
LAMPERTHEIM – Für die große Feier zum 30-jährigen Jubiläum des Männerkochclubs „Lampertheimer Spargelrunde“ war der romantische Hof des Heimatmuseums der würdige Rahmen. Im Zelt hatten die Kochbrüder die langen Tischreihen gedeckt, nebenan im Zelt waren die eigenen Koch-Gerätschaften aufgebaut. Auffallend die großen Pfannen für die spanische Paella mit Meeresfrüchten und Risolee-Kartöffelchen und die flammenspeiende Feuerplatte, die dem Roastbeef zum Lampertheimer Spargelgemüse und Kartoffeln die wunderbaren Röstaromen und Zartheit gaben. Das kalte Büffet war mit Köstlichkeiten reich bestückt, die sich die Gäste abholten. Zum Frühschoppen mit Sekt, erlesenen Winzerweinen und Bier vom Fass strichen sich die Gäste gerne die Senfbutter mit Thymian aufs Baguette. Für die folgenden Gänge bis hin zu den Desserts mit Lampertheimer Erdbeeren als krönender Abschluss des Genussmarathons hatten die Gäste mehrere Stunden Zeit, die sie für angeregte Gespräche nutzten. Sogar das Wetter war den Köchen wohlgesonnen, das Zeltdach unter dem großen Nussbaum blieb trocken. Unter den vielen Gratulanten war Spargelkönigin Julia II., an ihrer Seite Bürgermeister Gottfried Störmer, der Bernd Müller eine gerahmte Urkunde und mit einem augenzwinkerndem Hinweis das bekannte Buch über den Lampertheimer Spargel, das weiße Gold des Rieds, überreichte. Küchenchef und Vorstand der Chuchi Lampertheim ist Bernd Müller, wie Protokollführer Reinhold Gampert Gründungsmitglied des Vereins (der Dritte im Bunde leider schon verstorben). Seine Begrüßungsansprache begann Müller mit den Worten „Die 30 Jahre vergingen wie im Flug“. In dieser Zeit hat der Lampertheimer Kochclub mit Leidenschaft gekocht und in fröhlichen Runden die Freude am puren Genuss gelebt, wie Reinhold Gampert in seinem historischen Rückblick deutlich machte.
Foto: Hannelore Nowacki
Zurzeit sind 18 Männer in der Lehrküche der Goetheschule regelmäßig aktiv, der Jüngste ist 36 Jahre. Gerade das Alter der meisten Mitglieder und der große Aufwand sind Gründe für das Ende einer schönen Tradition: Bernd Müller verkündete, dass die Männer der Lampertheimer Spargelrunde das Spargelfest nicht mehr mit ihren köstlichen Spargelgerichten bereichern werden. Zum ersten Mal hatten sie 1996 beim Spargelfest mit der Bewirtung begonnen, ein Jahr nach der Vereinsgründung. Bürgermeister Störmer dankte dem Kochclub für diese besondere Leistung. „Da wollte jeder hin“, weiß er aus Erfahrung. Die gesamte eigene Küche und Utensilien, Geschirr und Gläser habe man transportieren müssen und drei Tage die unzähligen Gäste bewirtet. Kochbegeisterte Männer seien in der Runde jederzeit willkommen, heißt es. In Vertretung des Landrats überbrachte der Kreisbeigeordnete Heinz Klee Glückwünsche. Der Landeskanzler der Ordensprovinz Rhein-Main Herbert Geipert sprach höchstes Anerkennung aus: „Ihr sei eine Ausnahme-Chuchi“. In Deutschland ist der CC Club kochender Männer in 14 Ordensprovinzen gegliedert, allein in der hiesigen seien Clubs aus 125 Orten vertreten. Mehreren Lampertheimer Köchen erhielten eine Auszeichnung, unter anderem Willi Neudecker das Goldene Band für 25 Jahre Mitgliedschaft. In der Schweiz waren die ersten Männerkochclubs entstanden, daher die Bezeichnung „Chuchi“, wie dort die Küche heißt.
Hannelore Nowacki









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