WOCHENMARKT: BollWerk-Duo bringt Schwung in die Innenstadt / Biedensand Braubeuter stellen sich vor
Kultur auf dem Wochenmarkt in der finalen Runde
Marius Schmidt eröffnet die letzte Folge der Reihe „Kultur auf dem Wochenmarkt“ für dieses Jahr. Barbara Boll und Patrick Embach begeistern mit Easy Listening. Foto: Nadine Schütz
LAMPERTHEIM – Dichter Nebel lag auf den Dächern und Straßen, als die Marktbeschicker am frühen Samstagmorgen ihre Stände auf dem Schillerplatz aufbauten. Nebel bedeutet aber auch: kein Regen. Und damit machte Petrus den Abschluss der Serie „Kultur auf dem Wochenmarkt“ perfekt. Seit Mai fanden – immer am letzten Samstag im Monat – sechs Folgen dieser Kulturreihe statt. Nicht ein einziges Mal hatte es geregnet. Aber nicht deswegen wird die Erfolgsserie im nächsten Jahr, und das sogar mit zwei zusätzlichen Folgen, fortgesetzt. Vielmehr konnte man eine deutliche Belebung des Wochenmarktes erkennen, wenn die Musiker sich in Szene setzten.
Diesmal brachten Barbara Boll und Patrick Embach das Publikum zum Mitschwingen. Eigentlich sollte heute das BollWerk-Trio auftreten. Matthias Klöpsch fiel aber leider aufgrund eines Sportunfalls aus. Doch auch zu zweit hatten die Tonkünstler keine Probleme das Publikum zu begeistern. Mit einer guten Mischung aus Pop, Soul und Easy Listening begleitete das BollWerk-Duo die Marktbesucher bei ihrem Einkauf und zog doch Etliche an, die begeistert zuhörten und eifrig mitwippten. Dies taten auch die beiden Michael Jackson-Fans Philipp (6 J.) und Clemens (4 J.), die mit „Billie Jean“ einen fetzigen Musikwunsch erfüllt bekamen.
Stellvertretend für alle Musiker, die bei dieser Reihe mitgewirkt haben, bedankte sich Boll für die Plattform, die hier geschaffen wurde. Denn noch immer konnte die Kulturszene nicht in die Normalität zurückkehren. Seitens der Stadtverwaltung dankte Erster Stadtrat Marius Schmidt nicht nur den Künstlern, sondern auch den Marktbeschickern, die den Platz für die Auftritte frei gelassen und sich mit der veränderten Geräuschkulisse, insbesondere in Bezug auf die Lautstärke, arrangiert hatten. Schmidt blickte in seiner kurzen Ansprache auch in die nahe kulturelle Zukunft und verriet, dass der Weihnachtsmarkt – in diesem Jahr auf der Domwiese – ein „Geschwisterchen“ bekommen wird: Im Eingangsbereich des Freibades wird es – ebenfalls in kleinen Buden präsentiert – ein ergänzendes Angebot geben.
Um den Blick aber wieder dem Wochenmarkt zuzuwenden sei erwähnt, dass das Stadtmarketing heute eine Besonderheit präsentieren durfte: Die erst drei Monate junge Lampertheimer Brauerei „Biedensand Braubeuter“ stellte sich auf dem Wochenmarkt vor. Bernd Beyer und Jürgen Sassmann lernten sich über die Freundschaft ihrer Kinder kennen. Bei einem gemütlichen Bier-Abend hatten die beiden dann die „Schnaps-Idee“, so Beyer lachend wörtlich, selbst Bier zu brauen. Die Zeiten, in denen der Einkochtopf als Kessel-Ersatz zum Einsatz kam, sind aber längst vorbei. Denn mit Rückhalt ihrer Familien haben die beiden gestandenen Kerle ihre kleine Brauerei aufgebaut. Rund 300 l in fünf Sorten produzieren sie im Monat. Als heutige Besonderheit erhielten die Kunden der Lampertheimer Marktbeschicker eine Flasche gratis zum Probieren. „Die Resonanz ist sehr gut“, freute sich Beyer und wartete sehnlichst auf seinen Kollegen, der schon zur Halbzeit des Marktes Nachschub besorgen musste.
Ersehnen darf man aber auch den kommenden März. Dann geht „Kultur auf dem Wochenmarkt“ in die zweite Runde und es warten neben kulinarischen auch wieder kulturelle Höhepunkte auf die Wochenmarkt-Besucher. Nadine Schütz