HEIMAT: Mitgliederversammlung des Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreises wieder in Lampertheim / Konstruktive Gespräche
Kultureller Austausch über den Ozean hinweg
Zur Mitgliederversammlung des Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreises im Deutschen Haus war Erster Stadtrat Marius Schmidt (links) für ein Grußwort eingeladen, im Bild mit dem Vorstand Frank Kessler (1. Vorsitzender), Norman Jung, Dr. Michael Werner, Karin Tiefel und Herbert F. Tiefel. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Verein Deutsch-Pennsylvanischer Arbeitskreis wurde im Mai 2003 in Rheinland-Pfalz gegründet und hat sich in erster Linie der Förderung des kulturellen Austauschs zwischen den Nachfahren deutschstämmiger Einwanderer nach Pennsylvania in den USA und den Bewohnern der vorwiegenden Herkunftsgebiete der Regionen Kurpfalz und Pfalz sowie der Geschichtsforschung verschrieben. Dem Verein geht es um die kulturelle und völkerverbindende Tätigkeit über den Ozean hinweg. Über die Jahrhunderte hat sich eine pennsylvaniadeutsche Mundart und Kultur entwickelt, die unter anderem mit dem Murmeltierfest am 2. Februar nach Lampertheim zurückgekehrt ist. Dieser deutsche Murmeltiertag leitet sich vom Groundhog Day in USA ab, der auf Pennsylvaniadeutsch „Grundsaudaag“ heißt und in Lampertheim mit humoristischer Note gefeiert wurde. Das Lampertheimer Vereinsmitglied Herbert F. Tiefel war 2019 mit dem Pfälzer Filmemacher Benjamin Wagener und seiner Filmcrew zur Amerika-Premiere des Kultfilms „Hiwwe wie Driwwe pälzisch in Amerika“ nach Kutztown gereist.
Heimatgeschichte, Brauchtum und Sprache grenzüberschreitend leben
Tiefel freut besonders, dass die Mitgliederversammlung wieder in Lampertheim, seiner Heimatstadt, stattfand. Schon einmal tagte der Verein in der Spargelstadt, das war vor zehn Jahren im Heimatmuseum. Erster Stadtrat Marius Schmidt war der Einladung für ein Grußwort gefolgt, in dem er zur Frage „was ist Heimat“ einiges zusammengetragen hatte. Heimatgeschichte, Brauchtum und Sprache können auch grenzüberschreitend gelebt werden, zeigte sich Schmidt überzeugt, so wie es Herbert F. Tiefel und seine Frau Karin vormachen. Dazu gehöre auch, Dialekte weiter zu beleben und die internationalen Kontakte zu pflegen. „Heimat muss kein geografischer Ort sein“, weiß er aus Erzählungen seiner Großeltern.
„Die Menschen, Sitten, Gebräuche und Erinnerungen sind es, die in uns ein Gefühl der heimatlichen Geborgenheit auslösen“. Als kleines Dankeschön überreichte ihm der 1. Vorsitzende Frank Kessler eine Ausgabe „Kleiner Prinz“ in Pfälzer Mundart. Organsiator Herbert F. Tiefel war erfreut über die konstruktiven Gespräche im Rahmen der Versammlung und hofft im Gespräch mit dem TiP, dass das Murmeltierfest in Lampertheim eine Wiederholung erfährt. Allerdings sei das ohne finanzielle Zuwendungen der Kommune oder durch Gönner nicht machbar. Ob andere Fördermittel für den Erhalt von Mundart und Brauchtum abrufbar sind, müsse geprüft werden. In jedem Fall wolle man gerne wieder eine Veranstaltung realisieren ohne Eintritt zu verlangen, um Heimatgeschichte vielen Interessierten zugänglich zu machen.