die älteren Mitbürger, die aus welchen Gründen auch immer, nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, meist unsichtbar für die Öffentlichkeit bleiben und auch in ihrer Nachbarschaft nicht mehr unterwegs sind, das Haus nicht mehr verlassen. Vereinsamung ist das Problem, das auch gesundheitliche Folgen haben kann. Alles verschärft noch durch die Coronakrise. Im Odenwald wurde wegen des festgestellten Bedarfs sogar eine zweite „kümmernde“ Psychosoziale Fachkraft auf dem Land eingestellt, in den Riedkommunen steht das Projekt am Anfang, hier sollen erst einmal Erfahrungen gesammelt werden. Im Rahmen eines Pressegesprächs im Einhausener Rathaus stellte die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz gemeinsam mit den Bürgermeistern Helmut Glanzner (Einhausen), Barbara Schader (Bürstadt), Gottfried Störmer (Lampertheim), Christian Schönung (Lorsch) und Rainer Bersch (Groß-Rohrheim) das Projekt vor, das ein Baustein im Netzwerk Ortsnahe Versorgung Ried (NORIE) ist. Die vertragliche Vereinbarung für NORIE unterzeichneten die Bürgermeister im Dezember 2019. Vor dem Pressegespräch hatten die Bürgermeister ihr Netzwerktreffen. Da die weiträumigen Lebensbedingungen im Odenwald andere sind als in den Riedkommunen, seien die beiden Projekte ähnlich wie Schwestern, aber nicht gleich, erklärte Dezernentin Stolz. Das präventive Angebot für Menschen ab 70 Jahren als Daseinsvorsorge in der Gemeinschaft habe das Ziel, dass sie so lange wie möglich in ihrer Umgebung selbständig leben können. Zugleich sollen Gesellschaft und Nachbarschaft für das Thema sensibilisiert werden und dies als gesellschaftliche Aufgabe betrachten. Mit den bestehenden Strukturen und Netzwerken werde zusammengearbeitet. Die Personalkosten werden vom Land getragen, die sechs Riedkommunen kommen für dasArbeitsumfeld und Räumlichkeiten auf, während der Kreis Bergstraße die Ausrüstung, das Fahrzeug und die Spritkosten übernimmt. PauLa wird kostenfrei aktiv, weiß wo man welche Unterstützung bekommen kann und fungiert als Schnittstelle zu weiteren Angeboten und Hilfen. Die 56-jährige Christina Adler-Schäfer aus Viernheim ist die ausgebildete Fachkraft mit Berufserfahrung als Psychologin und therapeutischer Tätigkeit sowie 15 Jahren Erfahrung als Mitarbeiterin des Kreises Bergstraße im Bereich Familien- und Jugendhilfe. Seit 1. Mai ist sie in ihrer neuen Aufgabe tätig, habe sich einen Überblick über die vorhandenen Netzwerke und Angebote verschafft und viele Fachkräfte kennengelernt. Aus ihrem Büro, das die Stadt Bürstadt zur Verfügung stellt, will sie gerne zu den Menschen hinaus zu Hausbesuchen, sobald ihre Unterstützung angefragt werde. Denn „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, zitierte sie Martin Buber. In der Projektkoordination beim Kreis sind die Ärztin Sabrina Vanessa Schmitz und Patrick Schmittinger tätig. Bürgermeisterin Schader geht davon aus, dass der Bedarf nach PauLa größer sei als „wir glauben“. Nach diesem ersten Schritt an die Öffentlichkeit soll es in Kürze einen Telefonanschluss und einen Flyer geben. Die E-Mail-Anschrift ist paula-norie@kreis-bergstrasse.de. Bürgermeister Störmer sieht im Projekt PauLa eine Bereicherung und Ergänzung zu Angeboten wie von AWO, Seniorenbeirat, aufsuchender Senioren-Sozialarbeit, Diakonie und anderen Anbietern. Neue Wege gehen und Menschen aus der Isolation wieder ins soziale Miteinander bringen, ist Bürgermeister Scheib „ein ganz großes Anliegen“. Man brauche einen Türöffner wie PauLa bestätigte Bürgermeister Schönung. Vertrauen zu schaffen und Menschen in ihrem gewohnten Umfeld zu halten findet Bürgermeister Glanzner wichtig. „Groß-Rohrheim sagt Ja zu PauLa“, bekräftigte Bürgermeister Bersch das Projekt, „wir haben Ausflüge, Seniorennachmittage, Seniorenmappen und Weihnachtsfeiern, aber auch Leute, die nicht dabei sind“. Gerade durch die letzten beiden Jahre sei einiges aufzufangen. Hannelore Nowacki